Dienstfahrrad leasen

Dienstfahrrad leasen

Günstiger Erwerb nach Ende des Leasingvertrages


Trend Dienstfahrrad! Nach Ende der Leasinglaufzeit können Sie Ihr Dienstrad günstig erwerben. Wir zeigen, was Sie beachten sollten.

Wie funktioniert das Leasing des Fahrrads?

Immer mehr Firmen überlassen ihren Mitarbeitern Elektro-Fahrräder für die Fahrten zur Arbeit und auch zur privaten Nutzung. Für die private Nutzungsmöglichkeit muss der Arbeitnehmer dann einen geldwerten Vorteil versteuern.

Meist wird das Fahrrad geleast und der Arbeitgeber zahlt Leasingraten, Versicherung und Wartung für das Rad. Oft auch finanziert der Arbeitnehmer im Wege der Gehaltsumwandlung die Leasingrate des Bikes. Dadurch sinkt sein zu versteuerndes Einkommen, und der Arbeitgeber spart auf diese Weise Lohnnebenkosten.

Steuervorteil von 40 Prozent rechtens?

Die Anbieter von Diensträdern werben damit, dass der Mitarbeiter nach Ablauf der Leasing-Laufzeit das Firmenrad zu günstigen Konditionen erwerben kann, meist gar nur für zehn Prozent des Neupreises. Der niedrige Kaufpreis ist bereits in den Leasingraten berücksichtigt. Ein typischer Leasing-Vertrag läuft 36 Monate, danach ist das Fahrrad im Regelfall noch die Hälfte wert. Wenn der Mitarbeiter das Firmenrad allerdings nur für 10 Prozent des Werts kauft, entsteht ein Steuervorteil von 40 Prozent – allerdings gegenüber dem Leasingunternehmen, nicht gegenüber dem Arbeitgeber. Kann dieser Vorteil tatsächlich am Finanzamt vorbei eingestrichen werden?

Ein Web-Portal für Fahrräder beispielsweise: „Nach Ende der Leasinglaufzeit hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, das Rad zu einem Restwert von zehn Prozent vom Kaufpreis zu erwerben. Ein Kaufangebot kann aber aus steuerrechtlichen Gründen nicht vertraglich zugesichert werden, da es sich dann nicht um Leasing, sondern um einen Mietkauf handeln würde.“

Preisvorteil ist Arbeitslohn

Steuervorteil durch ein Dienstfahrrad? Nicht mit dem Fiskus! Dieses sehr vorteilhafte Gestaltungsmodell ist auch dem Fiskus aufgefallen. Und dieser gibt sofort eine entsprechende Anweisung zur Unterbindung. Erwirbt der Arbeitnehmer bei Beendigung der Überlassung das von ihm genutzte Leasingfahrrad zu einem geringeren Preis als dessen Geldwert, muss der Differenzbetrag als Arbeitslohn von dritter Seite versteuert werden und unterliegt auch der Sozialversicherung (OFD Nordrhein-Westfalen vom 17.5.2017, Kurzinfo LSt).

Es handelt sich bei dem Preisvorteil um Arbeitslohn, weil der Preisvorteil im Zusammenhang mit dem Dienstverhältnis steht. Denn durch die Leasingvereinbarungen hat der Arbeitgeber an seiner Verschaffung aktiv mitgewirkt, auch wenn der Arbeitnehmer keinen vertraglichen Anspruch auf den Fahrradkauf und einen Preisvorteil hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer wirtschaftlicher Leasingnehmer ist oder ob ein Andienungsrecht bzw. eine Kaufoption vereinbart ist.

Vereinfachungsregel beim Dienstfahrrad

Die Finanzverwaltung ist damit einverstanden, den Endpreis eines Fahrrades, das dem Arbeitnehmer aufgrund des Dienstverhältnisses nach 36 Monaten der Nutzungsdauer überlassen wird, aus Vereinfachungsgründen mit 40 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des (Elektro-)Fahrrades einschließlich der USt anzusetzen.

Keinesfalls aber will der Fiskus einen Restwert von lediglich 10 Prozent des Kaufpreises akzeptieren. Es sei denn, der niedrigere Restwert wird im Einzelfall in geeigneter Weise nachgewiesen.

Die klare Anweisung der Finanzverwaltung gilt auch für die zurückliegenden Jahre. Viele Arbeitgeber aber haben bislang den Preisvorteil beim Erwerb des Firmenrads nicht als Arbeitslohn versteuert. Daher werden nun die Diensträder bei Betriebsprüfungen ins Visier der Prüfer geraten.

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