Doppelte Haushaltsführung ab 2014

Doppelte Haushaltsführung ab 2014

Was sollten Sie beachten


Wenn aus beruflichen Gründen neben der Hauptwohnung ein Zweithaushalt entsteht, liegt eine doppelte Haushaltsführung vor. Einen Teil der damit verbundenen Kosten können Sie auf den Fiskus abwälzen. Was Sie ab 2014 beachten sollten, lesen Sie hier.

Eigener Hausstand

Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn Sie einen „eigenen Hausstand“ unterhalten (Hauptwohnung) und außerhalb dieses Ortes beschäftigt sind und auch dort wohnen. Die Errichtung des zweiten Haushalts am Arbeitsort (Zweitwohnung) begründet die doppelte Haushaltsführung.

Bis 2013 ist ein eigener Hausstand eine eingerichtete Wohnung, die Ihren Wohnbedürfnissen entspricht, in der Sie einen Haushalt unterhalten und die den Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen darstellt.

Ab 2014 ist weitere neue Bedingung für den eigenen Hausstand hinzugekommen: Sie müssen sich finanziell angemessen an den Kosten der Lebensführung beteiligen. Es genügt also nicht, wenn Sie z.B. im Haushalt Ihrer Eltern lediglich ein oder mehrere Zimmer bewohnen. Oder wenn Ihnen eine Wohnung im Haus Ihrer Eltern unentgeltlich zur Nutzung überlassen wird. Eine finanzielle Beteiligung mit Bagatellbeträgen ist nicht ausreichend.

Entfernung der Zweitwohnung vom Beschäftigungsort

Die Zweitwohnung muss sich am auswärtigen Beschäftigungsort befinden. Das schließt nicht aus, dass die Zweitwohnung auch außerhalb dieses Ortes in dessen Einzugsbereich liegen kann. Doch wie weit die Zweitwohnung vom Arbeitssort entfernt sein?

Bis 2013 gibt es keine Regelung zur Entfernung der Zweitwohnung. Laut Rechtsprechung ist das Einzugsgebiet der Bereich, von dem aus Pendler üblicherweise täglich zur Arbeitsstätte fahren. Es muss ein tägliches Aufsuchen möglich sein. Anerkannt wurde sogar eine Entfernung von 141 km zwischen Zweitwohnung und Arbeitsstätte (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 59/11).

Ab 2014 ist geregelt, wie weit die Zweitwohnung vom auswärtigen Beschäftigungsort entfernt sein darf: Der Weg von der Zweitwohnung zur ersten Tätigkeitsstätte darf nicht mehr als die Hälfte der Entfernung der kürzesten Straßenverbindung zwischen Hauptwohnung und erster Tätigkeitsstätte betragen.

Verpflegungspauschbeträge bei Familienheimfahrten

Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung ist eine Familienheimfahrt wöchentlich mit der Entfernungspauschale absetzbar. Für die Reisetage (z. B. Freitag und Sonntag) können Verpflegungspauschbeträge beansprucht werden. Nicht jedoch für die Tage, die vollständig zu Hause verbracht werden (z. B. Samstag).

Bis 2013 gibt’s für die An- und Abreisetage (Heimfahrten) den Pauschbetrag nur zeitanteilig. Dieser ist abhängig von der Abwesenheit zur Hauptwohnung, also in Höhe von 6 Euro oder 12 Euro. Für einen Pauschbetrag von 12 Euro muss die Rückreise (z. B. am Sonntag) schon vor 10.00 Uhr begonnen werden.

Ab 2014 wird für die Tage der An- und Abreise unabhängig von der Abwesenheitsdauer generell ein Verpflegungspauschbetrag von 12 Euro gewährt. Dies gilt auch, wenn die Rückreise erst am späten Sonntagabend erfolgt.

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Unterkunftskosten

Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung sind auch Unterkunftskosten als Werbungskosten absetzbar. Anerkannt werden aber nur nachgewiesene Kosten, keine Pauschbeträge.

Bis 2013 sind die tatsächlichen Mietkosten abziehbar, soweit sie notwendig und angemessen sind. Die Obergrenze der abzugsfähigen Mietkosten ist die ortsübliche Durchschnittsmiete für eine Wohnfläche von 60 qm. Hierbei handelt es sich um die Kaltmiete. Die Nebenkosten sind zusätzlich abziehbar. Diese Regelung gilt auch, wenn am auswärtigen Beschäftigungsort eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim erworben wurde.

Ab 2014 wird bei Anmietung einer Mietwohnung oder Kauf einer Eigentumswohnung auf die aufwendige Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete verzichtet. Stattdessen wird auf die tatsächlichen Unterkunftskosten abgestellt. Anerkannt werden nachgewiesene Kosten bis zum Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Monat.

Miete für Kfz-Stellplatz

1141-stellplatz 1Wenn der Mietvertrag für die Zweitwohnung einen Pkw-Stellplatz beinhaltet, ist die Miete insgesamt als Werbungskosten absetzbar. Manchmal aber muss eine Garage oder ein Pkw-Stellplatz in der Nähe der Zweitwohnung separat angemietet werden.

Bis 2013 sind die Kosten für einen Stellplatz oder eine Garage zusätzlich als „sonstige Kosten“ der doppelten Haushaltsführung absetzbar (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 50/11).

Ab 2014 umfasst der abzugsfähige Höchstbetrag von 1.000 Euro auch die Miete für einen separat angemieteten Kfz-Stellplatz oder Garagenplatz.

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