Doppelte Haushaltsführung von Ehepartnern

Doppelte Haushaltsführung von Ehepartnern

Wenn beide berufstätig sind


Zwei Haushalte kosten eine Menge Geld. Sieht der Fiskus die Voraussetzung für eine doppelte Haushaltsführung gegeben, haben Sie Glück: Dann können Sie erhebliche Ausgaben bei der Steuer als Werbungskosten absetzen.

Bei der doppelten Haushalsführung sind die Kosten für die Wohnung am Beschäftigungsort abzugsfähig. Wenn beide Ehepartner berufstätig sind ist es daher wichtig, welcher Ort als der Haupthausstand und welcher als Zweitwohnsitz angesehen werden kann.

Wenn der Haupthaushalt umzieht

Auch kommt es vor, dass bei Ehepaaren der Haupthausstand verlegt wird und sich dadurch eine doppelte Haushaltsführung ergibt. Ein solcher Sachverhalt wurde aktuell vor dem Bundesfinanzhof verhandelt. Im Streitfall übernahm die Ehefrau eine nichtselbstständige Arbeit im Ausland. Der Ehemann war weiterhin am bisherigen Wohnsitz der Eheleute als Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH tätig.

Die Eheleute gaben an, dass sich ihr Haupthausstand ins Ausland verlagert habe. Der Ehemann machte daher einen Werbungskostenabzug für die doppelte Haushaltsführung geltend. Das Ehepaar sah ihre bisherige Wohnung insbesondere deshalb nun als Zweitwohnung an, weil sie sich gemeinsam überwiegend im Ausland aufhielten.

Auf den Einzelfall kommt es an

In den Augen des Bundesfinanzhof zählt dieses Argument jedoch nicht, wie er in seiner Entscheidung (Aktenzeichen VI R 71/14) klarstellte. Deutlich arbeiteten die obersten Finanzrichter heraus: Ob die außerhalb des Beschäftigungsortes belegene Wohnung des Arbeitnehmers als Mittelpunkt seiner Lebensinteressen anzusehen ist und deshalb seinen (Haupt)Hausstand darstellt, ist anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls festzustellen. Der individuelle Fall entscheidet also.

Was ist ausschlaggebend?

Indizien können insoweit sein, wie oft und wie lange sich der Arbeitnehmer in der einen und der anderen Wohnung aufhält. Auch entscheidend ist, wie beide Wohnungen ausgestattet und wie groß diese sind. Von Bedeutung sind auch die Dauer des Aufenthaltes am Beschäftigungsort, die Entfernung beider Wohnungen sowie die Zahl der Heimfahrten.

Persönliche Beziehungen wichtig

Erhebliches Gewicht hat ferner der Umstand, zu welchem Wohnort die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. Dies ist insbesondere an der Art und der Intensität der sozialen Kontakte vor Ort zu beurteilen, wie auch an Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten am jeweiligen Wohnort.

Besonders bei beiderseits berufstätigen und kinderlosen Eheleuten, die jeweils am Beschäftigungsort aus beruflichen Gründen eine familiengerechte Wohnung unterhalten, stellt das Gericht auf die persönlichen Beziehungen am jeweiligen Wohnort ab. Einen Grundsatz, wonach sich der Haupthausstand von beiderseits berufstätigen Eheleuten regelmäßig dort befindet, wo sie sich gemeinsam überwiegend aufhalten, gibt es hingegen nicht.

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