Doppelter Haushalt im Einzugsbereich

Wann mindert er die Steuer?


Eine doppelte Haushaltsführung wird steuerlich anerkannt, wenn Sie außerhalb des Ortes, in dem Sie einen eigenen Haushalt unterhalten, beschäftigt sind und auch “am Beschäftigungsort” wohnen. Die Zweitwohnung muss aber nicht unbedingt direkt am auswärtigen Beschäftigungsort liegen, sie darf auch in dessen Einzugsbereich liegen. Die Frage ist, wie weit dieser “Einzugsbereich” reichen darf?

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Bisher 62 km

Vor einigen Jahren hatte der Bundesfinanzhof eine Entfernung von 62 km zwischen der Zweitwohnung und dem Beschäftigungsort als zu weit angesehen, um noch als Zweitwohnung “am Beschäftigungsort” zu gelten (BFH-Beschluss vom 2.10.2008, VI B 33/08).

Auch 141 km möglich

Das Finanzgericht Düsseldorf hat eine Entfernung von 141 km zwischen Zweitwohnung und Arbeitsstätte als zulässig erachtet und die Kosten der doppelten Haushaltsführung sowie die Entfernungspauschale für die täglichen Fahrten anerkannt. In diesem Fall hatte der Arbeitnehmer am ursprünglichen Arbeitsort, der 267 km vom Heimatort entfernt war, Wohneigentum erworben und der Arbeitgeber daraufhin seinen Firmensitz verlegt, sodass der Mitarbeiter täglich die Strecke von 141 km zum Firmensitz fahren musste (FG Düsseldorf vom 13.10.2011, 11 K 4448/10 E)

Durchaus üblich

Die Zweitwohnung liege – so die Richter – weder in der politischen Gemeinde der Arbeitsstätte noch in deren Einzugsgebiet im engeren Sinne. Doch unter Einzugsgebiet sei der Bereich zu verstehen, von dem aus Pendler noch täglich zu diesem Ort fahren können. Es muss ein tägliches Aufsuchen der Arbeitsstätte möglich sein. Dies war hier der Fall. Die Fahrt mit dem ICE dauerte eine Stunde, und ein derartiger Zeitaufwand liegt durchaus noch im Bereich des Üblichen.

Wichtig

Als Werbungskosten absetzbar sind die Wohnungskosten, eine Heimfahrt wöchentlich zwischen Zweitwohnung und Hauptwohnung mit der Entfernungspauschale, die täglichen Fahrten von der Zweitwohnung zur Arbeitsstätte mit der Entfernungspauschale sowie Verpflegungspauschbeträge für die ersten drei Monate.

Steuerberatung?

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