Einspruchsempfehlung Juli 2019

Einspruchsempfehlung Juli 2019

Altersentlastungsbetrag beim Verlustausgleich


Haben Sie vor Beginn des Kalenderjahres das 64. Lebensjahr vollendet, können Sie einen Altersentlastungsbetrag steuermindernd abziehen. Begünstigt sind zum einen Arbeitslohn und zum anderen die positive „Summe der Einkünfte“. Davon ausgenommen sind Leibrenten und Versorgungsbezügen. Mieteinkünfte, gewerbliche Einkünfte sowie voll steuerpflichtige Riester-Renten und Betriebs-Renten sind also begünstigt.

Wenn Sie den Altersentlastungsbetrag 2019 erstmalig in Anspruch nehmen, beträgt dieser 17,6 Prozent der begünstigten Einkünfte, maximal jedoch nur 836 Euro.

Ermittlung des Verlustabzugs

Verbleibt nach dem Verlustausgleich im einkommensteuerlichen Berechnungsschema ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte, wird dieser im Rahmen des Verlustabzugs für den Verlustrücktrag bzw. Verlustvortrag genutzt. Der Verlust wird daher als Verlustabzug in anderen Jahren steuermindernd verwendet.

Ob der Altersentlastungsbetrag auch verlusterhöhend wirken kann, ist strittig. Nach der Auffassung der Finanzverwaltung wird der Altersentlastungsbetrag bei der Ermittlung des Verlustabzugs nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für den Freibetrag für Land- Forstwirte und den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

FG Köln entscheidet gegen Finanzamt

Entgegen dieser offiziellen Auffassung der Finanzverwaltung hat nun das Finanzgericht Köln mit seinem Urteil vom 12.12.2018 zugunsten der Steuerbürger entschieden. Demnach ist der Altersentlastungsbetrag im Rahmen des Verlustausgleichs mit anderen Einkünften zu verrechnen und kann auch einen negativen Gesamtbetrag der Einkünfte erhöhen (Aktenzeichen 10 K 1730/17).

Dies ist bei der Verlustfeststellung zu berücksichtigen, sodass auch ein Verlustrücktrag bzw. Verlustvortrag durch den Altersentlastungsbetrag erhöht wird. Nach Auffassung der Richter, bleiben andere Steuerentlastungen für Rentner und Pensionäre auch bei einer negativen Summe der Einkünfte erhalten. Deshalb muss dies auch für den Altersentlastungsbetrag gelten.

Die Finanzverwaltung beharrt jedoch noch auf ihrer bisherigen Auffassung und hat Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. Betroffene sollten sich nicht scheuen, sich an das Musterverfahren anzuhängen.

Sind auch Sie betroffen?

Dann sollten Sie mit Verweis auf das anhängige Verfahren Einspruch einlegen.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar