Einzugsermächtigung geht – SEPA kommt

Einzugsermächtigung geht – SEPA kommt

Erleichterung im Zahlungsverkehr?


SEPA – was ist das eigentlich? Die Abkürzung steht für „Single Euro Payments Area“, auf Deutsch „Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum“. In knapp 13 Monaten, am 1. Februar 2014, werden die SEPA-Überweisung und die SEPA-Lastschrift die nationalen Formate für Überweisung und Lastschrift ersetzen.

Europäische Harmonisierung

Der Zahlungsverkehr soll durch die Einführung von SEPA europaweit harmonisiert und mit einheitlichen Zahlungsprodukten – wie Überweisungen und Lastschriften – abgewickelt werden. Bisher mussten die Banken verschiedene Systeme nebeneinander betreiben. Auch die Kontoinhaber mussten neben ihren nationalen Kontodaten die SEPA-Daten vorhalten, um – auch wenn es nicht täglich vorkommen mag – eine Auslandsüberweisung zu tätigen. Nun sollen innerdeutsche Zahlungen wie auch grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der Europäischen Union künftig nach denselben “Spielregeln“ abgewickelt werden. An dem Zahlungsverfahren sollen 32 Staaten teilnehmen: Neben den 27 Mitgliedsstaaten der EU auch Norwegen, Island, Monaco, Liechtenstein und  die Schweiz.

Weniger Bankgebühren

Positiv für das SEPA-Verfahren spricht, dass hohe Bankgebühren und langsamer Zahlungsverkehr bei Überweisungen in das Ausland entfallen. Auch mehrere Konten in verschiedenen Ländern sind nicht mehr nötig. Durch das neue Verfahren sollen europaweit rund 120 Milliarden Euro von Firmen und Haushalten eingespart werden. Die Umstellung auf SEPA soll für Privatkunden allenfalls eine Umgewöhnung sein – für Unternehmen, Vereine und Kommunen hingegen arbeitsintensiv.

Schriftliche Einwilligung

Mit SEPA fällt die liebgewonnene Einzugsermächtigung weg. Der Nachfolger, die SEPA-Lastschrift, kann nur noch schriftlich erteilt werden, online gestellte oder telefonische Aufträge sind nicht mehr möglich. Außerdem muss der Zahlungsempfänger den Kontoinhaber 14 Tage vor dem Abbuchen darüber informieren – spätestens einen Tag vor Fälligkeit. Wie die Umsetzung in der Praxis bei Zahlungen an das Finanzamt oder Bahn aussehen wird, ist noch offen.

IBAN

Ab 2014 muss bei allen Überweisungen die IBAN-Nummer, bestehend aus bis zu 34 (!) Ziffern, angegeben werden. Diese setzt sich wie folgt zusammen: Die ersten zwei Stellen sind die Länderkennzeichnung – in Deutschland DE, dann folgt eine zweistellige Prüfziffer, eine achtstellige Bankleitzahl sowie die bis zu zehn Stellen lange Kontonummer.

Übergangsfrist bis 2016

Bei nationalen Überweisung gibt es glücklicherweise eine Übergangsfrist bis 2016 – bis dahin wandeln die Banken die Kontodaten automatisch in das neue Verfahren um. Auch beim Bezahlen an der Supermarktkasse durch Lastschriftverfahren und Unterschrift auf dem Beleg wird sich bis dahin nichts ändern.

Bislang geringe Nutzung

Das SEPA-Zahlungsverfahren wird bereits seit 2008 am Markt angeboten. Es spielte bisher allerdings in der Praxis nur bei Zahlungen über die Grenze eine Rolle. Für Zahlungen innerhalb Deutschlands nutzten die Kunden weiterhin überwiegend das deutsche Verfahren. So lag der Anteil der SEPA-Überweisungen an den insgesamt von Juli bis September 2012 getätigten Überweisungen bei knapp sieben Prozent, bei der SEPA-Lastschrift liegen die Werte noch deutlich unter einem Prozent. Dies wird sich ab nächstem Jahr deutlich ändern.

Weitere Informationen gibt es unter www.sepadeutschland.de.

Bundesfinanzministerium, Pressemitteilung vom 15.01.2013

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