Fahrt zur Arbeit

Fahrt zur Arbeit

Was Sie bei der Pendlerpauschale beachten müssen


30 Cent pro Kilometer der Entfernung und Arbeitstag ist seit Jahren der pauschale Wert für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. So berechneten sich die Werbungskosten für diese Fahrten. Trotz Teuerung, vor allem im Bereich der Benzinkosten, wird diese Pauschale nicht erhöht.

Erste Tätigkeitsstätte

Den Begriff der Arbeitsstätte gibt es ab 2014 nicht mehr. Neu ist die „erste Tätigkeitsstätte“. Ab dem Jahr 2014 ist jeder Arbeitnehmer einer ersten Tätigkeitsstätte zugeordnet. Diese Zuordnung zählt je Dienstverhältnis. Alle Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind als Werbungskosten mit der Entfernungspauschale anzusetzen.

Hat ein Arbeitnehmer mehrere Dienstverhältnisse und damit mehrere erste Tätigkeitsstätten, ist jede Fahrt zwischen Wohnung und den Tätigkeitsstätten mit der Entfernungspauschale anzusetzen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer zwischendurch zu seiner Wohnung zurückkehrt. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn der Arbeitnehmer morgens für Arbeitgeber A in Mannheim arbeitet, zu seiner Wohnung zurückkehrt und nachmittags für Arbeitgeber B in Heidelberg arbeitet.

Fahrten zwischen ersten Tätigkeitsstätten

Finden Fahrten direkt zwischen den Tätigkeitsstätten statt, dann ist der Weg von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte als Umwegstrecke zur nächsten ersten Tätigkeitsstätte zu berücksichtigen. Die anzusetzende Entfernung für die Ermittlung der Entfernungspauschale darf höchstens die Hälfte der gesamt gefahrenen Strecke dieses Tages betragen.

Der Arbeitnehmer Herr Ludwig fährt morgens zu seiner ersten Tätigkeitsstätte beim Arbeitgeber A nach Mannheim und von dort direkt zu seiner ersten Tätigkeitsstätte beim Arbeitgeber B nach Karlsruhe. Morgens fährt Herr Ludwig 30 km nach Mannheim, dann auf direktem Weg 40 km nach Karlsruhe. Abends fährt er 50 km von Karlsruhe nach Hause.

Herr Ludwig ist insgesamt 120 km gefahren. Die Entfernung zwischen seiner Wohnung und der Tätigkeitsstätte in Mannheim beträgt 30 km und zwischen seiner Wohnung und Karlsruhe 50 km, insgesamt also 80 km. Herr Ludwig kann als Entfernungspauschale die 80 km nicht geltend machen, sondern nur die Hälfte der tatsächlich gefahrenen Strecke von 120 km. Bei 220 Arbeitstagen würden die Fahrten zwischen Wohnung und ersten Tätigkeitsstätten zu folgenden Werbungskosten in der Steuererklärung führen:

220 Tage x 60 km/Tag x 0,30 €/km = € 3.960

Ohne Pkw: Kappung der Pauschale

30 Cent je Kilometer der Entfernung, danach bestimmt sich der Ansatz von Werbungskosten für den Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer für diesen Weg das Fahrrad, das Auto oder den Bus nutzt. Selbst wenn er zu Fuß geht hat er ein Recht auf den Ansatz der Entfernungspauschale.

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Vorsicht: Höchstbetrag!

Die anzusetzende Entfernungspauschale ist grundsätzlich auf einen Höchstbetrag von € 4.500 begrenzt, wenn:

  • der Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit einem Motorrad, Motorroller, Moped, Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wird,
  • der Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte als Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft zurückgelegt wird, für die Tage an denen mitgefahren und nicht selbst gefahren wird oder
  • Der Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird und die Aufwendungen hierfür nicht höher sind.

Bei Nutzung eines eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftwagens greift diese Begrenzung nicht. Die Nutzung dieses Kraftwagens muss nachgewiesen werden oder glaubhaft gemacht werden. Ein Indiz können Werkstattrechnungen sein, die den Kilometerstand enthalten.

Mal so mal so

Werden für den Weg zur Arbeit mal der eigene oder zur Nutzung überlassene Kraftwagen genutzt und mal andere Möglichkeiten, kann sich die Entfernungspauschale und ihre Kappung sehr verschieden auswirken.

Frau Christ fährt an 230 Arbeitstagen 110 km von Neustadt nach Frankfurt zu Ihrer ersten Tätigkeitsstätte und abends wieder zurück. An 50 Tagen fährt sie mit ihrem privaten Pkw und an 180 Tagen nutzt sie öffentliche Verkehrsmittel. Für das Jahresticket der Deutschen Bahn zahlt sie € 3.000.

Für die Fahrten mit dem Pkw kann Frau Christ € 1.650 geltend machen (50 Tage x 110 km/Tag x 0,30 €/Kilometer = € 1.650).

Für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann Frau Christ € 4.500 geltend machen (180 Tage x 110 km/Tag x 0,30 €/km = € 5.940; Kappung auf € 4.500).

Insgesamt kann Frau Christ € 6.150 ansetzen (€ 1.650 + € 4.500). Der Ansatz der Kosten für das Ticket der Deutschen Bahn kommt nicht in Frage, da hierfür € 3.000 bezahlt wurden und somit weniger als die Entfernungspauschale von € 6.150.

Auch die Berechnung der Entfernungspauschale bei Fahrgemeinschaften ist so zu ermitteln. Fahrten, die mit dem eigenen Pkw zurückgelegt werden, sind nicht begrenzt. Tage an denen mitgefahren wird unterliegen der Begrenzung von jährlich € 4.500.

Hinweis: Umwegstrecken, um zum Beispiel Mitfahrer abzuholen, sind nicht in die Entfernungspauschale einzubeziehen.

Unfallkosten

Mit dem Ansatz der Entfernungspauschale sind grundsätzlich alle Kosten für den Weg zur Arbeit und wieder nach Hause abgegolten. So dass Parkgebühren, Versicherungsbeiträge oder Beiträge für Kraftfahrerverbände und vieles mehr nicht zusätzlich als Werbungskosten angesetzt werden können.

Von diesem Grundsatz gibt es die Ausnahme der Unfallkosten: Ist der Unfallschaden auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder auf einer zu berücksichtigenden Familienheimfahrt entstanden, sind diese Kosten als Werbungskosten ansetzbar (Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen) 

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