Falsch getankt auf dem Arbeitsweg?

Falsch getankt auf dem Arbeitsweg?

Keine Werbungskosten mehr


Wer sein Fahrzeug mit dem falschen Kraftstoff betankt, hat beim Fiskus nun schlechte Karten: Die Kosten für die Reparatur können jetzt nicht mehr als Werbungskosten abgesetzt werden.

Teure Unachtsamkeit

Wer kennt das nicht: Morgens auf dem Weg zur Arbeit noch mal eben zur Tankstelle fahren, weil der Tank fast leer oder der Treibstoff gerade günstig ist. Mit dem Kopf ist man schon halb in der Firma und so achtet man nicht darauf, welchen Zapfhahn man greift. Und schon ist es passiert…

Benzin statt Diesel

So erging es auch einem Kläger vor dem Niedersächsischen Finanzgericht. Er betankte sein Fahrzeug auf dem Weg zur Arbeit versehentlich mit Benzin statt mit Diesel. Obwohl er seinen Fehler frühzeitig bemerkte, war der Schaden bereits angerichtet. Die Reparaturkosten beliefen sich auf 4.200 Euro. Die Versicherung verweigerte eine Erstattung der Reparaturkosten, da der Kläger ihrer Ansicht nach durch die falsche Betankung seine Sorgfaltspflicht verletzt habe.

Letzte Ausfahrt Steuererklärung?

Da der Schaden auf dem Weg zur Arbeit erfolgte, beschloss der Kläger die Reparaturkosten bei seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend zu machen. Das Finanzamt berücksichtigte die Kosten jedoch nicht. Der Falschtanker klagte – und das Finanzgericht gab ihm Recht: Die Pendlerpauschale greife nicht für außergewöhnliche Aufwendungen und er könne die Reparatur steuermindernd ansetzen.

Pendlerpauschale deckt sämtliche Kosten ab

Das letzte Wort hatte nun der Bundesfinanzhof – und machte damit allen Falschtankern einen Strich durch die Rechnung. Die Reparaturkosten wegen falschen Tankens können nun nicht mehr steuerlich abgesetzt werden. Begründung: Durch die Pendlerpauschale seien bereits sämtliche außergewöhnliche Aufwendungen erfasst.

So können weder Parkgebühren, Versicherungsbeiträge oder Beiträge für Kraftfahrerverbände Ihre Steuer mindern. Selbst Ausgaben infolge eines Diebstahls oder ein Austauschmotor wegen Motorschaden werden steuerlich nicht berücksichtigt.

Einzige Ausnahme: Unfallkosten

Die einzigen Ausgaben, die Sie noch zusätzlich zur Pendlerpauschale absetzen können, sind Unfallkosten. Ist der Unfallschaden auf einer Fahrt zwischen Wohnung und Arbeit oder auf einer zu berücksichtigenden Familienheimfahrt entstanden, sind diese Kosten als Werbungskosten ansetzbar. Leider sieht der BFH das Missgeschick beim Tanken nun nicht mehr – wie bisher – als Unfall an.

Tipp: Tragen Sie sämtliche Ausgaben, die Ihnen durch den Unfall entstanden sind, in der Anlage N in Zeile 46 ein. Welche Kosten Sie ansetzen können lesen Sie hier.

Grundsätzliches zur Pendlerpauschale

Für den Weg zur Arbeit beteiligt sich der Fiskus an Ihren Fahrtkosten. Für jeden Entfernungs-Kilometer gibt es 30 Cent. Sie können die Pauschale in Anspruch nehmen, egal mit welchem Verkehrsmittel Sie zur Arbeit gekommen sind. Sprich: Ob mit dem Rad, Bus und Bahn oder gar zu Fuß werden Ihnen 30 Cent je Kilometer berechnet. Selbst wenn Sie mit weiteren vier Mann eine Fahrgemeinschaft hatten. Fahren Sie jedoch mit öffentlichen Verkehrsmittel, können Sie max. 4.500 € jährlich ansetzen.

Wichtig

Ab einer Entfernung von 15 Kilometern liegen Ihre Kosten bereits über der Arbeitnehmerpauschale (bei üblichen 230 Arbeitstagen). Ein Ansatz der Fahrtkosten ist daher bares Geld wert!

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.