Gartenfest für Geschäftsfreunde

Gartenfest für Geschäftsfreunde

Ausgaben können Bewirtungskosten sein


Bewirtet ein Unternehmer Geschäftsfreunde, kann er diese Kosten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Doch was gilt bei Gartenfest?

Kein Steuervorteil für rein private Kosten

Bei Unternehmern sind Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segel- oder Motorjachten sowie für „ähnliche Zwecke“ nicht als Betriebsausgaben absetzbar. Das Abzugsverbot soll Steuergerechtigkeit verwirklichen. Es erfasst auch Ausgaben, die ausschließlich der Unterhaltung und Bewirtung der Geschäftsfreunde dienen.

Ausgaben für Gartenfest als Betriebsausgaben absetzbar

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Kosten für die Bewirtung und Unterhaltung von Geschäftsfreunden im Rahmen eines Gartenfests nicht zwingend unter das Abzugsverbot fallen und deshalb als Betriebsausgaben absetzbar sein können (Aktenzeichen VIII R 6/14).

Nach Auffassung des BFH muss sich aus der Veranstaltung und ihrer Durchführung ergeben, dass Aufwendungen für eine überflüssige und unangemessene Unterhaltung und Repräsentation getragen werden. Die bloße Annahme eines Eventcharakters reicht hierfür nicht aus, da die unter das Abzugsverbot fallenden Aufwendungen für „ähnliche Zwecke“ wie bei den Regelbeispielen „unüblich“ sein müssen. Dies kann aufgrund eines besonderen Ortes der Veranstaltung oder der Art und Weise der Unterhaltung der Gäste der Fall sein.

Herrenabende eines Rechtsanwaltes abziehbar?

Eine Rechtsanwaltskanzlei hat in mehreren Jahren so genannte „Herrenabende“ im Garten eines Partners veranstaltet. Bei diesen wurden jeweils bis zu 358 Gäste für Gesamtkosten zwischen 20.500 Euro und 22.800 Euro unterhalten und bewirtet.

Das Finanzgericht hatte das Abzugsverbot bejaht, weil die Veranstaltungen „Eventcharakter“ gehabt hätten, ein geschlossener Teilnehmerkreis vorgelegen habe und die Gäste sich durch die Einladung in ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung bestätigt fühlen durften.

Doch der BFH hat das Urteil des Finanzgerichts aufgehoben und die Sache zurückverwiesen. Das Finanzgericht hat im zweiten Rechtsgang zu prüfen, ob die Art und Durchführung der „Herrenabende“ den Schluss zulässt, dass diese sich von „gewöhnlichen Gartenfesten“ abheben und mit der Einladung zu einer Segelregatta oder Jagdgesellschaft vergleichbar sind. Über den Ausgang dieses Verfahrens halten wir Sie auf dem Laufenden.

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