Handwerker-Rechnung bald nicht mehr absetzbar?

Handwerker-Rechnung bald nicht mehr absetzbar?

SPD stellt Steuer-Bonus infrage


Eine der beliebtesten Möglichkeiten zur Steuerminderung wird vielleicht bald gestrichen: Der Steuerbonus für Handwerker-Rechnungen. Ein von der Regierung beauftragtes Gutachten hätte ergeben, dass der Bonus seine Wirkung verfehlt habe.

Mehrreinnahmen für den Fiskus: 1,5 Milliarden Euro jährlich

Nachdem – wie bereits seit Jahren gefordert- wieder keine Entlastung der Steuerzahler durch den Abbau der kalten Progression erfolgte, kommt nun die nächste Hiobsbotschaft: Der Handwerker-Bonus für Millionen Steuerzahler soll nach Aussage der SPD wegfallen. Dies würde ein sattes Plus von 1,5 Milliarden Euro in die Staatskassen spülen – zu Lasten der Steuerzahler.

Bis zu 1.200 Euro Steuerminderung: Bald gestrichen?

Eingeführt wurde die Steuerminderung 2006. Ausgaben für Handwerkerleistungen, haushaltsnahe Dienstleistungen und Haushaltshilfen können mit 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Höchstgrenze damals: 600 Euro. 2008 wurde diese auf 1.200 Euro angehoben – und gilt bis heute. Noch.

Ziele nicht erreicht

Begründung der Abschaffungsforderung: Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie hätte ergeben, dass der Bonus abgeschafft gehöre. Die Ziele der Einführung seien verfehlt. Diese waren sowohl Förderung des Mittelstandes als auch Bekämpfung der Schwarzarbeit. Steuerzahler sollten durch den Handwerker-Bonus animiert werden, Handwerker im privaten Haushalten „offiziell“ zu beauftragen, also mit Rechnung. Denn nur mit Vorlage eines solchen Beleges ist der steuerliche Abzug überhaupt möglich. Doch laut der Studie habe der Bonus nur in geringem Maße dazu geführt, die Schwarzarbeit einzudämmen. Eine Umfrage habe zudem ergeben, dass 90 Prozent der Steuerzahler auch ohne Steuerbonus die Aufträge offiziell vergäben hätten. Ob durch die Abschaffung des Steuerbonus die Schwarzarbeit weiterhin sinken wird, ist wohl eher zweifelhaft.

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