Hessen: Grunderwerbsteuer bald 6 Prozent

Kaufinteressenten noch vor August zum Notar


Häuslekäufer in Hessen aufgepasst: Ab August wird wieder die Grunderwerbsteuer erhöht – diesmal von 5 auf 6 Prozent! Da heißt es nun: Schnell handeln.

Ab August greift die Landesregierung zu

Erst hieß es, die Sparpläne der schwarz-grünen Regierung sollen ab dem nächsten Jahr greifen – und dann erst der Hauskauf teurer werden. Doch nun kommt es in Hessen schneller als angekündigt: Bereits zum 1. August 2014 wird die Grunderwerbsteuer auf 6 Prozent erhöht!

Kauft man eine Immobilie für einen Preis von 400.000 €, sind momentan 20.000 € Grunderwerbsteuer fällig. Ab August müssen 24.000 € bezahlt werden. Vor knapp zwei Jahren kostete ein solcher Kauf nur 14.000 €.

Rasanter Anstieg der Steuer

Bereits zum Januar 2013 wurde die Grunderwerbsteuer in Hessen erhöht: Um satte 1,5 Prozentpunkte von 3,5 auf 5 Prozent! Nun kommt in knapp zwei Monaten ein weiterer Prozentpunkt hinzu. Die Landesregierung verspricht sich dadurch jährliche Mehreinnahmen von 130 Millionen Euro und 20 Millionen Euro im kom­mu­na­len Fi­nanz­aus­gleich. Damit stößt Hessen in die Spitzengruppe der Bundesländer in Sachen Grunderwerbsteuer. Spitzenreiter ist Schleswig-Holstein mit 6,5 Prozent.

Noch 2006 war der Steuersatz bundesweit bei 3,5 Prozent. Inzwischen können die Länder selbst über die Höhe bestimmen – und nutzen die bequeme Einnahmequelle natürlich. Allein im letzten Jahr wurden dadurch bundesweit 8,4 Milliarden Euro eingenommen.

Momentan betragen die Steuersätze:

Baden-Württemberg5,0 %
Bayern3,5 %
Berlin6,0 %
Brandenburg5,0 %
Bremen5,0 %
Hamburg4,5 %
Hessen5,0 %
Mecklenburg-Vorpommern5,0 %
Niedersachsen5,0 %
Nordrhein-Westfalen5,0 %
Rheinland-Pfalz5,0 %
Saarland5,5 %
Sachsen3,5 %
Sachsen-Anhalt5,0 %
Schleswig-Holstein6,5 %
Thüringen5,0 %

Zeitpunkt des Notarvertrags maßgeblich

Ob Sie bereits die höhere Steuer zahlen müssen, hängt vom Datum ab, an dem der Notarvertrag für den Immobilienkauf unterzeichnet wurde. Ist dieser noch vor August datiert, zahlen Sie noch 5 Prozent Grunderwerbsteuer. Die Übernahme der Immobilie – also wann Nutzen und Lasten auf Sie übergehen- ist egal.

Beispiel

Herr Maier kauft ein Einfamilienhaus. Der Notarvertrag wurde bereits am 1. Juni 2014 unterzeichnet. Übergang von Nutzen und Lasten ist jedoch erst am 31. August 2014. Folge: Da der Notarvertrag vor dem 1. August 2014 unterzeichnet wurde, bleibt es bei der Festsetzung von nur 5 Prozent Grunderwerbsteuer.

Worauf fällt die Steuer an?

Die Grunderwerbsteuer fällt beim Immobilien-Kauf oder Hausbau an. Die Höhe hängt von der so genannten “Bemessungsgrundlage” ab. Dies ist die Gegenleistung, die der Käufer bezahlt, um ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Dazu gehören:

    • Kaufpreis lt. Vertrag
    • übernommene Verbindlichkeiten (z.B. Hypotheken in valutierter Höhe, Rentenschuld)
    • dem Verkäufer vorbehaltene Nutzungen (Nießbrauchsrecht, Wohnungsrecht)
    • bei Erwerb eines Erbbaurechts, die auf die Laufzeit kapitalisierten Erbbauzinsen
    • die Gebäudeerrichtungskosten, sofern Gegenstand des Erwerbsvorgangs das Grundstück im bebauten (noch zu bebauendem) Zustand ist (sog. einheitliches Vertragswerk).

Nicht einberechnet werden u.a.:

    • die Notariatskosten
    • der auf den vereinbarten Kaufpreis entfallende Wert des mit erworbenen Inventars. Wird Inventar miterworben, sollte hierzu im Vertrag ein Hinweis mit Bezeichnung der Gegenstände und ihnen zuzuordnenden Wertangaben aufgenommen werden.
    • Ausgleich für eine übernommene Instandhaltungsrückstellung

 

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

Auch wenn die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Gewähr für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Aufruf dieser Inhalte begründet mangels Rechtsbindungswillens unsererseits keinerlei Vertragsverhältnis. Außer im Falle von Vorsatz übernehmen wir keine Haftung für etwaige aus der Verwendung der Inhalte resultierende Schäden.

Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

Kommentar hinterlassen