Home-Office im neuen Eigenheim

Diese Kosten können Sie absetzen


Endlich ist das neue Eigenheim bezogen und das Home-Office eingerichtet. Doch ein Blick auf die Kosten lässt die Euphorie schnell schwinden. Aber halb so schlimm: der Fiskus beteiligt sich an Ihrem Home-Office.

Voll und ganz von zu Hause tätig?

Sie arbeiten so gut wie ausschließlich in Ihrem Arbeitszimmer zu Hause? Glückwunsch! Denn egal ob Sie selbstständig sind oder als Angestellter tätig, können Sie alle Kosten absetzen, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrem Arbeitszimmer angefallen. Bei Selbstständigen sind dies Betriebsausgaben, bei Angestellten Werbungskosten.

Wenn Sie nur einen Teil Ihrer Arbeitszeit in den vier Wänden Ihres Home-Offices verbringen, kommt es kommt es auf den „inhaltlichen Schwerpunkt“ Ihrer Tätigkeit an. Ob der Fiskus den Raum als Mittelpunkt anerkennt, bleibt daher immer eine Einzelfallentscheidung. Geht das Finanzamt von einem anderen Mittelpunkt aus, können Sie die Kosten immerhin noch bis zu einem Betrag von 1.250 Euro im Jahr absetzen.

„Häuslich“ muss es sein

Voraussetzung für den Kostenabzug ist, dass das Arbeitszimmer „häuslich“ ist. Darunter versteht das Finanzamt ein Home-Office, das seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre eingebunden ist.

Damit sind meist alle Arbeitszimmer umfasst, die sich in Ihrer Wohnung befinden – ganz egal ob in einem Zimmer, auf dem Dachboden oder in einem Kellerraum.

So berechnen Sie den Kostenabzug

Auf das Verhältnis kommt es an. Zur Berechnung, wie viele Ausgaben Sie ansetzen, müssen Sie den Anteil der Fläche Ihres Arbeitszimmers ins Verhältnis zur gesamten Wohnfläche Ihres Eigenheimes setzen. Hierbei gilt: Je größer Ihr Home-Office im Verhältnis zu Ihrer Gesamtwohnfläche ist, desto mehr Kosten können Sie absetzen.

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Beispiel: Mit einem 18 qm großen Büro bei einer Gesamtfläche Ihres Eigenheimes von 130 qm können Sie 13,84 Prozent der Gesamtkosten absetzen.

Wie bei der Wohnflächenberechnung üblich, gilt auch hier: Dachschrägen werden bei Flächen unter zwei Metern Höhe nur zur Hälfte angerechnet, bei unter einem Meter gar nicht. Auch Balkone und Wintergärten fließen nur hälftig in die Berechnung mit ein. Kellerräume und Dachböden sind außen vor, wenn Sie nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Gleiches gilt für Abstell- und Vorratsräume sowie Treppen.

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Welche Ausgaben mindern Ihre Steuer?

Unterhaltskosten

Diese umfassen die klassischen Betriebskosten. Zu diesen zählen

  • Strom
  • Heizkosten
  • Wasser – und Abwasser
  • Schornsteinfeger
  • Müllabfuhrgebühren
  • Versicherungen ( Hausrat und Wohngebäude)
  • Straßenreinigung
  • Grundsteuer

Beiträge zur Instandhaltungsrücklage sind jedoch nicht absetzbar.

Darlehenszinsen

Haben Sie Ihr neues Eigenheim finanziert, können Sie auch den Zinsanteil, der auf Ihr Arbeitszimmer fällt, steuerlich absetzen. Selbst die mit dem Darlehen zusammenhängenden Kosten wie Gebühren für den Grundbucheintrag oder Schätzkosten gehören dazu.

Renovierungskosten

Auch Renovierungsmaßnahmen mindern Ihre Steuer. Kosten für Fassaden beispielsweise sind in Höhe des Arbeitszimmeranteils abzugsfähig. Dies gilt auch für Renovierungen von gemischt genutzten Flächen – wie Flur oder Treppenhaus.

Wurden hingegen rein privat genutzte Räume wie Küche oder Wohnzimmer einer Erneuerung unterzogen, so bleibt Ihnen der Kostenabzug hier versagt.

Abschreibung

Auch Anschaffungs- und Herstellungskosten Ihrer Eigentumswohnung oder Ihres Hauses, die anteilig auf Ihr Home-Office entfallen, können über die Gebäudenutzungsdauer abgeschrieben werden. Für Neubauten gilt generell die lineare Abschreibung (50 Jahre lang jeweils zwei Prozent der Herstellungskosten).

Ausstattungskosten

Ausgaben für die Einrichtung Ihres Home-Offices können Sie in voller Höhe absetzen. Dazu gehört die komplette Einrichtung wie:

  • Regale
  • Teppich
  • Einbauschrank
  • Gardinen
  • Gardinenleisten
  • Tapete
  • Deckenbeleuchtung

Ebenfalls mit dem Arbeitszimmeranteil abziehbar sind auch weitere Ausgaben für die Wohnung, wie beispielsweise Feuerlöscher, Briefkasten oder der Lohn für die Putzkraft. Aber auch Beratungs- oder Prozesskosten im Zusammenhang mit der Wohnung.

Beruflich genutzte Einrichtungsgegenstände wie Schreibtisch, Bürostuhl, Schreibtischlampe, Telefon oder Bücherschrank können Sie als Arbeitsmittel abziehen.

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Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

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19 Kommentare

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  1. 1
    Stefani Wolf

    Vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel, gehe davon aus, die Regelung ist auch heute noch gültig.
    Bitte erlauben Sie mir eine ergänzende Frage: kann denn der Balkon vor dem Büro, der Flur dorthin, die Küche, etc. anteilig mit zur absetzbaren Bürofläche gerechnet werden oder nur rein die Quadratmeter des Büroraums? Für eine kurze Klärung wäre ich sehr dankbar!

    • 2
      Alexander Müller

      Hallo Frau Wolf,
      nur das eigentliche Büro gehört zur ansetzbaren Bürofläche. Anteilige weitere Berücksichtigung z.B. von Küche und Co wird nicht akzeptiert. Vor allem scheitert es auch daran, dass eine korrekte Aufteilung nicht möglich wäre. Und in solchen Fällen versagt der Gesetzgeber und das Finanzamt die Berücksichtigung bei der Steuer. Wenn ein Balkon nur für das Arbeitszimmer genutzt wird, könnte man diesen eventuell ansetzen. Aber mit Sicherheit müssen Sie das dem Finanzamt dann begründen auf Nachfrage.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  2. 3
    Weddi

    Danke für den ausführlichen Beitrag. Noch eine Rückfrage zur Vorsteuer – Mal angenommen man baut und hat 500k€ für den Bau inkl. aller Arbeiten investiert. 20% der Immobilie sollen gewerblich genutzt werden. Können ich in diesem Fall dann 16k€ als Vorsteuer geltend machen?

    • 4
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrte/geehrter Niki,

      Das hast Du richtig ausgerechnet. Vorsteuer kann man nur geltend machen, wenn man Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist. Bei Immobilien regelt §15 Abs.1b UStG den Vorsteuerabzug. Kurz gesagt, kann man die Vorsteuer abziehen, auf die die gewerbliche Fläche entfällt. Bei Deiner Rechnung wären das also 500.000 (brutto) Herstellungskosten x 20% = 100.000 Euro gewerbliche Nutzung. Daraus die Umsatzsteuer/Vorteuer herausgerechnet sind 100.000 x 19/119 = 15.966,39 Euro.

      Wenn man kein Unternehmer ist, gehört die Umsatzsteuer mit den zu sog. Anschaffungs-/Herstellungskosten.

      Viele Grüße,
      Alexander von der buhl:Redaktion

  3. 6
    Marc

    Lassen sich die Herstellungskosten für ein Arbeitszimmer. (Tapeten, Farben, Teppichboden und Arbeitslöhne) auf mehrere Nutzungsjahre verteilen, bzw. kann bei einem Arbeitszimmer, welches nicht den beruflichen Schwerlunkt bildet, trotzdem der volle Rechnungsbetrag in Höhe von 3.400 EUR im Herstellungsjahr abgesetzt werden?
    Bei der Berechnung der anteiligen Fläche für ein Arbeitszimmer, können die Flächen auch für die Flure abgezogen werden?

  4. 7
    Axel

    Was verstehe ich unter dem Beitrag “Kellerräume und Dachböden sind außen vor, wenn Sie nicht zu Wohnzwecken genutzt werden”, Ich habe mein Arbeitszimmer im Kellerraum eingerichtet. Kann ich dieses dennoch ansetzen?
    Ich habe einen Homeoffice Vertrag und ich arbeite ausschließlich von zuhause. Auch meine Außendiensteinsätze starte ich von hier. Gilt hier die uneingeschränkte Absetzbarkeit, oder nur bis zu 1250,00 EUR

  5. 8
    Sandra Friese

    Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Da muss ich doch glatt mal meine Steuerberatersozietät fragen ob dass eine Möglichkeit für mich wäre. Es gibt hier prima Tipps, weiter so.

  6. 9
    Jens

    Vielen Dank für diesen Artikel. Aber gehört Balkon zur Fassade? Wir haben unseren Balkon erneuern müssen, der Balkon gehört zum Haus, in dem das Arbeitszimmer liegt, wird jedoch privat genutzt (AZ ist im Keller). M.E. sind das Erhaltungsaufwendungen, können diese anteilig auf das AZ angerechnet werden?

  7. 10
    Frielinghaus

    es ist immer wieder schön zu lesen das ein Arbeitszimmer voll Abrechenbar ist,
    leider sehen die Finanzämter immer den Arbeitsmittelpunkt in der Angestellten
    Tätigkeit,der Freiberufler der volle Steuern für seine Freiberufliche und seine
    Angestellten tätigkeit zahlt hat hier keine möglichkeit den vollen Aufwand für
    die Selbstständigkeit ab zu rechnen.Wo hibt es hier Hilfe gegen diese ungerechtigkeit.

  8. 11
    Maria

    Bitte noch eine weitere Frage zum notwendigen Betriebsvermögen des Arbeitszimmers: Wird die selbstständige Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer (aus Altersgründen) vollständig aufgegeben, erfolgt dann eine Entnahme, wie wird sie evtl. berechnet, Gewinnauswirkung?

  9. 12
    Günter

    Vielen Dank für die vielen Steuerspartipps. Ich bin Lehrer und bin jetzt in der Phase der passiven Altersteilzeit. Kann ich weiterhin meine anteiligen Kosten des Arbeitszimmers absetzen bis zum Beginn meiner Altersrente? Vielen Dank schon im Voraus für die Antwort.

  10. 13
    wiso das?

    Vielen Dank für Ihren Artikel!
    Doch finde ich keinen Hinweis darauf, wie sich das Arbeitszimmer steuerlich auswirkt, bei einem Verkauf des Eigenheims. Die sog. Spekulationsfrist (10 Jahre Selbstnutzung) lässt ja einen Verkauf steuerunschädlich zu, auch wenn der Verkaufspreis deutlich höher liegt, als der Anschaffungspreis. Wie ist es mit dem Arbeitszimmer? Gilt hier auch die 10-Jahresfrist?

  11. 14
    Friedhelm Mündemann

    Schöner Artikel. Was ist mit dem Abzug des Arbeitszimmers, wenn es bei Selbstständigen auch privat genutzt wird? Ist es dann auch Betriebsvermögen? Oder nur anteilig?

  12. 15
    Michael

    Schöne klare Gliederung des Artikels, hierzu eine Frage: Wird das Arbeitszimmer bei Selbstsändigen Betriebsvermögen wenn Kosten wie Abschreibung und Finanzierungsaufwendungen als Aufwendungen berücksichtigt werden?

    • 16
      Steuernsparen-Redaktion

      Vielen Dank! Das Arbeitszimmer gehört bei Selbstständigen zum notwendigen Betriebsvermögen, wenn Sie es so gut wie ausschließlich betrieblich nutzen. Ein Wahlrecht gibt es hierbei nicht.
      Eine Ausnahme sollten Sie allerdings beachten: Falls die Fläche nicht mehr als 20 Prozent ausmacht und der anteilige Wert höchstens 20.500 Euro beträgt, kann der Raum als Privatvermögen behandelt werden.

      • 17
        Klaus Bell

        Danke für den Kommentar zur Veranlagung des Arbeitszimmers als Betriebsvermögen. Es wird leider zu wenig darauf aufmerksam gemacht, dass das Veranlagte Arbeitszimmer auch eine große Gefahr darstellt. Wenn Jahre später das Unternehmen aufgegeben wird errechnet das Finanzamt die Wertsteigerung des Arbeitszimmers und rechnet sie dem Gewinn zu. Bei den heutigen Preissprüngen der Immobilienpreise sind das viele tausend EUR, welche dann nachzuzahlen wären.

  13. 18
    Winnie

    Interessanter Beitrag. Vielen Dank! Noch eine Frage bitte:
    Wie verhält es sich bei Rwnovierungen mit der Umsatzsteuer? Kann die auch anteilig als Vorsteuer geltend gemacht werden?

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