Kinderbetreuungskosten

Kinderbetreuungskosten

Max. 4000 Euro als Sonderausgaben abziehbar


Ab 2012 können noch mehr Eltern profitieren. Denn: Grundsätzlich können nun alle Eltern zwei Drittel der Betreuungskosten pro Kind und höchstens 4.000 EUR als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Seit 2006 sind Kosten für die Kinderbetreuung steuerlich besser absetzbar. Doch leider sind die Vorschriften derart kompliziert geraten, dass selbst Fachleute Probleme haben. Zu unterscheiden ist nämlich, ob die Aufwendungen erwerbsbedingt sind oder ob sie in der Privatsphäre der Eltern entstehen. Und im zweiten Fall sind nochmals zwei Unterfälle zu unterscheiden. Bisher sind Kinderbetreuungskosten nur dann als Werbungskosten absetzbar, wenn beide Eltern arbeiten. Alle anderen Eltern müssen besondere persönliche Umstände nachweisen, um die Betreuungskosten als Sonderausgaben absetzen zu können, wie Ausbildung, Krankheit oder Behinderung.

Mit dem „Steuervereinfachungsgesetz 2011“ vom 4.11.2011 wird die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ab 2012 deutlich vereinfacht. Es gelten künftig folgende Regelungen:

  • Die Kosten sind einheitlich nur noch als Sonderausgaben abziehbar.
  • Die Unterscheidung nach erwerbsbedingtem und nicht erwerbsbedingtem Aufwand wird aufgegeben.
  • Die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen spielen keine Rolle mehr.
  • Betreuungskosten werden unterschiedslos für Kinder ab der Geburt bis zum 14. Lebensjahr berücksichtigt.

Kinderbetreuungskosten werden künftig anerkannt, ohne dass es auf persönliche Anspruchsvoraussetzungen bei den Eltern ankommt, wie Erwerbstätigkeit, Ausbildung, Krankheit oder Behinderung. So können mehr Eltern von dem Steuervorteil profitieren. Grundsätzlich können nun alle Eltern zwei Drittel der Betreuungskosten pro Kind und höchstens 4.000 EUR als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dies gilt für alle Kinder bis 14 Jahren sowie bei behinderten Kindern zeitlich unbegrenzt, sofern die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist. Aufgrund der Vereinfachung wird die „Anlage Kind“ um eine ganze Seite schlanker.

Tipp: Falls bisher ein Elternteil bzw. die Alleinerziehende nicht erwerbstätig (sog. Alleinverdiener-Ehen) und auch nicht in Ausbildung, behindert oder krank ist, werden Betreuungskosten nur für Kinder im Kindergartenalter von 3 bis 5 Jahren anerkannt. Künftig sind auch in diesem Fall Kinder von Geburt an bis zum 14. Lebensjahr begünstigt.

Wichtig

Die Betreuungskosten sind künftig also als Sonderausgaben und nicht mehr wie Werbungskosten abziehbar. Damit führen sie nicht mehr zu einer Verringerung der „Einkünfte“. Doch an der Höhe der „Einkünfte“ orientieren sich die Gebührenordnungen vieler Betreuungsstätten. Also ist zu befürchten, dass berufstätige Eltern so in eine höhere Gebührenstufe gelangen und mehr Beiträge zu Kita, Kinderhort oder Kindergarten zahlen müssen.Das „Steuervereinfachungsgesetz 2011“ erhält hierzu folgende Lösung: Wenn außersteuerliche Vorschriften an die Begriffe „Einkünfte“ anknüpfen, mindern sich diese um die als Sonderausgaben abziehbaren Kinderbetreuungskosten. Dies führt nicht nur zu einer Begünstigung bei den Kindergartengebühren, sondern auch beim BAföG und Wohngeld.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar