Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Ab 2015 automatisch


Kapitaleinkünfte sind nicht nur einkommensteuer- sondern auch kirchensteuerpflichtig. Daran hat sich nichts geändert. Ab 2015 wird die Kirchensteuer jedoch automatisch durch die Bank abgeführt.

Kirchensteuer auf Kapitaleinkünfte?

Die Einkommensteuer auf Ihre Kapitaleinkünfte wird bereits seit 2009 durch die Abgeltungsteuer erhoben. Dadurch ist eine Angabe in der Steuererklärung nicht mehr erforderlich – grundsätzlich.  Denn das System funktionierte bisher nur, wenn Sie keiner Kirche angehören .

Bislang lag es in Ihrer Verantwortung die Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung für Zwecke der Kirchensteuer zu erklären. Oder bei Ihrer Bank einen Antrag auf einen automatischen Einbehalt der Kirchensteuer  zu stellen. Dies wird Ihnen ab dem 01. Januar 2015 abgenommen. Die Kirchensteuer wird direkt von der Bank einbehalten und abgeführt. Damit ist Ihre Kirchensteuerschuld beglichen. Das Erhebungsverfahren bei Kapitalerträgen entspricht nun dem bei Lohneinkünften.

Hinweis

Bisher erteilte Freistellungsaufträge gelten auch für die Kirchensteuer.

Warum hat man die Kirchensteuer bisher nicht der Systematik der Abgeltungsteuer unterworfen?

Bereits bei der Einführung der Abgeltungsteuer war geplant die Kirchensteuer durch Steuerabzug zu erheben. Leider war es bisher technisch nicht möglich einen Steuerabzug vorzunehmen. Denn neben Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag umfasst dieser auch die Kirchensteuer. Sechs Jahre später steht jetzt jedoch eine Datenbank zur Verfügung: Diese ermöglicht nun auch den Steuerabzug bei der Kirchensteuer.

Wie läuft das Verfahren ab?

Die verpflichteten Stellen (Banken, Versicherungen, Kapitalgesellschaften usw.) fragen einmal im Jahr beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) Ihr sogenanntes Kirchensteuerabzugsmerkmal (KISTAM) ab. Auf Basis dieses Merkmals erfolgt dann der Einbehalt der Kirchensteuer und die Abführung an Ihre Kirche oder Religionsgemeinschaft.

Das KISTAM ist ein elektronischer Schlüssel. Dieser enthält Informationen über den Kirchensteuersatz (8 oder 9 Porzent) und die steuererhebende Kirche oder Religionsgemeinschaft (z.B. Erzbistum Köln). Gehören Sie keiner Kirche oder Religionsgemeinschaft an, wird dem Abfragenden hingegen ein neutraler Nullwert geliefert. Der Datenabruf erfolgt unter Beachtung der hohen Anforderungen des Datenschutzes. Die Daten dürfen für keinen anderen Zweck verwendet werden. Auch wird dafür Sorge getragen, dass keine anderen Personen auf Ihre Daten zugreifen können.

Bedenken wegen Datenschutz? So verhindern Sie den Datenabruf

Es besteht keine Verpflichtung an dem automatisierten Verfahren teilzunehmen. Sie können dem Datenabruf widersprechen. Dafür müssen Sie beim BZSt einen Sperrvermerk beantragen.

Der Sperrvermerk kann schriftlich auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck eingereicht werden. Den Antrag können Sie gleich hier ausdrucken und dann an das BZSt versenden. Den Weg zum Briefkasten können Sie sich jedoch auch sparen: Legen Sie den Antrag einfach elektronisch ein. Hierzu benötigen Sie lediglich einen Zugang zum BZSt-Online-Portal (BOP). Das Portal erreichen Sie hier.

Wichtig

Der Sperrvermerk für 2015 ist spätestens bis zum 30. Juni 2014 einzulegen. Später eingehende Anträge werden erst ab 2016 berücksichtigt.

Welche Folgen hat der Sperrvermerk?

Das BZSt übermittelt Ihrer Bank anstelle des  KISTAM einen neutralen Nullwert – wie bei Konfessionslosen. Dadurch wird der direkte Einbehalt von Kirchensteuer auf Ihre Kapitalerträge durch die Bank verhindert.

Aber: Die Kirchensteuer auf Ihre Kapitalerträge müssen Sie trotzdem zahlen, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt. Denn das Finanzamt verpflichtet Sie zur Abgabe einer Steuererklärung. Ein Irrglaube ist, durch einen Sperrvermerk um die Kirchensteuer herumzukommen, denn das BZSt informiert den Fiskus über Ihren Sperrvermerk.

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