Leerstand wegen Sanierung

Leerstand wegen Sanierung

Beantragen Sie den Erlass der Grundsteuer


Bei vermieteten oder eigengewerblich genutzten Gebäuden kann man einen teilweisen Erlass der Grundsteuer beantragen. Doch was gilt beim Leerstand wegen einer Sanierung des Gebäudes?

25 Prozent Erlass

Die Grundsteuer kann in Höhe von 25 Prozent erlassen werden, wenn die Ertragsminderung mehr als 50 Prozent beträgt und nicht vom Eigentümer zu vertreten ist.

Die Frage des Verschuldens spielt eine wichtige Rolle, wenn die Ertragsminderung aus einem Leerstand des Gebäudes resultiert. In diesem Fall gilt Folgendes:

 Keine Schuld am Leerstand?

Sie haben die Ertragsminderung nicht zu vertreten, wenn Sie sich nachhaltig um eine Vermietung der Räumlichkeiten zu einem marktgerechten Mietzins bemüht haben. Dabei dürfen Sie keine höhere als die marktgerechte Miete verlangen.

Das nachhaltige Bemühen ist dann anzunehmen, wenn Makler beauftragt werden, Zeitungsanzeigen geschaltet werden oder das Angebot im Internet erscheint.

Freiwillige Sanierung

Beruht der Leerstand des Gebäudes auf Ihrer Entscheidung, die darin befindlichen Wohnungen zunächst nicht zur Vermietung anzubieten und vor einer Neuvermietung grundlegend zu renovieren oder zu sanieren, haben Sie grundsätzlich den Leerstand und folglich die Ertragsminderung zu vertreten.

In diesem Fall beruht der (teilweise) Leerstand nicht auf Umständen, die außerhalb Ihres Einflussbereiches liegen, sondern ist gerade Ausfluss Ihrer Entscheidungsbefugnis.

Im Sanierungsgebiet belegen

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass im Fall der Sanierung und Modernisierung etwas anderes gilt, wenn der sanierungsbedingte Leerstand ein Gebäude betrifft, das in einem städtebaulichen Sanierungsgebiet belegen ist.

Der Eigentümer, dessen Wohngebäude in einem Sanierungsgebiet belegen ist, kann sich der zweckmäßigen und zügigen Durchführung der zur Erfüllung des Sanierungszwecks erforderlichen Baumaßnahmen letztlich nicht entziehen.

Den durch die Sanierung entstehenden Leerstand hat er folglich auch nicht zu vertreten, selbst dann nicht, wenn er die Entscheidung über den Zeitpunkt der Sanierung getroffen hat (Aktenzeichen II R 41/12).

Pflicht zur Sanierung

Wenn ein Grundstück zu einem städtebaulichen Sanierungsgebiet zugeordnet wird, bedeutet dies für den Eigentümer eine zweckmäßige und zügige Sanierung seiner Immobilie. Ist das nicht gewährleistet, kann die Gemeinde für eine Durchführung der Sanierung sorgen und den Eigentümer dazu verpflichten. Eine solche Sanierung führt im Allgemeinen zu einem teilweisen Leerstand des Gebäudes und somit zu Ertragsausfällen.

Antrag bis zum 31.03.2015 stellen!

Falls die Ertragsminderung auf einem Leerstand der Immobilie beruht, dieser Leerstand wegen umfassender Sanierung des Objekts erforderlich ist und das Objekt in einem ausgewiesenen städtebaulichen Sanierungsgebiet liegt, darf Ihnen die Gemeinde bzw. das Finanzamt den 50 Prozent-Erlass der Grundsteuer nicht mehr wegen eigenen Verschuldens verweigern.

Der Antrag auf Grundsteuererlass für das Jahr 2015 muss bis zum 31. März 2016 gestellt werden.

Richten Sie Ihren Antrag an die zuständige Gemeindeverwaltung, in den Bundesländern Berlin, Bremen und Hamburg an das Finanzamt.

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