Neue Ehegattenveranlagung

Neue Ehegattenveranlagung

Gesetzesvereinfachung auf Kosten der Ehepaare


Die bereits mit dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 beschlossene Neuordnung der Ehegattenveranlagung tritt nun ab 2013 in Kraft. Damit gehört die getrennte Veranlagung der Vergangenheit an.

Nur noch vier Veranlagungsformen

Ab dem Veranlagungszeitraum 2013 gibt es für Ehegatten statt der bisherigen sieben Möglichkeiten nur noch vier Veranlagungsformen zur Auswahl:

  • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting
  • Einzelveranlagung mit Grundtarif
  • Verwitwensplitting
  • Sondersplitting im Trennungsjahr

Weg fällt somit die Möglichkeit, die bei Ehegatten am zweithäufigst genutzte Form der getrennten Veranlagung mit Grundtarif zu wählen. Bei dieser Sonderform der Ehegattenveranlagung wurde jeder Ehegatte gesondert veranlagt und auch nur mit seinen eigenen Einkünften versteuert. Ebenso entfällt die besondere Veranlagung mit Grundtarif im Jahr der Eheschließung oder Witwensplitting.

Adieu getrennte Veranlagung

Anstelle der getrennten Veranlagung gibt es nun nur noch die Möglichkeit der Einzelveranlagung. Steuerlich besser gestellt werden die Ehepartner dadurch leider nicht, eher im Gegenteil. Bei der getrennten Veranlagung konnte man noch frei wählen, bei welchem Ehegatten Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen angesetzt werden. Diese Möglichkeit der Steueroptimierung hat der Gesetzgeber nun gestrichen. Nun gilt das Prinzip der Individualbesteuerung. Heißt: Die Aufwendungen können nur noch bei dem Partner angegeben werden, der sie tatsächlich auch bezahlt hat. Einen kleinen Trost gibt es jedoch: Auf Antrag kann man die hälftige Zuordnung der Aufwendung beim anderen Ehegatten fordern. Wenigstens etwas.

Eine weitere Änderung ergibt sich auch bei der zumutbaren Eigenbelastung, die für den Abzug von außergewöhnlichen Belastungen maßgeblich ist. Wurde diese vorher noch vom Gesamtbetrag der Einkünfte beider Ehegatten berechnet, so ist sie bei der neuen Einzelveranlagung nur noch vom Gesamtbetrag der Einkünfte jedes einzelnen Ehegatten abhängig.

Änderung der Veranlagungsart

Die Wahl der Veranlagungsart ist nun für jedes Jahr bindend. Ob Zusammenveranlagung oder Einzelveranlagung- mit bestandskräftigem Einkommensteuerbescheid kann die in der Steuererklärung gewählte Veranlagungsart nur geändert werden, wenn dieser Bescheid aufgehoben, geändert oder berichtigt wird. Zudem muss der Wunsch der Änderung dem Finanzamt bis zur Bestandskraft des neuen Bescheides, also binnen vier Wochen, mitgeteilt werden. Weitere Voraussetzung ist, dass die Steuer bei der gewünschten Veranlagungsform niedriger ist als zuvor. Daher ist dringend geraten, bereits vor Abgabe der Steuererklärung alle möglichen Veranlagungsformen durchzurechnen und die Optimalste frühzeitig auszuwählen. So gilt nun auch bei der Veranlagungsform: Drum prüfe, wer sich ewig bindet.

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