Bogen rund

Neues zum häuslichen Arbeitszimmer

Was gilt bei Pool- und Telearbeitsplätzen?


Homeoffice ist in Deutschland weit verbreitet. Doch nicht jeder kann das häusliche Arbeitszimmer steuermindernd absetzen. Der Bundesfinanzhof äußerte sich nun in zwei neuen Urteilen.

Auf den Arbeitsplatz beim Arbeitgeber kommt es an

Ein Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden können Sie nur dann absetzen, wenn Sie in Ihrer Firma keine ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten haben. Gibt es nur wenige Poolarbeitsplätze mit mehreren Kollegen, sind die Ausgaben für das heimische Arbeitszimmer Werbungskosten. Einigen Sie sich hingegen ohne Not mit ihrem Chef auf einen Telearbeitsplatz, sind die Kosten nicht abzugsfähig. Dies entschied nun der BFH in zwei Urteilen.

Mehr erfahren Sie in unserem Artikel: Arbeitszimmer absetzen

Poolarbeitsplatz

Ein Betriebsprüfer des Finanzamts hatte geklagt: Er teilte sich im Amt mit sieben Kollegen drei Schreibtische. Da er meist zur Prüfung von Unternehmen bei diesen vor Ort war, nutzte er die bereitgestellten Arbeitsplätze jedoch kaum. Die Vor- und Nachbereitungen seiner Tätigkeit erledigte er in seinem heimischen Arbeitszimmer. Die Ausgaben für den Raum setzte er in der Steuererklärung als Werbungskosten an. Doch der Fiskus strich die Kosten. Begründung: Der Betriebsprüfer müsse seine Dienstelle gar nicht täglich aufsuchen – somit sei der Poolarbeitsplatz im Amt völlig ausreichend.

Dagegen klagte der Mann – und bekam Recht: Der Beamte könne seine Innendienstaufgaben nicht gänzlich im Büro erledigen – und das allein sei entscheidend. Der Poolarbeitsplatz sei nämlich nicht für die gesamten Innendienstarbeiten geeignet. Dass sich der Mann nicht um einen eigenen Arbeitsplatz im Amt bemüht hatte, spiele hingegen keine Rolle.

Doch der BFH stellte ausdrücklich klar: Das Urteil gelte nicht für jeden, der sich einen Schreibtisch mit einem Kollegen teilen müsse. Eher sei hier im jeweiligen Einzelfall zu entscheiden – nach ausreichender Anzahl an Poolarbeitsplätzen, dienstlicher Nutzungseinteilung etc. (Aktenzeichen VI ZR 37/13).

Telearbeitsplatz

Im zweiten Fall hatte ein Oberregierungsrat geklagt. Mit seinem Dienstherrn vereinbarte er, dass er montags und freitags von zu Hause aus arbeite. Arbeitsmittel und Büroausstattung zahlte der Dienstherr, Kosten für die Räumlichkeiten der Beamte. Diese Ausgaben wollte der Mann steuerlich absetzen. Doch das Finanzamt strich auch hier die Kosten.

Zu Recht, wie jetzt der BFH urteilte. Schließlich hätte er an den vereinbarten Tagen genauso gut im Büro seines Arbeitgebers arbeiten können. Ihm habe dieser Arbeitsplatz ja zur Verfügung gestanden. Ihm war es weder untersagt, den dienstlichen Arbeitsplatz jederzeit zu nutzen (auch nicht an den eigentlich häuslichen Arbeitstagen) noch sei die Nutzung seines dienstlichen Arbeitsplatzes in irgendeiner Weise tatsächlich eingeschränkt worden (Aktenzeichen VI ZR 49/12).

 

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