Pauschalen: Die wichtigsten Pauschbeträge für Ihre Steuer 2017

Pauschalen: Die wichtigsten Pauschbeträge für Ihre Steuer 2017

Wie Sie Arbeitsmittel und Co absetzen


Optimieren Sie Ihre Steuererklärung 2017: Wir haben die wichtigsten Pauschalen für Sie zusammengefasst. So sparen Sie ordentlich Steuern.

Machen Sie es sich leicht: mit Pauschbeträgen

Mit einem Pauschbetrag können Sie einen bestimmten Betrag pauschal von der Steuer absetzen. Dies dient der Steuervereinfachung. Das Beste an Pauschalen: Das Finanzamt will hierüber meist keine Belege sehen.

Haben Sie tatsächlich höhere Kosten als den Pauschbetrag? Dann können Sie selbstverständlich diese Kosten von der Steuer absetzen. Doch diese müssen Sie wiederum mit Nachweisen wie Quittungen oder Kaufverträgen belegen können.

Hinweis

Ab der Steuererklärung für 2017 müssen Sie die Belege nicht mehr direkt mit Ihrer Steuererklärung einreichen. Die Finanzämter fordern dann erst bei der Bearbeitung fehlende Belege nach.

Werbungskosten-Pauschbetrag für Arbeitnehmer: 1.000 Euro

Alle Ausgaben, die durch Ihren Beruf veranlasst wurden, können Sie grundsätzlich als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen. Selbst wenn Sie nicht viele berufliche Ausgaben im letzten Jahr hatten, wird Ihnen pauschal ein Betrag abgezogen: der Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.000 Euro.

Hatten Sie jedoch höhere Ausgaben, mindert der höhere Betrag Ihre Steuer. Beantragen müssen Sie die 1.000 Euro-Pauschale nicht. Das Finanzamt zieht diese automatisch bei der Steuerberechnung von Ihrem Arbeitslohn ab.

Wichtig

Auch wenn Sie im Jahr 2017 nur ein paar Monate angestellt waren, wird Ihnen die volle Pauschale von 1.000 Euro angerechnet.

Werbungskosten-Pauschale für Rentner: 102 Euro

Auch Rentner haben einen Werbungskosten-Pauschbetrag, der die Steuer mindert. Die Pauschale beträgt 102 Euro im Jahr. Diese zieht das Finanzamt automatisch von Ihren steuerpflichtigen Renteneinnahmen ab. Wenn Sie höhere Ausgaben nachweisen können, können Sie diesen Betrag bei Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Tipp: Welche Optimierungsmöglichkeit Rentner sonst noch haben, zeigt Ihnen unser Video.

Pendlerpauschale: 30 Cent je Kilometer

Die Pendlerpauschale – im Steuersprech „Entfernungspauschale“ genannt – können Sie für Ihren Weg zur Arbeit in Anspruch nehmen. Für jeden Entfernungskilometer zwischen Ihrer Wohnung und dem Arbeitsplatz können Sie sich 30 Cent ansetzen. Wichtig: Das Finanzamt erkennt nur die einfache Strecke der kürzesten Straßenverbindung an. Längere Strecken können Sie wegen verkehrsgünstigerer Gründe belegen – im Einzelfall muss Ihr Sachbearbeiter darüber entscheiden.

Die Entfernungspauschale wird unabhängig vom Verkehrsmittel gewährt. So können Sie als Fußgänger, Radler, Motorrad-, Bus- und Bahnfahrer, Autofahrer sowie Beifahrer stets 30 Cent je Kilometer absetzen. Ausgenommen sind Flüge.

Sie können in Ihrer Steuererklärung für Fahrten zur Arbeit grundsätzlich bis zu 4.500 Euro im Jahr ansetzen. Hiervon gibt es zwei Ausnahmen. Erstens Pendler, die die Fahrt zur Arbeit mit dem Auto zurücklegen. Hier darf der Höchstbetrag überschritten werden. Das ist ab 66 km einfacher Strecke der Fall. Die andere Ausnahme sind Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Liegen die Kosten für Fahr- und Monatskarten höher als 4.500 Euro dürfen diese abgesetzt werden.

Wichtig

Bereits ab einer Entfernung von 15 Kilometern liegen Ihre Kosten über der Arbeitnehmerpauschale von 1.000 Euro (bei üblichen 230 Arbeitstagen). Daher ist der Ansatz der Fahrtkosten bares Geld wert!

Arbeitsmittel: 110 Euro

Wer viele kleine Ausgabenpunkte für Arbeitsmittel im Jahr hatte, kann sich in der Einkommensteuererklärung die Pauschale für Arbeitsmittel ansetzen. Diese beträgt 110 Euro, die Sie sich bei den Werbungskosten in der Anlage N, Zeile 41 ansetzen können. Selbst wenn Sie privat keine Ausgaben für Ihren Beruf hatten, können Sie sich den Pauschbetrag ansetzen.

Kontoführungsgebühr: 16 Euro

Da Arbeitnehmer ein Girokonto für die Überweisung des Gehaltes benötigen, akzeptiert der Fiskus pauschal 16 Euro Kontoführungsgebühr im Jahr. Diese werden als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abgezogen. Einzige Voraussetzung: für das Konto müssen tatsächlich Kontoführungsgebühren angefallen sein. Bei Gratisgirokonten gibt es den Abzug also eigentlich nicht.

Tragen Sie die Pauschale in der Anlage N, Zeile 46 ein.

Verpflegungsmehraufwand: bis zu 24 Euro

Haben Sie im letzten Jahr außerhalb Ihrer ersten Tätigkeitsstätte gearbeitet? Dann können Sie sich Mehraufwendungen für Verpflegung ansetzen, sofern Sie diese nicht von Ihrem Arbeitgeber steuerfrei erstattet bekommen haben.

Die Pauschbeträge sind dabei abhängig von Ihrer Abwesenheit von zu Hause und Ihrer Arbeit:

  • 24 Stunden Abwesenheit: 24 Euro
  • 8 Stunden Abwesenheit: 12 Euro
  • An- und Abreisetag: 12 Euro

Bei Auslandsreisen gelten andere Pauschalen – die Pauschbeträge für die Steuererklärung  können Sie hier nachlesen.

Bewerbungskosten: bis zu 8,50 Euro

Pro erstellter und versendeter Bewerbungsmappe können Sie 8,50 Euro ohne Nachweis ansetzen, für jede Onlinebewerbung 2,50 Euro. Tragen Sie die Pauschale in der Anlage N, Zeile 46 ein. Falls Ihr Finanzamt nachfragt: So hat es das Finanzgericht Köln mit dem Aktenzeichen 7 K 932/03 entschieden

Reinigung der Arbeitskleidung

Sie tragen während Ihrer Arbeit typische Berufskleidung– zum Beispiel Labormäntel, Ärztekittel, Amtstrachten oder Uniformen? Hier können Sie Ihre Waschkosten von der Steuer absetzen. Geben Sie Ihre Arbeitskleidung in der Wäscherei ab, setzen Sie die tatsächlichen Kosten an. Waschen Sie zu Hause, rechnen Sie pro Waschgang wie folgt:

 1-Personen-Haushalt2-Personen-Haushalt3-Personen-Haushaltab 4-Personen-Haushalt
Wäsche waschen:
Kochwäsche 95 Grad0,77 €0,50 €0,43 €0,37 €
Buntwäsche 60 Grad0,76 €0,48 €0,41 €0,35 €
Pflegeleicht-Wäsche0,88 €0,60 €0,53 €0,47 €
Wäsche trocknen:
Ablufttrockner0,41 €0,26 €0,23 €0,19 €
Kondenstrockner0,55 €0,34 €0,29 €0,24 €
Bügeln:
Bügeleisen0,07 €0,05 €0,05 €0,05 €

Tragen Sie den errechneten Betrag in der Anlage N, Zeile 41 ein.

Telefonkosten: 240 Euro

Nutzen Sie Ihr Handy oder Festnetztelefon auch beruflich? Dann können Sie 20 Prozent der monatlichen Telefonrechnungen aber höchstens 20 Euro pro Monat in Ihrer Steuererklärung in der Anlage N, Zeile 46 eintragen.

Einen Anspruch auf Anerkennung dieser Pauschale haben Sie jedoch nicht. Generell gilt hier: Je besser Sie Ihre berufliche Telefonnutzung belegen können, desto wahrscheinlicher anerkennt es das Finanzamt.

Umzugspauschale: bis zu 1.528 Euro

Sie sind in 2017 aus beruflichen Gründen umgezogen? Ohne Nachweis von Rechnungsbelegen können Sie folgende Pauschalen in der Anlage N, Zeile 46 geltend machen:

Umzug vom 01.01.2017-31.01.2017

  • Single: 746 Euro
  • Verheiratete: 1.493 Euro
  • Erhöhungsbetrag pro Kind und sonstige Angehörige: 329 Euro

Umzug ab 01.02.2017

  • Single: 764 Euro
  • Verheiratete: 1.528 Euro
  • Erhöhungsbetrag pro Kind und sonstige Angehörige: 337 Euro

Wichtig

Falls Sie in den vergangenen zwei Jahren bereits einmal aus beruflichen Gründen umgezogen sind, erhöht sich die Pauschale um 50 Prozent.

Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 Euro

Sie sind weder in der Kirche, noch bezahlen Sie Unterhalt, Schulgeld oder sonstige Sonderausgaben? Dann zieht Ihnen das Finanzamt automatisch einen Pauschbetrag von 36 Euro (bei Eheleuten 72 Euro) von Ihrem Gesamtbetrag der Einkünfte ab. Beantragen müssen Sie dies nicht.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: 1.908 Euro

Alleinerziehende werden vom Finanzamt mit dem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende unterstützt. Wenn Sie Steuerklasse II haben, erhalten Sie den Entlastungsbetrag automatisch. Den Freibetrag erhalten Sie, wenn Sie

  • alleinerziehend sind.
  • mit (mind.) einem Kind in einem Haushalt wohnen, für das Sie Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag haben.
  • in Deutschland wohnen.

Sind die Bedingungen erfüllt, beträgt der Entlastungsbetrag 1.908 Euro wenn ein Kind alleine erzogen wird. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Betrag um 240 Euro.

Pauschbetrag bei Behinderung: bis zu 3.700 Euro

Je nach Grad der Behinderung steht Ihnen jährlich ein Pauschbetrag zur Verfügung. Damit sind alle Ausgaben abgegolten, die Ihnen durch Ihre Behinderung typischerweise entstehen. Beantragen Sie den Behinderten-Pauschbetrag im Mantelbogen ab Zeile 61.

Grad der BehinderungBehinderten-Pauschbetrag
von 25 und 30310 €
von 35 und 40430 €
von 45 und 50570 €
von 55 und 60720 €
von 65 und 70890 €
von 75 und 801.060 €
von 85 und 901.230 €
von 90 und 1001.420 €
Hilfloseerhöhter Pauschbetrag von 3.700 €
Blindeerhöhter Pauschbetrag von 3.700 €

Pflege-Pauschbetrag: 924 Euro

Pflegen Sie einen Angehörigen? Dann steht Ihnen unter folgenden Voraussetzungen ein Steuervorteil von 924 Euro im Jahr zu.

  • Die gepflegte Person hat Pflegegrad 4 oder Merkzeichen „H“.
  • Sie pflegen die Person in der Wohnung der pflegebedürftigen Person oder in Ihrer eigenen Wohnung.
  • Sie bekommen für die Pflege weder Pflegegeld noch sonstige Vergütungen.
Teilen Sie sich die Pflege eines Angehörigen mit einer anderen Person? Dann steht Ihnen je der hälftige Pauschbetrag zu.

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