Pauschalen für die Steuer 2018

Pauschalen für die Steuer 2018

Diese Pauschbeträge sollten Sie kennen


Optimieren Sie Ihre Steuererklärung 2018: Wir haben die wichtigsten Pauschalen für Sie zusammengefasst. So sparen Sie ordentlich Geld.

Pauschalen erleichtern die Steuererklärung 

Mit einem Pauschbetrag können Sie einen bestimmten Betrag pauschal von der Steuer absetzen. Das Beste dran: Das Finanzamt will meist keine Belege dafür sehen. Haben Sie tatsächlich höhere Kosten als den Pauschbetrag? Dann können Sie selbstverständlich diese Kosten geltend machen. Diese müssen Sie mit Nachweisen wie Quittungen oder Kaufverträgen belegen können.

Ab der Steuererklärung für 2017 müssen Sie die Belege nicht mehr direkt mit Ihrer Steuererklärung einreichen. Die Finanzämter fordern erst bei der Bearbeitung fehlende Belege nach. Bewahren Sie diese also mindestens noch einen Monat nach Erhalt des Bescheides. Eine Empfehlung zur Belegvorlage finden Sie hier.

Werbungskosten-Pauschale für Arbeitnehmer: 1.000 Euro

Alle Ausgaben, die beruflich veranlasst sind, können Sie grundsätzlich als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen. Selbst wenn Sie nicht viele davon im letzten Jahr hatten, wird Ihnen pauschal der Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.000 Euro abgezogen.

Haben Sie jedoch mehr Geld in die Hand genommen, mindert der höhere Betrag Ihre Steuer. Beantragen müssen Sie die 1.000 Euro-Pauschale nicht, das Finanzamt zieht diese automatisch bei der Steuerberechnung von Ihrem Arbeitslohn ab.

Übrigens: Auch wenn Sie im Jahr 2018 nur ein paar Monate angestellt waren, wird Ihnen die volle Pauschale von 1.000 Euro angerechnet.

Werbungskosten-Pauschale für Rentner: 102 Euro

Auch für Rentner gibt es eine Pauschale: 102 Euro im Jahr. Diese zieht das Finanzamt automatisch von Ihren steuerpflichtigen Renteneinnahmen ab. Und auch hier gilt: Können Sie höhere Ausgaben nachweisen, können Sie diesen Betrag bei Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Tipp: Welche Optimierungsmöglichkeit Rentner sonst noch haben, zeigt Ihnen unser Video.

Pendlerpauschale: 30 Cent je Kilometer

Die Pendlerpauschale – im Steuersprech „Entfernungspauschale“ genannt – können Sie für Ihren Weg zur Arbeit in Anspruch nehmen. Für jeden Entfernungskilometer zwischen Ihrer Wohnung und dem Arbeitsplatz gibt es 30 Cent ansetzen. Wichtig: Das Finanzamt erkennt nur die einfache Strecke der kürzesten Straßenverbindung an. Längere Strecken können Sie nur geltend machen, wenn Sie belegen können, dass diese verkehrsgünstiger sind. Im Einzelfall muss Ihr Sachbearbeiter darüber entscheiden.

Die Entfernungspauschale wird unabhängig vom Verkehrsmittel gewährt. So können Sie als Fußgänger, Radler, Motorrad-, Bus- und Bahnfahrer, Autofahrer sowie Beifahrer 30 Cent je Kilometer absetzen. Ausgenommen sind Flüge.

Grundsätzlich können Sie in Ihrer Steuererklärung für Fahrten zur Arbeit bis zu 4.500 Euro im Jahr ansetzen. Hiervon gibt es zwei Ausnahmen:

  • Berufspendler, die die Fahrt zur Arbeit mit dem Auto zurücklegen: Hier darf der Höchstbetrag überschritten werden. Das ist ab 66 km einfacher Strecke der Fall.
  • Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln: Haben Sie für Fahr- und Monatskarten mehr als 4.500 Euro ausgegeben, dürfen die tatsächlichen Kosten absetzen.
Bereits ab einer Entfernung von 15 Kilometern liegen Ihre Kosten über der Arbeitnehmerpauschale von 1.000 Euro (bei üblichen 230 Arbeitstagen). Daher ist der Ansatz der Fahrtkosten bares Geld wert!

Arbeitsmittel: 110 Euro

Tischlampe, Heftklammern oder das Fachbuch für Makroökonomie – das alles sind Arbeitsmittel, für die Sie eine Pauschale von 110 Euro ansetzen dürfen. Die Angaben gehören zu den Werbungskosten in der Anlage N. Selbst wenn Sie privat keine Ausgaben für den Job hatten, können Sie den Pauschbetrag ansetzen.

Kontoführungsgebühr: 16 Euro

Da Arbeitnehmer ein Girokonto für die Überweisung des Gehalts benötigen, akzeptiert der Fiskus pauschal 16 Euro Kontoführungsgebühren im Jahr. Diese werden als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abgezogen. Einzige Voraussetzung: Für das Konto müssen tatsächlich Kontoführungsgebühren angefallen sein. Tragen Sie die Pauschale in der Anlage N ein.

Verpflegungspauschale: bis zu 24 Euro

Haben Sie im letzten Jahr außerhalb Ihrer ersten Tätigkeitsstätte gearbeitet? Dann können Sie Mehraufwendungen für Verpflegung ansetzen, sofern Sie diese nicht von Ihrem Arbeitgeber steuerfrei erstattet bekommen haben.

Die Pauschbeträge sind dabei abhängig von Ihrer Abwesenheit von zu Hause und Ihrer Arbeit:

  • 24 Stunden Abwesenheit: 24 Euro
  • 8 Stunden Abwesenheit: 12 Euro
  • An- und Abreisetag: 12 Euro
Bei Auslandsreisen gelten andere Pauschalen für die Steuererklärung  – wie hoch diese für 2019 sind, können Sie hier nachlesen.

Bewerbungskosten: bis zu 8,50 Euro

Auch bei Bewerbungskosten gibt es Geld zurück. Ohne Nachweis können Sie in der Anlage N ansetzen:

  • pro Bewerbungsmappe aus Papier: 8,50 Euro;
  • pro Onlinebewerbung rund 2,50 Euro.

Reinigung der Arbeitskleidung

Sie tragen während Ihrer Arbeit typische Berufskleidung – wie Labormäntel, Ärztekittel, Amtstrachten oder Uniformen? Gute Nachrichten: Sie können Ihre Waschkosten von der Steuer absetzen. Geben Sie Ihre Arbeitskleidung in der Wäscherei ab, setzen Sie die tatsächlichen Kosten an. Waschen Sie zu Hause, rechnen Sie pro Waschgang wie folgt:

 1-Personen-Haushalt2-Personen-Haushalt3-Personen-Haushaltab 4-Personen-Haushalt
Waschen
Kochwäsche 95 Grad0,77 €0,50 €0,43 €0,37 €
Buntwäsche 60 Grad0,76 €0,48 €0,41 €0,35 €
Pflegeleicht-Wäsche0,88 €0,60 €0,53 €0,47 €
Trocknen
Ablufttrockner0,41 €0,26 €0,23 €0,19 €
Kondenstrockner0,55 €0,34 €0,29 €0,24 €
Bügeln
Bügeleisen0,07 €0,05 €0,05 €0,05 €

Tragen Sie den errechneten Betrag in der Anlage N ein.

Telefonkosten: 240 Euro

Nutzen Sie Ihr Smartphone oder Festnetztelefon auch beruflich? Dann können Sie 20 Prozent der monatlichen Telefonrechnungen, aber höchstens 20 Euro pro Monat in Ihrer Steuererklärung in der Anlage N eintragen.

Einen Anspruch auf Anerkennung dieser Pauschale haben Sie jedoch nicht. Generell gilt hier: Je besser Sie Ihre berufliche Telefonnutzung belegen können, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Finanzamt es anerkennt.

Umzugspauschale: bis zu 1.573 Euro

Sie sind in 2018 aus beruflichen Gründen umgezogen? Ohne Nachweis von Rechnungen können Sie folgende Pauschalen in der Anlage N geltend machen:

Beendigung des Umzugs abPauschale
für Verheiratete
Pauschale
für Ledige
Erhöhungsbetrag
für weitere Personen
01.03.2018 1.573 €787 €347 €
01.04.20191.622 €811 €357 €
ab 01.03.20201.639 €820 €361 €
Falls Sie in den vergangenen zwei Jahren bereits aus beruflichen Gründen umgezogen sind, erhöht sich die Pauschale um 50 Prozent.

Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 Euro

Sie sind weder in der Kirche, noch bezahlen Sie Unterhalt, Schulgeld oder sonstige Sonderausgaben? Dann zieht Ihnen das Finanzamt automatisch einen Pauschbetrag von 36 Euro (bei Eheleuten 72 Euro) von Ihrem Gesamtbetrag der Einkünfte ab. Beantragen müssen Sie dies nicht.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: 1.908 Euro

Ziehen Sie ein Kind oder mehrere Kinder alleine groß, unterstütz Sie das Finanzamt mit dem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Bei Steuerklasse II, erhalten Sie den Entlastungsbetrag automatisch. Den Freibetrag erhalten Sie, wenn Sie:

  • alleinerziehend sind;
  • mit (mind.) einem Kind in einem Haushalt wohnen, für das Sie Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag haben;
  • in Deutschland wohnen.

Sind die Bedingungen erfüllt, beträgt der Entlastungsbetrag 1.908 Euro, wenn ein Kind alleine erzogen wird. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Betrag um 240 Euro.

Pauschbetrag bei Behinderung: bis zu 3.700 Euro

Je nach Grad der Behinderung steht Ihnen jährlich ein Pauschbetrag zur Verfügung. Damit sind alle Ausgaben abgegolten, die Ihnen durch Ihre Behinderung typischerweise entstehen. Beantragen Sie den Behinderten-Pauschbetrag im Mantelbogen ab Zeile 61.

Grad der BehinderungBehinderten-Pauschbetrag
von 25 und 30310 €
von 35 und 40430 €
von 45 und 50570 €
von 55 und 60720 €
von 65 und 70890 €
von 75 und 801.060 €
von 85 und 901.230 €
von 90 und 1001.420 €
Hilfloseerhöhter Pauschbetrag von 3.700 €
Blindeerhöhter Pauschbetrag von 3.700 €

Pflege-Pauschbetrag: 924 Euro

Pflegen Sie einen Angehörigen? Dann steht Ihnen unter folgenden Voraussetzungen ein Steuervorteil von 924 Euro im Jahr zu:

  • die gepflegte Person hat Pflegegrad 4 oder Merkzeichen „H“;
  • Sie pflegen die Person in der Wohnung der pflegebedürftigen Person oder in Ihrer eigenen Wohnung;
  • Sie bekommen für die Pflege weder Pflegegeld noch sonstige Vergütungen.
Teilen Sie sich die Pflege eines Angehörigen mit einer anderen Person? Dann steht Ihnen je der hälftige Pauschbetrag zu.

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