Pauschbetrag bei Kinder mit Behinderung

Was gilt wann?


Auch behinderte Kinder haben – wie erwachsene behinderte Menschen – Anspruch auf einen Behinderten-Pauschbetrag. Seine Höhe richtet sich nach dem Grad der Behinderung.

Übertragung des Pauschbetrags

Falls das Kind davon aber keinen Gebrauch macht, können die Eltern den Behinderten-Pauschbetrag des Kindes auf sich übertragen lassen. Wenn die Eltern diesen Pauschbetrag des Kindes in Anspruch nehmen, ist die Frage, ob damit sämtliche behinderungsbedingten Aufwendungen für das Kind abgegolten sind, oder ob die Eltern eigene Aufwendungen zugunsten des Kindes, z. B. für eine Heimunterbringung, zusätzlich als außergewöhnliche Belastungen absetzen dürfen.

Bisher: “Entweder-oder-Prinzip”

Bisher waren die Finanzämter rigoros und ließen den Abzug außergewöhnlicher Belastungen neben dem Behinderten-Pauschbetrag nicht zu. Es galt das “Entweder-oder-Prinzip”: Entweder Inanspruchnahme des Behinderten-Pauschbetrages oder Nachweis der behinderungsbedingten Aufwendungen.

Nun ist in den neuen Einkommensteuerrichtlinien 2012 geregelt, dass Eltern unabhängig von einer Übertragung des Behinderten-Pauschbetrages ihre eigenen behinderungsbedingten Aufwendungen für das behinderte Kind als außergewöhnliche Belastungen absetzen können.

Jetzt: “Sowohl-als-auch-Prinzip”

Nun gilt nicht mehr das “Entweder-Oder-Prinzip”, sondern das “Sowohl-als auch-Prinzip”: Die Eltern eines behinderten Kindes können sowohl den Behinderten-Pauschbetrag des Kindes in Anspruch nehmen als auch ihre eigenen behinderungsbedingten Aufwendungen für das Kind als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Denn der Behinderten-Pauschbetrag soll nur die Aufwendungen des Kindes abgelten (so auch Urteil des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI R 61/08).

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