Pflicht zur Steuererklärung

Auch bei Verlusten über 410 Euro?


Zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung sind Sie verpflichtet, wenn Sie beispielsweise neben Ihrem Gehalt oder Versorgungsbezügen weitere positive Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen haben. Doch was ist bei einem Verlust von 410 Euro?

Bei positiven Einkünften beträgt die Abgabefrist bis zu sieben Jahre. Auch kann das Finanzamt eine Veranlagung von Amts wegen noch bis zu sieben Jahre nach dem Steuerjahr durchführen muss. Die Frage ist, ob eine Abgabefrist und Veranlagungspflicht von sieben Jahren ebenfalls besteht, wenn Verluste von mehr als 410 Euro vorliegen.

Hin und Her

Der Bundesfinanzhof hatte einst eine verpflichtende Erklärungsabgabe bei negativen Nebeneinkünften von mehr als 410 Euro bejaht (Urteil des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI R 52/04). Daraufhin aber hat der Gesetzgeber gesetzlich festgeschrieben, dass ab 2007 eine Veranlagungspflicht nur für positive Einkünfte über 410 Euro gilt.

Keine Pflicht bei Verlusten

Jetzt hat der Bundesfinanzhof bestätigt, dass nach neuer Gesetzeslage die siebenjährige Abgabefrist und Veranlagungspflicht nur bei einer positiven Summe von Nebeneinkünften über 410 Euro anzuwenden ist und dies auch rückwirkend für die Jahre vor 2007 gilt. Bei negativen Nebeneinkünften ohne Lohnsteuerabzug besteht die Möglichkeit einer Antragsveranlagung und damit eine Abgabefrist von nur vier Jahren (Urteil des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI R 32/12).

Steuerberatung?

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