Bogen rund

Spenden ins Ausland

K(l)eine Besserung in Sicht


Die Finanzämter stellen bei Spenden ins europäische Ausland hohe Anforderungen an den Nachweis der Gemeinnützigkeit des Empfängers. Doch das könnte sich bald ändern.

Im Inland einfacher

Im deutschen Steurrecht wird unterschieden, ob sich der Spendenempfänger im Inland oder Ausland befindet. Bei einer Spende an eine deutsche Organisation genügt die Vorlage der Spendenbescheinigung. Voraussetzung ist, dass der Empfänger gemeinnützig, mildtätig oder religiös tätig ist. Bei Spenden unter 200 € oder in Katastrophenfällen reicht der Überweisungsträger aus.

Diese Vereinfachung liegt daran, dass der Spendenempfänger gegenüber seinem zuständigen Finanzamt regelmäßig nachweisen muss, dass er gemeinnützig, mildtätig oder religiös tätig ist. Nur wenn das der Fall ist, dürfen Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

EU oder nicht EU?

Bei Spenden ins Ausland sieht es hingegen anders aus: Spenden an Organisationen, die nicht in der EU liegen, zum Beispiel in der Schweiz, werden gar nicht berücksichtigt. Seit 2007 sind auch Spenden an Organisationen im EU-Ausland abzugsfähig. Dabei muss allerdings der Spendende bei jeder Spende nachweisen, dass der Empfänger nach deutschem Recht gemeinnützig, mildtätig oder religiös tätig ist.

Nachweis bei Spenden in die EU

Folgende Dokumente dienen zum Nachweis der Gemeinnützigkeit:

  • Satzung
  • Tätigkeitsbericht
  • Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben
  • Kassenbericht
  • Vorstandsprotokolle

In der Praxis wird Ihnen die Vorlage solcher Dokumente schwerfallen, da diese nicht einfach zu erhalten sind. Das Finanzamt wird somit den Sonderausgabenabzug ablehnen. Dagegen wurde jetzt vor dem Finanzgericht Düsseldorf geklagt. Auch das Finanzgericht verwehrte den Sonderausgabenabzug (Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf, Aktenzeichen 11 K 2439/10). Der Fall wird wahrscheinlich vor den Bundesfinanzhof (BFH) landen.

Da hier deutsche und nicht-deutsche Organisationen unterschiedlich behandelt werden, wird sich wohl auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit dieser Frage beschäftigen müssen. Die letzte Rechtsprechung des EuGH zu diesem Thema hat zu der Gesetzesänderung ab 2007 geführt. Es bleibt also zu hoffen, dass die Ungleichbehandlung von deutschen und EU-Spenden aufgehoben wird.

So klappt es trotzdem

Wenn Sie in der Vergangenheit an eine Organisation im Ausland gespendet haben und die erforderlichen Nachweise nicht erbringen, geben Sie die Spenden dennoch in Ihrer Steuererklärung an. Nachdem das Finanzamt diese Zuwendungen gestrichen hat, legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie ein Ruhen des Verfahrens mit Hinweis auf das anhängige Verfahren vor dem BFH. Das Finanzamt wird dann Ihren Bescheid ändern, sobald der Bundesfinanzhof über den Fall entschieden hat.

Tipp: Um künftig Streit mit dem Finanzamt zu vermeiden, können Sie an deutsche Niederlassungen ausländischer Organisationen spenden. Wenn die Niederlassung in Deutschland steuerlich anerkannt ist, wird Ihre Spende steuerlich berücksichtigen und Sie haben dennoch die Organisation Ihres Vertrauens unterstützt.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

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2 Kommentare

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  1. 1
    Steffen F.

    Der Artikel ist schon ein paar Jahre alt. Hat der BFH oder der EuGH mittlerweile ein Urteil gesprochen und Klarheit geschaffen was die Absetzbarkeit von Spenden ins EU-Ausland angeht?

    • 2
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      tatsächlich hat der BFH am 21.01.2015 unter dem Aktenzeichen X R 7/13 das entsprechende Urteil gefällt. Zusammenfassend steuert der BFH dem Finangericht in seiner Entscheidung bei. Es sei nicht unionsrechtswidrig entsprechende Nachweise für die Steuerbegünstigung einer Stiftung im EU-Ausland zu verlangen. In den Leitsätzen des Urteils lautet es:
      “1. Die Anforderung eines bereits erstellten und bei der ausländischen Stiftungsbehörde eingereichten Tätigkeits- oder Rechenschaftsberichts durch die Finanzverwaltung bzw. durch das FG ist eine unionsrechtlich zulässige Maßnahme der Steueraufsicht. Sie ist sowohl geeignet als auch erforderlich sowie angemessen, um beurteilen zu können, ob die ausländische Stiftung die Voraussetzungen des § 63 AO erfüllt.
      2. Aus unionsrechtlichen Gründen kann nicht verlangt werden, dass die Zuwendungsbestätigung einer ausländischen Stiftung dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck gemäß § 50 EStDV entspricht. Zu den notwendigen Bestandteilen der Zuwendungsbestätigung einer ausländischen Stiftung gehört aber, dass die ausländische Stiftung bescheinigt, sie habe die Spende erhalten, verfolge den satzungsgemäßen gemeinnützigen Zweck und setze die Spende ausschließlich satzungsgemäß ein.”

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

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