Spirituelle Dienstleistung

Spirituelle Dienstleistung

Nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig


Die Geschäftsführer eines Einzelhandels engagierten einen spirituellen Dienstleister. Dieser nahm Kontakt zu Gott auf, in der Hoffnung, dass mehr Kunden in das Geschäft kommen mögen. Doch das Finanzamt versagte den Abzug der göttlichen Unterstützung.

Gott sei Dank mehr Kunden?

Geklagt hatten die Eigentümer eines Einzelhandels von Uhren, Edelmetallen und Schmuck. Liefen die Geschäfte schlecht, beauftragten sie einen spirituellen Dienstleister. Dieser setzte sich mental mit dem Sachverhalt seiner Auftraggeber auseinander – und nahm Kontakt zu „dem höchsten Gott“ auf.

Dadurch versuchte er, den Umsatz pauschal in die Höhe zu lenken bzw. mehr Kunden in das Geschäft zu leiten. Die Kosten hierfür machten die Geschäftsführer als Betriebsausgaben geltend. Doch weder Finanzamt noch Finanzgericht ließen sich vom Einfluss der göttlichen Macht überzeugen –  und strichen die Kosten (Aktenzeichen 12 K 759/13).

Private Mitveranlassung

Begründung der Richter: Ladenbesitzer und spiritueller Dienstleister stehen bereits seit den Achzigerjahren in privaten Kontakt. Dies spreche eindeutig für eine private Veranlassung der Ausgaben. Objektive Anzeichen, die auf die vom Kläger erklärten betrieblichen Zwecke hinweisen, konnten nicht vorgelegt werden.

Erfolg nicht nachweisbar

Auch sei kein objektiver Zusammenhang zwischen der Dienstleistung und einer Umsatzsteigerung erkennbar. Während bei Print- oder Fernsehwerbung der Erfolg noch wissenschaftlich belegbar ist, kann dies bei der Kontaktaufnahme mit einem spirituellen Wesen oder einer höheren Macht nicht nachvollzogen werden. Dies gilt auch dann, wenn der Auftraggeber an den Erfolg der Leistung glaubt.

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