Steuererklärung 2018: Vorsicht Verspätungszuschlag

Steuererklärung 2018: Vorsicht Verspätungszuschlag

Jeder Monat zu spät kostet bald mindestens 25 Euro!


Trödler haben bei der Steuererklärung für 2018 zwei Monate mehr Zeit. Im Gegenzug drohen bald für jeden verspäteten Monat der Abgabe mindestens 25 Euro Verspätungszuschlag.

Abgabetermin für die Steuer 2018: 31.07.2019

Das gilt für folgende Steuererklärungen:

  • Einkommensteuer 2018
  • Körperschaftsteuer 2018
  • Umsatzsteuer 2018
  • gesondert und einheitliche Feststellung 2018

Lassen Sie die Steuererklärung von einem Steuerberater anfertigen, haben Sie etwas mehr Zeit: bis zum 28.02.2020.

Bei Land- und Forstwirten, die ihren Gewinn nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln, endet die Frist nicht vor Ablauf des fünften Monats, der auf den Schluss des Wirtschaftsjahres 2018/2019 folgt. Mit Steuerberater muss die Steuererklärung von Land- und Forstwirten erst am 31. Juli 2020 beim Finanzamt sein.

Verspätungszuschlag ab 2019: 25 Euro pro Monat

Zwar haben Sie für die Steuererklärung mehr Zeit. Im Gegenzug wird die verspätete Abgabe der Steuererklärung härter bestraft. So werden mindestens 25 Euro fällig – und das für jeden zu spät abgegebenen Monat! Die Strafe soll dann automatisch im Steuerbescheid zur Steuerschuld hinzugerechnet werden – oder aber vom Erstattungsbetrag abgezogen werden.

Es kann aber noch teurer werden. Beträgt die Nachzahlung nämlich mindestens 10.000 €, greift die andere Variante der Berechnung. Der Zuschlag darf nämlich 0,25 Prozent der um Vorauszahlungen und anzurechnende Steuerabzugsbeträge verminderten festgesetzten Steuer betragen – pro Monat!

Die strengeren Regeln gelten jedoch erst dann automatisch, wenn die Steuererklärung für 2018 am 01. März 2020 noch nicht beim Finanzamt ist. Egal, ob sich aus der Steuererklärung nun eine Erstattung ergibt oder Sie Steuern nachzahlen müssen. Wer die Erklärung nach der neuen Abgabefrist (31. Juli 2019) aber vor dem 01. März 2019 abgibt, kann auf die Gnade des Finanzbeamten hoffen. Der darf dann selber entscheiden, ob es einen Verspätungszuschlag gibt. Wenn er ihn aber festsetzt, dann nach den neuen Regeln.

Bei Rentnern, die davon ausgegangen sind, keine Steuererklärungen abgeben zu müssen, wird der Verspätungszuschlag erst ab dem Monat berechnet, der der in der Aufforderung bezeichneten Erklärungsfrist folgt.

Abgabetermin für die Steuer 2017: 31.05.2018

Für die Steuererklärung 2017 gelten noch die alten Fristen. Der Abgabetermin für die Steuererklärung 2017 ist weiterhin der 31.05.2018. Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein muss die Steuererklärung 2017 spätestens am 31.12.2018 beim Finanzamt sein.

Bis zum 31.12.2018 gilt oft Gnade vor Recht

Bis zur Einkommensteuererklärung 2017 liegt der Verspätungszuschlag im Ermessen des jeweiligen Finanzbeamten. So wird bisher bei sonst pünktlichen Steuerzahlern meist ein Auge zugedrückt – und keine Strafzahlung verlangt. Das ist für die Steuererklärung für 2017 auch nach wie vor so.

Auch die Höhe des Verspätungszuschlags lag im Ermessen des Finanzbeamten. Es gibt nur Obergrenzen. So darf der Verspätungszuschlag höchstens 10% der festgesetzten Steuer oder maximal 25.000 € betragen. Die werden jedoch nur in Ausnahmefällen ausgereizt.

Fristverlängerung: Wenns mal wieder länger dauert

Zum Glück lässt sich der Verspätungszuschlag vermeiden. Sie wissen bereits jetzt, dass Sie die Frist nicht einhalten werden können? Dann sollten Sie Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Dabei geben Sie eine plausible Begründung an, damit diese Verlängerung bewilligt wird. Wichtig ist, dass Sie die neue Frist unbedingt beachten sollten.

Betroffen sind nur Pflichtveranlagungen

Ein Verspätungszuschlag kann nur dann festgesetzt werden, wenn Sie gesetzlich zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind. Gründe für eine Abgabepflicht bei Arbeitnehmern können beispielsweise sein:

  • Auf Ihrer Lohnsteuerkarte wurde ein Freibetrag eingetragen (ausgenommen Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbetrag).
  • Sie und Ihr Ehepartner haben die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt.
  • Sie haben als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld, Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen.
  • neben Ihrem Arbeitslohn haben Sie noch weitere Einkünfte, beispielsweise Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte bezogen, die mehr als 410 Euro betragen.
  • Sie haben Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, für die Sie keine Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) zahlen müssen
  • Sie haben nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn (einschließlich Versorgungsbezüge) bezogen.
  • Der Arbeitgeber hat einen sonstigen Bezug von Ihnen ermäßigt besteuert, z.B. Entlassungsentschädigung, Arbeitslohn für mehrere Jahre, Lohnzahlungen durch Dritte.
  • Sie haben einen Betrieb und erzielen damit einen Gewinn von mehr als 410 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob Sie diesen nur nebenbei betreiben.

 

4 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Uli

    Und wenn man seine ESt Erklärugnbereits ganz früh abgegeben hat, wird dann nachher laufend nachgefragt, weil irgendein Schriftstück dem Sachbearbeiter nicht ganz klar ist. oder es wird ein gültiges Urteil des OFH nicht anerkannt und so die Bearbeitung falsch oder verspätet bearbietet. Nachdem man dann alles mehrfach nachgereicht hat. kommt der Bescheid und der ist dann trotzdem fehlerhaft und das Ganze fängt von vorne an. Bis dann die Erstattung auf dem Konto ist, sollte man den Finazamt ebenfalls eine Strafgebühr nach §288 Abs. 5 BGB in Höhe von mindestens 40€ in Rechnung stellen!

  2. 2
    Axel Gundlach

    „Wer also seine Steuer am 31. Mai 2018 noch nicht abgegeben hat, muss zahlen. Egal, ob sich aus der Steuererklärung nun eine Erstattung ergibt oder Sie Steuern nachzahlen müssen.“ – Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Im Anwendungserlass zu § 152 AO steht:
    „Für Steuererklärungen, die vor dem 1.1.2019 einzureichen sind, und Umsatzsteuererklärungen für den kürzeren Besteuerungszeitraum nach § 18 Abs. 3 Satz 1 und 2 UStG, wenn die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit in 2018 endet, ist § 152 AO in der am 31.12.2016 geltenden Fassung (§ 152 AO a.F.) weiterhin anzuwenden (Art. 97 § 8 Abs. 4 Satz 3 EGAO).
    § 152 AO i.d.F. des StModernG (§ 152 AO n.F.) ist zwar am 1.1.2017 in Kraft getreten, ist aber erstmals für Steuererklärungen anzuwenden, die nach dem 31.12.2018 abzugeben sind; eine Verlängerung der Steuererklärungsfrist ist hierbei nicht zu berücksichtigen (Art. 97 § 8 Abs. 4 Satz 1 und 2 EGAO).“

  3. 3
    Jansen

    Der Artikel ist falsch, das Gesetz tritt erst in 2019 in kraft. Ab Veranlagungsjahr 2018 bedeutet für die Steuererklärung 2018. Diese wird aber erst in 2019 abgegeben. In 2018 werden die Steuererklärungen 2017 veranlagt. das heißt im Moment ist noch alles beim alten.

  4. 4
    Michael Schopp

    Vielen Dank an unsere aufmerksamen Leser Jansen und Axel Grundlach. Bei dem Artikel hat sich tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen. Wir haben den Beitrag entsprechend geändert.

    Viele Grüße
    Michael Schopp
    – vertretender Redakteur steuernsparen.de –

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