Steuererklärung ohne Belege

Papierkram ade


Diesen Mittwoch will die Bundesregierung beschließen, wovon bereits seit Langem die Rede ist: Das Besteuerungsverfahren in Deutschland soll vereinfacht werden. Durch ein vollautomatisiertes Verfahren soll auch die Finanzverwaltung endgültig im digitalen Zeitalter ankommen.

Die Pläne liegen seit Längerem in der Schublade des Finanzministers – und die Umsetzung steht bereits in den Startlöchern: Ab 01. Januar 2017 soll die Rechtsgrundlage für die Volldigitalisierung stehen- und ab 2022 deutschlandweit umgesetzt werden. Dies ist das Ergebnis einer 18-monatigen Debatte zwischen Bund und Ländern.

Rein digitale Steuererklärung

Ziel der Umstellung ist es, dass ab 2022 die große Mehrzahl der unkomplizierten Steuererklärungen rein maschinell bearbeitet wird. In der Vorstellung der Regierung sieht das Ganze so aus: Der Steuerzahler soll seine Daten per Elster beim Finanzamt abrufen und prüfen – und mit einem Klick in seine digitale Steuererklärung übernehmen. Weitere Daten wie solche vom Arbeitgeber, Krankenkasse oder Kapitaleinkünfte werden ebenfalls elektronisch übernommen.

Auch die Übermittlung an das Finanzamt soll rein digital ablaufen. Nach automatisierter Prüfung seitens des Fiskus soll der Bürger seinen Steuerbescheid sodann auf dem einfachsten Wege erhalten: per elektronischem Versand.

Vorreiter: Vorausgefüllte Steuererklärung

Dem Ziel des automatisierten Besteuerungsverfahrens ist die deutsche Finanzverwaltung bereits seit Einführung der vorausgefüllten Steuererklärung im Jahre 2014 einen großen Schritt näher gekommen. Nach und nach soll hier der Umfang der bereitgestellten elektronischen Daten erweitert werden.

Die überflüssige Zettelwirtschaft, die in früheren Zeiten mit der Steuererklärung einher ging, hat bereits spürbar abgenommen. Die Steuererklärung gänzlich ohne Belege ist somit der letzte Schritt in ein rein digitales Besteuerungsverfahren.

Stichproben erfolgen weiterhin

Doch noch soll keiner zu seinem Glück gezwungen werden. Skeptiker des automatisierten Verfahren sollen die Prüfung ihrer Steuerdaten durch den Sachbearbeiter beantragen können. In einem Freitextfeld sollen Steuerzahler Prüfbitten oder Zweifelsfragen äußern können.

Zudem sollen Stichproben stattfinden: Mittels Risikofilter mit noch festzulegenden Kriterien sollen diese bei verdächtigen Steuerfällen anschlagen- und durch den Finanzbeamten überprüft werden. Dieser kann dann auch –wie seit jeher üblich- noch weitere Belege vom Steuerzahler anfordern.

Sinn und Zweck

Doch warum der ganze Umstellungsprozess? Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen sollen Steuerzahler in Zukunft jederzeit und papierlos mit dem Finanzamt kommunizieren können. Andererseits wird die Finanzverwaltung von der Masse der simplen Steuererklärungen entlastet – und kann sich somit auf komplizierte Steuerfälle konzentrieren.

Mehr Zeit für Steuerberater

Auch die Fristen zur Abgabe der Einkommensteuererklärungen sollen geändert werden. Wer sich von einem Steuerberater beraten lässt, soll zwei Monate mehr Zeit bekommen. Neuer Stichtag ist somit Ende Februar anstelle 31.Dezember. Verpasst der Steuerberater allerdings diese Frist, soll eine Strafgebühr fällig werden.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

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