Wenn unfertige Gebäude vererbt werden

Wenn unfertige Gebäude vererbt werden

So funktioniert die Verschonungsregel


Wird ein vermietetes Wohngebäude vererbt, gibt es eine Verschonungsregel: Vom Verkehrswert wird ein Abschlag von zehn Prozent vorgenommen, sodass der Verkehrswert nur mit 90 Prozent versteuert wird.

Zehn Prozent Abschlag für …

Dieser Verschonungsabschlag gilt für vermietete bebaute Grundstücke, und zwar für:

  • Ein- und Zweifamilienhäuser
  • Mietwohngrundstücke
  • Wohnungseigentum
  • Teile von gemischt genutzten Grundstücken.

Nicht bei unfertigen Gebäuden

Doch was, wenn ein neu errichtetes Gebäude im Todesfall des Erblassers noch nicht ganz fertiggestellt ist?

Hier entschied nun der Bundesfinanzhof, leider negativ für Erben: Ein neu errichtetes Gebäude wird nicht vergünstigt besteuert, wenn es zum Todeszeitpunkt des Erblassers noch nicht bezugsfertig war. Denn begünstigt sind nur bebaute Grundstücke, die zu Wohnzwecken vermietet werden (Aktenzeichen II R 30/14).

Wann ist ein Gebäude bebaut?

Von der Abschlagsregelung begünstigt sind nur bebaute Grundstücke. Dies liegt vor, wenn sich darauf ein benutzbares Gebäude befindet; benutzbar bedeutet in diesem Fall bezugsfertigt.

Den künftigen Bewohnern muss zugemutet werden können, dass sie dort einziehen. Maßgebend sind die Verhältnisse zum Todeszeitpunkt des Erblassers. Dies bedeutet, dass das neu errichtete Gebäude zu diesem Zeitpunkt bezugsfertig sein muss.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar