Work-Life-Balance mit Steuervorteil

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Dienstreisen clever gestalten


Sie reisen beruflich und würden gerne privat ein paar Urlaubstage zum Relaxen dranhängen? Dann können Sie den Fiskus künftig an den Kosten beteiligen.

Was bis vor kurzem undenkbar war, machen die Richter beim Bundesfinanzhof (BFH) jetzt möglich. Sie haben das seit Jahrzehnten geltende Verbot, Kosten für Dienstreisen in einen beruflichen und einen privaten Anteil aufzuteilen, gekippt. Das heißt: Arbeitnehmer können die Kosten von Dienstreisen auch absetzen, wenn die Dienstreise in Zusammenhang mit einem privaten Urlaub steht (BFH, GrS 1/06).

Beispiel: Herr Müller, der in Darmstadt als Verkaufsleiter in einem Autohaus arbeitet, fliegt in die USA, um sich die neuesten Automobiltrends auf der Detroit Motor Show 2010 anzusehen. Nach vier anstrengenden Tagen auf der Messe macht er noch eine dreitägige Rundreise durch Michigan.

Herr Müller kann nun anteilig die Kosten für den beruflichen Teil der Reise als Werbungskosten absetzen. Wie zum Beispiel: Die Gebühren für die Messe sowie die Hotel- und Verpflegungskosten für die Zeit der Veranstaltung. Absetzbar sind nach dem Urteil auch die anteiligen Flugkosten, die sich in Herrn Müllers Fall so berechnen lassen: Vier Tage Messe und drei Tage Urlaub, also insgesamt sieben Tage. Das heißt 4/7 der Flugkosten müssen anerkannt werden.

Und so müssen Sie aufteilen

1.Direkt zuordenbare berufliche Kosten

2. Direkt zuordenbare private Kosten

3. Kosten, die anteilig abzugsfähig sind.

Wichtig

Anders sähe es aus, wenn Herr Müller nur einen Tag auf der Messe gewesen wäre und dann zehn Tage Urlaub in den USA verbracht hätte. In so einem Fall lassen die Finanzbeamten leider nicht mit sich reden. Denn nach der Entscheidung der Richter, darf der berufliche Beweggrund nicht von untergeordneter Bedeutung sein.

Und das können Sie als Werbungskosten geltend machen:

Entscheidend dafür, dass die beruflich veranlassten Kosten anerkannt werden können, ist eine klar erkennbare Aufteilung auf das Private und das Geschäftliche. Andernfalls werden die Anteile vom Finanzamt geschätzt. Und da müssen Sie aufpassen, dass das nicht zu Ihrem Nachteil ausfällt.

Tipp: Um hier von Anfang an auf der sicheren Seite zu sein, lohnt es sich einen detaillierten Reiseplan zu erstellen. Am besten Sie führen eine Art „Reisetagebuch für´s Finanzamt“ wo Sie dokumentieren, was Sie wann gemacht haben. Und auch wenn es am Strand oder in den Bergen schwerfällt: Heben Sie alle Belege auf!

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