10 Tipps zum Steuerendspurt

10 Tipps zum Steuerendspurt

Wie Sie 2017 noch Steuern sparen


Sie wollen kurz vor Jahresende noch Steuern sparen? Wir haben die 10 besten Tipps zum Steuerendspurt für Sie zusammengestellt.

1. Steuererklärungen rückwirkend abgeben

Wussten Sie, dass Sie jetzt noch Ihre Steuererklärung für 2013 abgeben können? Vorausgesetzt, Sie sind Arbeitnehmer ohne weitere Nebeneinnahmen. Dann haben Sie vier Jahre Zeit, um freiwillig eine Steuererklärung abzugeben. Und das lohnt sich: mit dem WISO steuer:Sparbuch bekamen Steuerzahler im Schnitt ganze 1.400 Euro Steuererstattung zurück!

Wenn Sie also beispielsweise für das Steuerjahr 2013 noch keine Steuererklärung abgegeben haben können Sie noch bis zum 31.12.2017 eine Antragsveranlagung einreichen – und die Steuererstattung einstreichen.

2. Kindergeld nachfordern

Eltern haben nach der Geburt ihres Kindes eigentlich besseres zu tun als Behördengänge zu erledigen. Haben Sie es bisher versäumt, für Ihren Nachwuchs Kindergeld zu beantragen? Wenn Sie bis Ende Dezember einen Antrag stellen, können Sie die Unterstützung rückwirkend für die vergangenen vier Jahre einfordern.

Doch damit sollten Sie sich spurten: Ab Januar 2018 ist das nur noch für sechs Monate rückwirkend möglich. Wer sich länger mit dem Antrag Zeit lässt, erhält nur die laufenden Zahlungen.

3. Handwerker: Bis zu 1.200 Euro Steuervorteil

Sie planen noch in diesem Jahr Reparaturen zu Hause? Sehr gut, denn die Kosten drücken Ihre Steuerlast. Handwerkerleistungen unterstützt das Finanzamt mit einem Steuerbonus von 20 Prozent der Kosten, maximal 6.000 Euro. Macht einen Steuervorteil von bis zu 1.200 Euro. Absetzbar sind hierbei Arbeitslohn, Fahrtkosten und Maschinenmiete.

Fallen bei Ihnen noch in diesem Jahr größere Arbeiten an? Dann sollten Sie mal kurz durchrechnen, ob Sie bereits die 6.000 Euro erreicht haben. Falls ja, lohnt es sich, die Zahlung der Rechnung bis ins nächste Jahr hinauszuzögern. Denn die Kosten sind nur im Jahr der Zahlung in der Steuererklärung absetzbar. So geht kein Abzugspotential verloren und Sie sichern sich bereits fürs nächste Jahr eine Steuervergünstigung.

Wichtig

 Die Kosten für Handwerker und Co. sind nur absetzbar, wenn die Arbeitsleistung in Ihrem Privathaushalt erbracht wurde. Zudem müssen Sie die Rechnung nach Erhalt per Überweisung zahlen. Zahlen Sie bar, geht der Steuervorteil ein für alle Mal verloren.

4. Heiraten oder versöhnen

Wie wäre es, wenn Sie Ihrem Partner noch in 2017 das Ja-Wort geben? Denn so sichern Sie sich den Splitting-Vorteil – sogar rückwirkend für das gesamte Jahr 2017. Das lohnt sich besonders, wenn Sie beide unterschiedlich gut verdienen.

Sie leben von Ihrem Ehepartner offiziell getrennt? Dann können Sie die Vorteile des Ehegattensplittings nicht nutzen. Wenn Sie sich jedoch beide versöhnen wollen, sollten Sie das noch in diesem Jahr tun – und auch direkt wieder zusammenziehen. Denn selbst wenn Sie nur einen Tag in 2017 mit Ihrem Ehepartner zusammengelebt haben, können Sie damit kräftig Steuern sparen.

5. Bahntickets für 2018 schon jetzt kaufen

Sie wissen bereits jetzt, dass Sie im nächsten Jahr mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit pendeln werden? Dann kaufen Sie doch schon jetzt das Jahres-Zugticket für 2018. Den Kaufpreis können Sie dann bereits in der Steuererklärung 2017 als vorweggenommene Werbungskosten absetzen.

Zusätzlich dazu können Sie die Entfernungspauschale für die Fahrten zur Arbeit für das Jahr 2017 beanspruchen. Die Bündelung der Fahrtkosten bringt für Sie einen satten Steuervorteil mit der nächsten Steuererklärung. Heißt aber auch: einen geringeren Steuervorteil in 2018.

6. Krankheitskosten bündeln

Haben Sie in diesem Jahr schon eine teure Zahlbehandlung hinter sich? Dann sollten Sie sich überlegen, vielleicht doch noch vor Jahreswechsel die neue Brille zu kaufen. Denn Krankheitskosten wirken sich erst ab einer gewissen Grenze steuermindernd als außergewöhnliche Belastung aus – und diese können Sie meist nur durch Bündelung der Ausgaben erreichen.

Hatten Sie in diesem Jahr kaum Ausgaben für Ihre Gesundheit? Dann verschieben Sie große Anschaffungen doch lieber auf nächstes Jahr – damit es sich auch richtig lohnt.

7. Spenden: Gutes tun und sparen

Zeigen Sie sich großzügig- und beteiligen das Finanzamt an Ihren Kosten. Denn Zahlungen an gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Organisationen sowie an Parteien dürfen Sie als Sonderausgaben absetzen.

Spenden und Mitgliedsbeiträge sind bis zu einer Höhe von 20 Prozent Ihrer Einkünfte als Sonderausgaben abzugsfähig. Bei Zuwendungen bis 200 Euro gilt sogar eine Vereinfachung: Diese können Sie dem Finanzamt formlos über den Kontoauszug nachweisen.

8. Kinderbetreuungskosten: Höchstbeträge ausschöpfen

Ausgaben für die Betreuung Ihrer Kinder können Ihre Steuer mindern. So werden zwei Drittel der Kosten, maximal 4.000 Euro pro Kind steuerlich berücksichtigt.

Berücksichtigt werden insbesondere Kosten für:

  • Kindergarten, Krippe oder Hort
  • Tagesmütter oder Stellen zur Ganztagespflege
  • Aufsicht bei Erledigung der Schulaufgaben
  • Haushaltshilfe soweit die Ausgaben auf die Kinderbetreuung entfallen

Haben Sie den Höchstbetrag von 4.000 Euro in 2017 bereits überschritten? Dann sollten Sie weitere Zahlungen ins nächste Jahr verzögern. Liegen Sie darunter, ziehen Sie Zahlungen vor und leisten diese noch in 2017.

9. Sichern Sie sich die Wohnungsbauprämie

Sie haben einen Bausparvertrag abgeschlossen? Und Ihr zu versteuerndes Einkommen liegt nicht über der maßgeblichen Grenze von 25.600 Euro bzw. bei Verheirateten 51.200 Euro? Dann haben Sie Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Diese beträgt 8,8 Prozent auf alle Einzahlungen bis maximal 512 Euro bzw. 1.024 Euro bei Verheirateten.

Um die Prämie zu erhalten, können Sie noch bis Ende Dezember 2017 den Vertrag mit einer Sonderzahlung auffüllen. Wichtig: Senden Sie Ihren Antrag für 2015 bis spätestens 31.12.2017 an Ihre  Bausparkasse.

10. Mietverträge mit Angehörigen

Sie vermieten eine Immobilie an Geschwister, Kinder oder Eltern? Dann verlangen Sie sicher nicht die volle Miete. Doch aufgepasst: Sie müssen für das Gesamtjahr 2017 mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete als Einkünfte deklarieren, um Werbungskosten wie Kreditzinsen und Renovierungs- ausgaben anteilig absetzen zu können. Für den vollen Steuerabzug müssen daher mindestens 66 Prozent gezahlt worden sein. Stehen noch Mietzahlungen für 2017 aus, können Sie diese somit noch bis zum Jahresende entsprechend anpassen.

2 Comments

eigener Kommentar
  1. 2
    Paul Brinkmann

    Hallo und danke. Da werde ich wohl doch noch mal zum Steuerberater gehen müssen. Ein paar Infos fehlen wird da vermutlich noch. Prima, dass es hier solche guten Tipps gibt.

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