Bogen rund

Unerlaubte Hilfe bei der SteuererklÀrung

Das kann teuer werden


Das deutsche Steuerrecht ist komplex – da sind sich viele einig. Doch mit der Hilfe in Steuersachen von Freunden oder Familie begibt man sich womöglich auch aufs Glatteis. Denn unerlaubte Hilfe bei der SteuererklĂ€rung steht sogar unter Strafe. Von wem Sie Hilfe annehmen dĂŒrfen und wem Sie selbst helfen dĂŒrfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wer darf mir bei der SteuererklÀrung helfen?

Grund hierfĂŒr sind die Regelungen des Steuerberatungsgesetzes: Eine Hilfeleistung darf bei der SteuererklĂ€rung ausschließlich von Personen und Vereinigungen erbracht werden, die hierzu ausdrĂŒcklich befugt sind. Diese sind

  • Steuerberater
  • Lohnsteuerhilfevereine
  • RechtsanwĂ€lte
  • WirtschaftsprĂŒfer
  • vereidigte BuchprĂŒfer

Alle anderen Personen und Vereinigungen dĂŒrfen keine steuerlichen Hilfeleistungen erbringen. Anderenfalls handelt es sich um unerlaubte Hilfe.

SteuererklÀrung abgeben? Welche Fristen dabei gelten, erfahren Sie in unserem Beitrag Fristen & Termine.

Wann ist meine Hilfe erlaubt?

Ist nun also generell Hilfe bei der SteuererklÀrung verboten? Nein. Im engsten Familienkreis ist es erlaubt, einander kostenlos mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wer zum engsten Familienkreis gehört regelt nicht etwa die Oma, sondern das Steuergesetz. Demnach zÀhlen dazu:

  • Ehepartner, Verlobte, geschiedene Ehepartner
  • Eltern, Schwieger-, Großeltern
  • Kinder, Enkel, Nichten und Neffen
  • (Halb-)Geschwister
  • Schwager, SchwĂ€gerin
  • Onkel, Tante
  • Pflegeeltern, -kinder

Dies sieht bei entfernten Verwandten schon anders aus – da ist die Hilfe laut Vorschrift schon verboten. Entfernte Verwandte sind zum Beispiel Cousins und Cousinen oder Geschwister von angeheirateten Schwagern.

SteuererklĂ€rung fĂŒr Freunde: verboten!

Besteht kein VerwandtschaftsverhĂ€ltnis dĂŒrfen Sie gar nicht helfen (§§5 und 6 SteuerG). Die SteuererklĂ€rung fĂŒr Freunde zu machen, ist also verboten. Dass auch Bekannte darunterfallen, versteht sich von selbst.

Achtung Steuer Hinweis Icon

Achtung: Auch dem  festen Partner  dĂŒrfen Sie bei der SteuererklĂ€rung nicht helfen. Erst wenn sich der Status auf verlobt oder verheiratet Ă€ndert, ist die Hilfe erlaubt.

Unerlaubte Hilfe ist strafbar

Die Beratung ist bereits strafbar, wenn diese wiederholt und selbststĂ€ndig erfolgt. Dem Fiskus ist dabei auch egal, ob die Steuerhilfe hauptberuflich oder nebenberuflich erfolgt. Selbst ob dafĂŒr Geld oder eine andere Gegenleistung gefordert wird, spielt keine Rolle. Die steuerliche Hilfe ist außerdem verboten, wenn sie “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” durchgefĂŒhrt wird. Das ist dann der Fall, wenn die Hilfe immer wieder angeboten wird.

Achtung Steuer Hinweis Icon

VerstĂ¶ĂŸe gegen das Verbot werden von den Finanzbehörden meist mit empfindlichen Sanktionen geahndet – und können bis zu  5.000 Euro kosten!

Warum das Verbot?

Der Gesetzgeber begrĂŒndet das Verbot damit, dass im Falle einer unerlaubten Hilfe dem Steuerzahler enorme finanzielle Nachteile entstehen könnten – beispielsweise bei einer Falschberatung oder FristversĂ€umnissen. Denn: Ein Versicherungsschutz durch die Berufshaftpflichtversicherung besteht hier nicht.

Die bitteren Folgen

Beispiel 1: Ein Rentner geriet wegen seiner kostenlosen Hilfe fĂŒr Freunde und Bekannte ins Visier der Oberfinanzdirektion Berlin. Die Steuerfahndung (!) stellte deswegen mit vier Mann seine Wohnung auf den Kopf. Und nach der Razzia kam ein Bußgeldbescheid ĂŒber 1.500 Euro. Der hilfsbereite Rentner hat weder das Finanzamt noch seine Freunde geschĂ€digt.

Beispiel 2: In einem anderen Fall half ein freundlicher Steuerkenner leidgeprĂŒften Steuerzahlern bei ihrer SteuererklĂ€rung, indem er deren Daten in sein PC-Steuerprogramm eingab, die Entfernungskilometer ermittelte, auf Fristen hinwies und weitere Hilfe gab. DafĂŒr verlangte der Steuerkenner lediglich 30 Euro pro Steuerfall. Das Finanzamt sah hierin eine unerlaubte geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Hilfe in Steuersachen und drohte ein Zwangsgeld an. Die Sache ging bis zum Bundesfinanzhof. Hier machten die Richter dem Helfer klar, dass die verbotene Hilfeleistung in Steuersachen auch “Hilfeleistungen bei weniger bedeutsamen steuerlichen AntrĂ€gen erfasst”.

Auf der sicheren Seite mit WISO Steuer

Unser Tipp: Werden Sie doch einfach Ihr eigener Steuerberater – getreu dem Motto: “Jetzt helfe ich mir selbst!”. Mit WISO Steuer schaffen Sie die SteuererklĂ€rung auch, wenn Sie diese noch nie gemacht haben. Mit werthaltige Tipps und Infos fĂŒhrt die Software Sie durch den Steuerdschungel. Und das Beste: Diese Hilfe in Steuersachen ist garantiert erlaubt.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer SteuererklĂ€rung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch ĂŒber Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne fĂŒr zukĂŒnftige BeitrĂ€ge auf.

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Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausfĂŒhrliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre SteuererklĂ€rung.

28 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  1. 1
    Jan

    Wie sieht es aus, wenn man lediglich UnterstĂŒtzung bei der Registrierung auf der Webseite „Mein Elster“ und bei der Einspielung der Bescheinigungen behilflich ist und die SteuererklĂ€rung dann vom Steuerpflichtigen selbst erstellt wird?

    • 2
      Carina Hagemann

      Hallo Jan,

      leider darf ich Ihnen hierzu keine Auskunft geben. GrundsÀtzlich gelten die im Beitrag beschriebenen Regelungen.
      In einer Verwaltungsanweisung des Finanzministeriums Hamburg vom 16.02.2009 ( 55 – S 0821 – 001/09) lautet es hierzu unter anderem:
      “Der Begriff der „Hilfeleistung in Steuersachen” wird in § 1 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) definiert. Darunter fĂ€llt jede unterstĂŒtzende TĂ€tigkeit bei der Beratung und Vertretung eines Dritten in dessen steuerlichen Angelegenheiten. Die Hilfeleistung in Steuersachen beginnt, sobald sich ein Dritter mit einer steuerlichen Einzelsache befasst und dazu konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Allgemeine steuerliche Hinweise und AusfĂŒhrungen stellen keine Hilfeleistung i.S. des § 1 StBerG dar.
      Nach dem BFH-Urteil vom 28.7.1981, BStBl 1982 II S. 43, ist der Begriff der Hilfeleistung in Steuersachen nicht eng auszulegen, sondern nach objektiven Kriterien zu bestimmen. Auf den zeitlichen und inhaltlichen Umfang der TĂ€tigkeit kommt es nicht an, so dass auch Beratungen in weniger bedeutsamen Steuerangelegenheiten darunter fallen, z.B. die Hilfeleistung bei der Erstellung von SteuererklĂ€rungen, bei der Regelung von AbgabenrĂŒckstĂ€nden und bei dem Abfassen von AntrĂ€gen oder Schreiben in Steuersachen.
      Es ist nicht erforderlich, dass das Ergebnis der TĂ€tigkeit gegenĂŒber der Finanzbehörde verwandt wird.”

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  2. 3
    Fabian

    Ich muss gerade mal anmerken, dass die Grafik zu den “erlaubten Verwandten” da oben mal ordentlich suboptimal ist…. sie ist heillos schlecht beschriftet und/oder falsch.
    Wenn ich mich als den “Steuerzahler” betrachte, dann fehlen neben mir meine BrĂŒder und Schwestern, sowie deren Kinder (Nichten und Neffen). So angeschrieben sind dann aber von Mutter und Vater ausgehend meine Onkels und Tanten, sowie Cousins und Cousinen, die explizit VERBOTEN sind.
    Auf jeden Fall ist diese Grafik irrefĂŒhrend, im schlimmsten Fall gefĂ€hrlich falsch.

    • 4
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank fĂŒr Ihre Nachricht und den Hinweis auf die Grafik.
      Sie haben recht – sie ist in vielerlei Hinsicht missverstĂ€ndlich und weicht vom Beitragstext ab. Deshalb habe ich die Grafik entfernt.
      Die Steuern-Sparen-Redaktion wird den Beitrag in den nĂ€chsten Wochen nochmals ĂŒberarbeiten und aktualisieren.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  3. 5
    Volker P.

    Meine Eltern (beide ĂŒber 80) hatten bis 2012 eine Nichtveranlagungsbescheinigung und danach einfach vergessen eine ErklĂ€rung abzugeben. Nun wollen sie wieder ErklĂ€rungen abgeben, auch wenn sicher 0€ herauskommt. Muss ich fĂŒr ELSTER ein Zertifikat fĂŒr meinen Vater oder Mutter anfordern, oder kann ich das als naher Angehöriger mit meinem Zertifikat senden? Zumindest „helfen“ darf ich ja in diesem VerwandschaftsverhĂ€ltnis.

    • 6
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank fĂŒr Ihre Frage. GrundsĂ€tzlich ist die DatenĂŒbermittlung durch ein Zertifikat einer anderen Person möglich.
      Das Zertifikat benennt nur, wer die Daten ĂŒbermittelt hat.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  4. 7
    Ula Tuh

    Ist folgendes Gestaltungsmodell denkbar: Ehemann Steuerberater in einer SozietĂ€t; Ehefrau grĂŒndet BuchhaltungsbĂŒro ĂŒber die auch kleinere Jahresabschluss- und EinkommensteuerfĂ€lle abgewickelt werden?

    • 8
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      leider darf ich aus rechtlichen GrĂŒnden steuerlich nicht beratend tĂ€tig werden und Ihnen entsprechend auch auf diese Frage keine Antwort geben. Ich bitte deshalb um Ihr VerstĂ€ndnis.
      In individuellen Gestaltungs- und Rechtsfragen dĂŒrfen Ihnen nur bestimmte Berufsgruppen wie Steuerberater, WirtschaftsprĂŒfer oder RechtsanwĂ€lte Auskunft geben.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  5. 9
    Kiril Penov

    Liebe Nutzer und Leser dieses Forums, ich habe eine frage:
    seit langem habe ich keine SteuererklĂ€rung mehr gemacht, meistens aus zeitlichen GrĂŒnden und “ich mache es am nĂ€chstn Wochenende…”, und dann musste ich einspringen zum Dienst usw… Wie auch immer, neulich habe ich angefangen das WISO-Software fĂŒr meine SteuererklĂ€rung zu benutzen und wurde ich dabei sehr positiv ĂŒberrascht dass das Software SteuererklĂ€rungen fĂŒr Vorjahr zurĂŒck bis 2014 erlaubt!!! Ich dachte es ist max. 4 Jahren in der Vergangenheit?! Kann mir jemand hier bitte weiterhelfen?

    • 10
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Sie haben Recht. Die Festsetzungsfrist fĂŒr die SteuererklĂ€rung betrĂ€gt allgemein 4 Jahre. Damit können im Jahr 2020 SteuererklĂ€rungen fĂŒr die Jahre 2019-2016 abgegeben werden. FĂŒr die Verlustfeststellung sind es allerdings sogar 7 Jahre. D. h. wenn jemand einen Verlust erklĂ€ren möchte, kann er das im Jahr 2020 darĂŒber hinaus auch noch fĂŒr die Jahre 2015-2013 tun. Deswegen bietet WISO Steuer auch diese Jahre noch fĂŒr die ErklĂ€rung an.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  6. 11
    Thorsten M

    Hallo, dĂŒrfte man ohne Stb-Examen ein Buch ĂŒber das Thema EInkommenssteuer bei Studenten schreiben oder fĂ€llt das unter Beratung?

    • 12
      Jochen Breunig

      Guten Tag Herr M,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen GrĂŒnden steuerlich nicht beraten. GrundsĂ€tzlich ist eine geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Hilfeleistung in Steuersachen aber nur mit einer Befugnis erlaubt. Bei speziellen Fragen hierzu empfehlen wir Ihnen das fĂŒr Sie zustĂ€ndige Finanzamt zu kontaktieren.

      Vielen Dank und GrĂŒĂŸe
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  7. 14
    Sarah

    Darf der Steuerberater, der nach § 3 StBerG zur steuerlichen Hilfeleistung uneingeschrÀnkt befugt ist, Freunde unentgeltlich steuerlich beraten?

    • 15
      Alexander MĂŒller

      Hallo Sarah,

      eine interessante Frage. Die Antwort lautet m.E. : Ja, er darf. Der Steuerberater hat die gesetzliche Befugnis nach §3 StBG und in §2 StBG steht zusĂ€tzlich: …”Dies gilt ohne Unterschied fĂŒr hautberufliche, nebenberufliche, entgeltliche oder unentgeltliche TĂ€tigkeit.” Jedoch muss man aufpassen hinsichtlich der Konsequenzen bei den anderen Steuergesetzen, z.B. bei der Umsatzsteuer (Erbringung einer unentgeltlichen sonstigen Leistung fĂŒr Zwecke außerhalb des Unternehmens ist steuerbar und steuerpflichtig, §3 Abs.9a S.1 Nr.2 UStG).

      Leider sind wir aber gesetzlich daran gehindert Ihnen hier weiter Auskunft zu geben, da wir keine Steuerberatung anbieten dĂŒrfen.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander aus der buhl:Redaktion

  8. 16
    Sarah

    Ein sehr interessanter Artikel, welchen Paragrafen liegt diese Aussage zugrunde?:
    “Besteht kein VerwandtschaftsverhĂ€ltnis dĂŒrfen Sie gar nicht helfen. Die SteuererklĂ€rung fĂŒr Freunde zu machen, ist also verboten. Darunter fĂ€llt sogar der feste Partner, solange man nicht verlobt oder verheiratet ist. Dass auch Bekannte darunter fallen, versteht sich von selbst.”

    • 17
      Alexander MĂŒller

      Sehr geehrte Sarah,
      vielen Dank fĂŒr die Frage. Die gesetzliche Grundlage sind die §§5 und 6 des Steuerberatergesetzes: §5 regelt die Verbote und §6 nennt Ausnahmen. So heißt es in §6 StBG: “Das Verbot des §5 gilt nicht fĂŒr … Nr.2 die unentgeltliche Hilfeleistung in Steuersachen fĂŒr Angehörige im Sinnde des §15 der Abgabenordnung. Welche Angehörige das sind, können Sie dem Artikel entnehmen.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander aus Ihrer buhl:Redaktion

  9. 19
    Anna

    Das Verbot hat in diesem Fall genau denselben Grund warum nicht jeder eine Arztpraxis eröffnen kann, der meint er könne anderen in gesundheitlichen Fragen RatschlĂ€ge geben. Die QualitĂ€t sollte in manchen Bereichen einfach geschĂŒtzt sein, daher strebt die Regierung ja auch wieder die Meisterpflicht an, da es niemandem gefĂ€llt wenn in seinem Leben “rumgepfuscht wird” von Möchtegern-Ärzten, Handwerkern, RechtsanwĂ€lten oder Steuerberatern. Daher sollten die Profis in Ihren jeweiligen Bereichen auch zugelassen werden mĂŒssen um eine hohe QualitĂ€t zu gewĂ€hrleisten. Demzufolge mĂŒssen die “Pfuscher” eben auch bestraft werden, wenn Sie gegen die QualitĂ€tsanforderungen verstoßen.

  10. 20
    Andre

    Warum das Verbot?
    Leider konnte ich keine triftige BegrĂŒndung hierfĂŒr finden. Folgende Fakten habe ich bislang gesammelt:
    – Durch das Verbot entsteht fĂŒr Steuerlaien eine Situation, in welcher er nur verliert. Wenn er die SteuererklĂ€rung selbst macht, entgehen ihm NachlĂ€sse auf Steuern, die ihm gesetzlich ja zustehen. Wenn er die Hilfe beim zugelassenen Steuerberater einkauft, trĂ€gt er die Kosten. Ein Arbeitskollege, der sich gut auskennt, darf ja nicht helfen.
    – Ein ganzer Berufsstand der Steuerberater zĂ€hlt auf dieses Verbot, denn wĂŒrde er wegfallen, so wĂŒrden auch die UmsĂ€tze signifikant einbrechen.
    – Die KomplexitĂ€t des Steuersystems ist dermaßen hoch, dass ein normaler Mensch nicht mit einem vertretbarem Aufwand in Eigenleistung die SteuererklĂ€rung erstellen kann. So dass er auch alle VergĂŒnstigungen, die im zustehen in Anspruch nehmen kann.
    – Die EU-Komission kritisiert dieses Verbot in Deutschland
    – Das Verbot wird aufrecht erhalten, weil durch die “falschen” SteuererklĂ€rungen zu viel Steuern gezahlt werden, die ja in den Staatshaushalt, also unserem gemeinsamen Portemonnaie wandern. Die Hauptproblematik ist dabei aber, dass “zuviel Steuern” solche Menschen zahlen, die keinen Steuerfachmann engagieren, Das sind natĂŒrlich diejenigen, die sich keinen leisten können oder wollen.

  11. 21
    hintzsche

    Ich werde den Leuten weiterhin helfen. Man darf das aber auch nicht verraten das man jemandem geholfen hat. Also man muss die Leute auch aufklÀrten das die Leistungen von mir nicht steuerlich absetzbar sind.

  12. 22
    Steuerzahler

    Aber wie sieht es aus, wenn ich meine Cousine, die eine Steuerberaterin ist meine Steuer (privat und gewerblich) machen lasse und sie dafĂŒr ordnungsgemĂ€ĂŸ bezahle?!

  13. 23
    Ernst Albus

    Nun ja, ich bin Buchhalter und habe alles bis zu Bilanzen schon erstellt, wenn es notwendig war. Habe jetzt erneut Buchhaltungen ĂŒbernommen und bekomme heute einen solchen Brief prompt vom Finanzamt, mit derselbigen VerdachtsĂ€ußerung und Androhung etc. Es ist schon merkwĂŒrdig anzuschauen, wenn unser Staat bestimmte Grauzonen ganz absichtlich zulĂ€sst, um daraus sein eigenen Vorteile zu ziehen oder aber wie hier ganz sicher, die Lobby der Steuerberater und RechtsanwĂ€lte zu schĂŒtzen und deren PfrĂŒnde. Dazu ein absolut lĂ€cherliches Beispiel. Ich dĂŒrfte im Prinzip nach meinem Status keinen LSt-Verein aufmachen oder ĂŒbernehmen, wenn ich aber meine BĂŒrokollegin, die zufĂ€llig bei mir die Buchhaltung machen lĂ€sst und gar keine Ahnung hat, was Buchhaltung angeht und deren Nebengebiete, nun ein solches LSt-BĂŒro aufmachen möchte, dann rennen alle Institutionen bei ihr die TĂŒren ein, damit sie den Fuß da rein bekommen. ein krasseres Beispiel fĂŒr Lobby-Schutz seitens unserer Regierung kann es nun gar nicht geben. Um der Sache die Krone aufzusetzen, könnte sie mich dann als selbstĂ€ndigen oder angestellten Buchhalter beschĂ€ftigen, weil sie ja keine Ahnung hat. Da stellt sich schon die Frage mit welcher Dreistigkeit sich Lobbyisten hier PfrĂŒnde sichern und anderen Leuten Quasi ein Arbeitsverbot durch die HintertĂŒr anonym erteilen dĂŒrfen, was im ĂŒbrigen das Grundgesetz verbietet. Ich glaube, mehr muss man dazu nicht sagen.

  14. 25
    Yvonne Kuefer

    Davon habe ich zuvor tatsĂ€chlich noch nichts gehört! Da bei uns in der Familie sich leider niemand sehr gut mit der SteuererklĂ€rung auskennt, habe ich mich die letzten Jahre lieber an einen Profi gewandt. Trotzdem ist es langsam an der Zeit, dass ich mich selbst damit beschĂ€ftige. Viele GrĂŒĂŸe Yvonne

  15. 26
    Stefanie S.

    In Sachsen wird das nicht so eng gesehen. Da lachen so etwas Richter aus und nehmen die armen “Steuerberater” in Schutz. Da wird eine Schadensersatzklage am AG Plauen schon mal mit 10 Jahre alten Gesetzen (§ 68 StBerG) abgelehnt. In der Berufung am LG Zwickau (6 S 59/14) sieht der Richter auch keine Pflichtwidrigkeit, weil der Steuerberater nie selbst beraten hat, sondern eine Person 70 km entfernt mit der Steuerberatung beauftragte. Diese Person musste Mandanten anwerben, die Mandanten beraten und den Schriftverkehr mit dem FA fĂŒhren. Ist auch keine Pflichtwidrigkeit, wenn das BĂŒro nach § 34 StBerG nicht bei der Kammer registriert ist.
    Die Steuerberaterkammer Sachsen macht auch nichts, weil sich bisher keine anderen Mandanten beschwert haben.
    So wusste der “Schein-Steuerberater” nicht, dass Zugfahrten zur ArbeitsstĂ€tte mit 30 Cent angesetzt werden dĂŒrfen oder Dienstfahrten mit Hin- und RĂŒckfahrt. Aber in Sachsen ist das alles keine Pflichtwidrigkeit, dass FA Plauen unternimmt nichts gegen Schein-Steuerberater und der schein-Steuerberater darf vor Gericht als Steuerberater ausgegeben werden!
    Und, wenn man dann eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreibt, dann wird sogar dafĂŒr noch der Ehe-Partner eine Woche vor Weihnachten mit strafverfolgt!

  16. 27
    Wolfgang Neumann

    Die Lobbyisten gewinnen immer und das nicht nur in Steuersachen. Es ist m.E. schon in gewisser Weise problematisch -obwohl es sehr gute Steuerprogramme (WIESO !!!) fĂŒr den PC gibt, dass eine derartige Rechtsprechung vorhanden ist.

  17. 28
    Jochen Schultz

    Das Finanzamt nimmt bestimmt Milliarden ein, weil die BĂŒrger nicht wissen was ihnen zusteht und die Kosten fĂŒr einen Berater scheuen. Und damit das so bleibt gibt es Gesetze…

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