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Unerlaubte Hilfe bei der SteuererklÀrung

Das kann teuer werden


Das deutsche Steuerrecht ist komplex – da sind sich viele einig. Doch mit der Hilfe in Steuersachen von Freunden oder Familie begibt man sich womöglich auch aufs Glatteis. Denn unerlaubte Hilfe bei der SteuererklĂ€rung steht sogar unter Strafe. Von wem Sie Hilfe annehmen dĂŒrfen und wem Sie selbst helfen dĂŒrfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kurz & knapp

  • Nur bestimmte Berufsgruppen dĂŒrfen Steuerberatung anbieten und SteuererklĂ€rungen fĂŒr Dritte erstellen
  • FĂŒr unerlaubte Hilfe bei der SteuererklĂ€rung drohen hohe Bußgelder
  • Dennoch dĂŒrfen Sie auch weiterhin nahen Angehörigen bei der SteuererklĂ€rung helfen

Wer darf mir bei der SteuererklÀrung helfen?

Das Finanzamt sieht die Hilfe bei der SteuererklĂ€rung mit kritischem Auge. Grund hierfĂŒr sind die Regelungen des Steuerberatungsgesetzes: Eine Hilfeleistung darf bei der SteuererklĂ€rung ausschließlich von Personen und Vereinigungen erbracht werden, die hierzu ausdrĂŒcklich befugt sind. Diese sind

  • Steuerberater
  • Lohnsteuerhilfevereine
  • RechtsanwĂ€lte
  • WirtschaftsprĂŒfer
  • vereidigte BuchprĂŒfer

Alle anderen Personen und Vereinigungen dĂŒrfen keine steuerlichen Hilfeleistungen erbringen. Anderenfalls handelt es sich um unerlaubte Hilfe.

SteuererklÀrung abgeben? Welche Fristen dabei gelten, erfahren Sie in unserem Beitrag Fristen & Termine.

Wann ist meine Hilfe erlaubt?

Ist nun also generell Hilfe bei der SteuererklÀrung verboten? Nein. Im engsten Familienkreis ist es erlaubt, einander kostenlos mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wer zum engsten Familienkreis gehört regelt nicht etwa die Oma, sondern das Steuerberatungsgesetz (StBerG). Demnach zÀhlen dazu:

  • Ehe- und Lebenspartner, Verlobte, geschiedene Partner
  • Eltern, Schwieger- und Großeltern
  • Kinder, Enkel, Nichten und Neffen
  • (Halb-)Geschwister
  • Schwager, SchwĂ€gerin
  • Onkel, Tante
  • Pflegeeltern und -kinder

Dies sieht bei entfernten Verwandten schon anders aus – da ist die Hilfe laut Vorschrift schon verboten. Entfernte Verwandte sind zum Beispiel Cousins und Cousinen oder Geschwister von angeheirateten Schwagern.

SteuererklĂ€rung fĂŒr Freunde: verboten!

Besteht kein VerwandtschaftsverhĂ€ltnis dĂŒrfen Sie gar nicht helfen (§§ 5 und 6 StBerG). Die SteuererklĂ€rung fĂŒr Freunde zu machen, ist also verboten. Dass auch Bekannte darunterfallen, versteht sich von selbst.

Achtung Steuer Hinweis Icon

Achtung: Auch dem  festen Partner  dĂŒrfen Sie bei der SteuererklĂ€rung nicht helfen. Erst wenn sich der Status auf verlobt oder verheiratet Ă€ndert, ist die Hilfe erlaubt.

Ordentliches Bußgeld fĂŒr unerlaubte Hilfe

Die Beratung ist bereits strafbar, wenn diese wiederholt und selbststĂ€ndig erfolgt. Dem Fiskus ist dabei auch egal, ob die Steuerhilfe hauptberuflich oder nebenberuflich erfolgt. Selbst ob dafĂŒr Geld oder eine andere Gegenleistung gefordert wird, spielt keine Rolle. Die steuerliche Hilfe ist außerdem verboten, wenn sie “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” durchgefĂŒhrt wird. Das ist dann der Fall, wenn die Hilfe immer wieder angeboten wird.

Achtung Steuer Hinweis Icon

VerstĂ¶ĂŸe gegen das Verbot werden von den Finanzbehörden meist mit empfindlichen Sanktionen geahndet – und können bis zu  5.000 Euro kosten!

Warum das Verbot?

Der Gesetzgeber begrĂŒndet das Verbot damit, dass im Falle einer unerlaubten Hilfe dem Steuerzahler enorme finanzielle Nachteile entstehen könnten – beispielsweise bei einer Falschberatung oder FristversĂ€umnissen. Denn: Ein Versicherungsschutz durch die Berufshaftpflichtversicherung besteht hier nicht.

Die bitteren Folgen

Beispiel 1: Ein Rentner geriet wegen seiner kostenlosen Hilfe fĂŒr Freunde und Bekannte ins Visier der Oberfinanzdirektion Berlin. Die Steuerfahndung (!) stellte deswegen mit vier Mann seine Wohnung auf den Kopf. Und nach der Razzia kam ein Bußgeldbescheid ĂŒber 1.500 Euro. Der hilfsbereite Rentner hat weder das Finanzamt noch seine Freunde geschĂ€digt.

Beispiel 2: In einem anderen Fall half ein freundlicher Steuerkenner leidgeprĂŒften Steuerzahlern bei ihrer SteuererklĂ€rung, indem er deren Daten in sein PC-Steuerprogramm eingab, die Entfernungskilometer ermittelte, auf Fristen hinwies und weitere Hilfe gab. DafĂŒr verlangte der Steuerkenner lediglich 30 Euro pro Steuerfall. Das Finanzamt sah hierin eine unerlaubte geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Hilfe in Steuersachen und drohte ein Zwangsgeld an. Die Sache ging bis zum Bundesfinanzhof. Hier machten die Richter dem Helfer klar, dass die verbotene Hilfeleistung in Steuersachen auch “Hilfeleistungen bei weniger bedeutsamen steuerlichen AntrĂ€gen erfasst”.

Auf der sicheren Seite mit WISO Steuer

Unser Tipp: Werden Sie doch einfach Ihr eigener Steuerberater – getreu dem Motto: “Jetzt helfe ich mir selbst!”. Mit WISO Steuer schaffen Sie die SteuererklĂ€rung auch, wenn Sie diese noch nie gemacht haben. Mit werthaltigen Tipps und Infos fĂŒhrt die Software Sie durch den Steuerdschungel.

Mit WISO Steuer sind die Nutzer auf der sicheren Seite. Die jĂ€hrliche Erstellung Ihrer SteuererklĂ€rung mit der Software, fĂ€llt nicht unter die „unerlaubte Hilfe“ und fĂŒhrt auch nicht zu einer Bußgeldstrafe. Dies gilt auch dann, wenn Sie bei einigen unserer Steuerprodukte die SteuererklĂ€rungen fĂŒr Angehörige (siehe oben) erstellen.

Informationen, die in der Software zur VerfĂŒgung gestellt werden, stellen keine individuelle steuerrechtliche WĂŒrdigung der Lebenssachverhalte dar. Daher liegt in unserer Software keine unerlaubte Hilfeleistung vor.

Steuer Software Testsiegel 2021

 

Die in der Software veröffentlichten Tipps, Informationen, Daten und Prognosen werden von Fachleuten mit grĂ¶ĂŸter Sorgfalt recherchiert. Selbiges gilt auch fĂŒr die kostenlosen und frei zugĂ€nglichen Inhalte in diesem Blog. Dennoch können wir fĂŒr den Inhalt keine GewĂ€hrleistung, Haftung oder eine sonstige juristische Verantwortung ĂŒbernehmen. Steuertipps im Programm oder im Blog ersetzen nicht die fachliche Beratung im Einzelfall durch einen Steuerberater.

Wir freuen uns ĂŒber Ihr Feedback

Individuelle Fragen zu Ihrer SteuererklĂ€rung können wir leider nicht beantworten, da wir keine persönliche Steuerberatung anbieten dĂŒrfen. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zu diesem Beitrag.

Sie haben Fragen zu unserer Steuer-Software? Hier hilft Ihnen das Kundencenter weiter.

60 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  1. 1
    Klaus-Peter

    Das sind komische kommentare und Gesetze. Man darf niemanden (außer Verwanden) soll sich teure Programme kaufen oder zu einen Steuerberater gehen! Warum? Wenn ein Steuerberater eine SteuererklĂ€rung fĂŒr seine Mandanten macht, dann sollte er auch eine Haftung ĂŒbernehmen, das alles richtig ist. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer! Ein Steuerberater verlangt nur einen Haufen Geld, aber ĂŒbernimmt keine Verantwortung!, denn der Steuerpflichtige mußte bisher immer fĂŒr die Richtigkeit unterschreiben! Wieso ĂŒberhaupt,wenn der Steuerpflichtige die SteuererklĂ€rung nicht gemacht hat? Der Papierkram ist zwar jetzt weggefallen, da alles ĂŒber die ELSTER Schnittstelle geht, aber wer ist jetzt fĂŒr die Richtigkeit verantwortlich?
    Warum kann man nicht ĂŒber Ihr Programm fĂŒr andere die SteuererklĂ€rung eingeben und abschicken?

    • 3
      Carina Hagemann

      Sehr geehrte Frau Bittersmann,

      bitte beachten Sie, dass ich Ihnen aus rechtlichen GrĂŒnden fĂŒr Ihre private SteuererklĂ€rung keine AuskĂŒnfte, RatschlĂ€ge oder Handlungsempfehlungen geben darf.
      GrundsÀtzlich gelten die im Beitrag beschriebenen Regeln.
      Danach ist wie im Abschnitt “Wann ist meine Hilfe erlaubt?” beschrieben, UnterstĂŒtzung bei der SteuererklĂ€rung im engsten Familienkreis (u. a. fĂŒr Eltern, Kinder oder Geschwister) nicht als unerlaubte Hilfe zu werden.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  2. 4
    Busch

    Könnte mir jemand sagen, ob ich fĂŒr meinen festen Lebenspartner mit dem wir zusammen leben die SteuererklĂ€rung machen darf? Wir sind weder verlobt noch verheiratet.

    • 5
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      die gemeinsame Veranlagung zur EinkommensteuererklĂ€rung ist fĂŒr nicht dauernd getrennt lebende Verheiratete und nicht dauernd getrennt lebende eingetragene Lebenspartner bzw. Lebenspartnerinnen möglich.
      FĂŒr eheĂ€hnliche Partnerschaften (nicht verheiratet, keine eingetragene Lebenspartnerschaft) kommt eine Zusammenveranlagung leider nicht infrage.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  3. 6
    JĂŒrgen BĂ€ckermann

    FĂŒr das Veranlagungsjahr 2020 habe ich die jahrelang benutzte Software Quicksteuer deluxe 2021 auf Tax 21 professional gewechselt, da Quicksteuer die Anzahl der SteuererklĂ€rungen auf 5 beschrĂ€nkt hat. Da ich fast doppelt soviel SteuererklĂ€rungen fĂŒr Familie und Freunde mit meinem Zertifikat an die Finanzverwaltung fĂŒr eine warme Mahlzeit und einen feuchten HĂ€ndedruck ĂŒbermittelt habe, suchte ich ein neues Steuerprogramm. Mit tax 21 kann ich bis zu 15 SteuererklĂ€rungen verwenden. Mit ihrem Artikel kriminalisieren Sie pauschal die Nutzer Ihrer Software. Vielleicht werfen Sie einmal einen Blick § 87 d Abgabenordnung DatenĂŒbermittlung an Finanzbehörden im Auftrag. Solange keine Beratung stattfindet sondern nur eine mechanische Übertragung der Steuerdaten gibt es m..E. kein Problem mit den Steuerberatern. Zur Kontrolle meiner Eingaben vergleiche ich diese mit Mein Elster. Sie ist zwar gewöhnungsbedĂŒrftig aber beherrschbar, sodass ich bereits 2020 drei SteuererklĂ€rungen an Elster ĂŒbermittelt habe. Ob ich im nĂ€chsten Jahr auf Ihre Software zurĂŒckgreife oder wieder Quicksteuer de luxe favorisiere ist eine Frage des Preises.

  4. 7
    Josef Frankerl

    Sie schreiben: »Die steuerliche Hilfe ist außerdem verboten, wenn sie “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” durchgefĂŒhrt wird.« Das trifft so nicht zu. TatsĂ€chlich ist die Hilfe nicht “außerdem”, sondern “nur dann” (dem Kreis nicht speziell qualifizierter Personen) verboten, wenn sie “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” erfolgt. Es gibt mindestens einen Kommentar, der zu Recht das Merkmal “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” thematisiert. In der Antwort wurde das leider ignoriert. Was “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” bedeutet ist Auslegungssache. Garantiert NICHT geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig ist die Hilfe, wenn sie einmalig und unentgeltlich geleistet wird. Aber selbst in diesem Fall unterstellen Sie eine verbotene Handlung. Was ist hierfĂŒr denn bitte die Rechtsgrundlage? Gem. § 160 StBerG, wo die Voraussetzung “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” wiederholt genannt wird, liegt außerdem nur eine Ordnungswidrigkeit vor und keine Strafbarkeit. Im ĂŒbrigen heißt es Steuerberatungsgesetz, nicht Steuerberatergesetz.
    Welche Notwendigkeit besteht eigentlich, Hilfe bei der SteuererklÀrung dem Finanzamt oder sonst wem unter die Nase zu reiben?
    Nebenbei fragt man sich, warum z.B. jeder x-beliebige Rechtsanwalt, auch wenn Steuerrecht nicht sein Spezialgebiet ist, in Steuersachen “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” beraten darf. Das Steuerrecht ist so komplex, dass nach vielfach hier geĂ€ußerter Ansicht nur Fachleute kompetent Hilfe leisten können. Im Rahmen der allgemeinen Juristenausbildung werden Steuern lediglich als Randgebiet gestreift. Wenn man konsequent wĂ€re, dĂŒrfte man daher die geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Hilfe nicht grundsĂ€tzlich allen RechtanwĂ€lten, sondern nur den FachanwĂ€lten fĂŒr Steuerrecht erlauben.

  5. 8
    Manfred SĂŒrig

    Es wĂ€re ein Leichtes, Statistiken darĂŒber zu erfassen un d zu veröffentlichen, wieviele Lohnsteuerpflichtige und Rentner keine SteuererklĂ€rung abgeben.
    Haben sie alle keinerlei Aufwendungen, die steuerlich absetzbar wÀren ?
    Es lasst sich nur schĂ€tzen, wieviel diese Steuerzahler dem Staat schenken und wĂ€re fĂŒr die privilegierten steuerberatenden Berufe eigentlich ein riesiger Markt – leider aber nur uninteressantes Kleinvieh. Aber hilft ein armer Rentner, der selbst dem Kleinvieh angehört, aus NĂ€chstenliebe seinem Nachbarn, die Formulare auszufĂŒllen, dann droht ihm ein Bußgeld !
    Es wÀre an der Zeit, dass die EuropÀische Union Deutschland zu einer GesetzesÀnderung auffordert !

  6. 9
    Hottenrott

    Wenn ich mittels des WISO Steuerprogramms die Daten eingebe ist das doch keine Beratung o.Ă€. .
    Allerdings habe ich bei meinen Söhnen nicht meinen Namen als UnterstĂŒtzer angegeben, hĂ€tte ich es machen können?
    Ansonsten ist es eben der deutsche Staat, wie an anderer Stelle, …

    • 10
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      nach den Regelungen des Steuerberatungsgesetzes dĂŒrfen Sie fĂŒr Ihre Söhne die SteuererklĂ€rung erstellen.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen

    • 12
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      danke fĂŒr Ihre Frage. Durch eine Generalvollmacht wird man quasi zum gesetzlichen Vertreter einer Person. Das dĂŒrfte dann die Erstellung der SteuererklĂ€rung mit einbeziehen.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen

  7. 13
    Bernie

    Ich möchte noch einen Gedanken hinzufĂŒgen, der bisher hier nur am Rande eine Rolle gespielt hat.
    Diejenigen Helfer, die gegen das StBerG verstoßen und sich z.B. die Erstellung einer ESt-ErklĂ€rung honorieren lassen, werden “zwangslĂ€ufig” regelmĂ€ÂŽĂŸig auch zum Steuerhinterzieher. Die Einnahmen aus ihrer unerlaubten TĂ€tigkeit werden sie nĂ€mlich wohl kaum bei ihrer eigenen SteuererklĂ€rung angeben (können). Aus genau diesem Grund wird dann auch die Steuerfahndung tĂ€tig – der Verstoß gegen das StBerG als Tatbestand interessiert die Fahndung insofern nicht. Wenn dem Auftraggeber bekannt ist, dass es sich bei der Zahlung des “Honorars” beim Helfer um Schwarzgeld handelt, kann zudem auch er noch ins Visier geraten (Stichwort: Beihilfe).

  8. 15
    Heinz-Dieter Werner

    Dieter: Steuerbearbeitung ist nur Fachleuten erlaubt. Nur bei Buhl ist telefonisch nie einer zu erreichen, alle Telefone besetzt. Rufen Sie spÀter einmal an. Da kann man alt werden bis eine Leitung frei ist.

    • 16
      Alexander MĂŒller

      Hallo Herr Werner,
      Danke fĂŒr Ihren Kommentar. Ich verstehe Ihre Kritik, dass Sie aufgrund Auslastung der Hotline nicht durchgekommen sind. Sie können jedoch auch anderes eine Anfrage stellen, schauen Sie gerne auf unserer Service-Seite. Allerdings gilt fĂŒr unseren Support das Gleiche wie fĂŒr unseren Blog: Fragen zur persönlichen Steuersituation dĂŒrfen wir nicht beantworten. Eine sogenannte rechtliche WĂŒrdigung im Einzelfall ist eben den steuerberatenden Berufen vorbehalten.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  9. 17
    Leo Weltner

    Eine mit mir nicht verwandte, 83-jÀhrige Familienfreundin kann den EStE-Vordruck wg. starkem Zittern der HÀnde
    nicht mehr selbst ausfĂŒllen. Wird das reine AusfĂŒllen, also lediglich die manuelle DatenĂŒbernahme in den Vordruck, ohne jede Beratung oder Hinweise, bereits als unerlaubte Hilfe eingestuft? Es gibt nur Einnahmen aus der Ges.Rentenvers.
    Falls das AusfĂŒllen bereits als unerlaubte Hilfe eingestuft werden sollte, was soll die Dame dann machen? Wegen
    einen Gehbehinderung kann die Dame auch nicht zu einem Lohnsteuerhilfeverein gehen.

    • 18
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      Danke fĂŒr Ihre interessante Frage! Wenn Sie der Dame quasi nur “mechanisch” helfen, dĂŒrfte dies kein Problem sein. Der Knackpunkt bei der “Steuerberatung” ist vor allem die rechtliche WĂŒrdigung von steuerrelevanten Sachverhalten. Kurz gesagt: darf/muss etwas in die SteuererklĂ€rung und in welcher Höhe. Und dies ist eben nach dem Steuerberatungsgesetz nicht fĂŒr jeden erlaubt.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  10. 19
    J. Starost

    Naja ich lese das Verbot anders, es handelt sich doch um das Verbot der geschĂ€ftsmĂ€ĂŸigen Hilfe.
    Zitat Steuerberatungsgesetz:
    Ҥ 5 Verbot der unbefugten Hilfeleistung in Steuersachen, Missbrauch von Berufsbezeichnungen
    (1) Andere als die in den §§ 3, 3a und 4 bezeichneten Personen und Vereinigungen dĂŒrfen nicht geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig Hilfe in Steuersachen leisten, insbesondere nicht geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig Rat in Steuersachen erteilen.
    …”
    Also doch nur Werbung fĂŒr Euer Programm?! 😉

    • 20
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      Danke fĂŒr ihr Kommentar. Der große Unterschied ist, dass ein Steuerberater / Lohnsteuerhilfeverein usw. die Lebenssachverhalte steuerlich “wĂŒrdigt”, also entscheidet ob und wo sie in die SteuererklĂ€rung reinkommen. Damit geht dann auch eine Haftung einher. Bei einem Steuerprogramm muss gewĂ€hrleistet sein, dass die eingetragenen Daten vor allem richtig und vollstĂ€ndig verarbeitet werden (§87c AO). Jedoch entscheidet der Nutzer, was, wo und in welcher Höhe er in die SteuererklĂ€rung eintrĂ€gt. Die Software gibt dazu Tipps und Hilfestellungen. Und zur Ihrer Frage der Werbung: selbstverstĂ€ndlich werben wir auch fĂŒr uns und zeigen, dass man die Wahl hat: SteuererklĂ€rung selbst erstellen, mit oder ohne Steuerprogramm, oder sich an einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe wenden.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  11. 21
    Wegner Robert

    Robert Wegner
    Darf ich meinen Freunden meinen Laptop mit dem installierten Wiso- Programm leihen?? Sie erstellen ja dann ihre SteuererklĂ€hrung selbst und senden diese ja nur ĂŒber meine Schnittstelle ans Finanzamt ab.

    • 22
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      Danke fĂŒr Ihre Frage. Wenn man diesen Weg gehen möchte, dĂŒrfte dies kein Problem sein. Wie schon in anderen Kommentaren geschrieben ist das Hauptproblem folgendes: sobald man eine rechtliche WĂŒrdigung von steuerlich relevanten Sachverhalten (fĂŒr andere) vornimmt, wird es eng hinsichtlich der Regelungen des Steuerberatungsgesetzes.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  12. 23
    Jörg B.

    Lebenspartner gehören auch zu den Personen, die (unentgeltlich) Hilfe leisten dĂŒrfen bzw. denen Hilfe geleistet werden darf (§ 6 Ziff. 2 Steuerberatungsgesetz i. V. m. § 15 Abgabenordnung).

    • 24
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      Danke fĂŒr Ihren Kommentar. Das ist richtig mit den Lebenspartnern. Da es seit 2017 die Ehe fĂŒr alle gibt, hatten wir die Lebenspartnerschaften zunĂ€chst nicht mit drin. Das haben wir nun aber angepasst im Beitrag.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  13. 25
    Andreas

    Sind Sie als Vertreiber der Steuerprogramme denn nicht ein Förderer / Beihilfe Leistender der “Unerlaubten Hilfe in Steuersachen” ? Machen sie sich nicht selber damit strafbar, in dem sie jedermann animieren SteuererklĂ€rungen zu erstellen? Sie denken also, wenn man Ihr Programm mehrfach benutzt, dann steht man schon fast mit einem Bein im GefĂ€ngnis?

    • 26
      Alexander MĂŒller

      Hallo Andreas,
      der Unterschied ist, dass bei einem Steuerprogramm der Benutzer selbst seine SteuererklĂ€rung erstellt. Das Programm hilft ihm, er entscheidet aber, was er wo und in welcher Höhe eintrĂ€gt. Bei einem Steuerberater wird die SteuererklĂ€rung erstellt und die Lebenssachverhalte auch von ihm/ihr steuerlich beurteilt. Es macht also jemand anderes, der dann auch ggf. haftet. Ob jemand mit einer Steuersoftware fĂŒr andere die SteuererklĂ€rung abgibt, bleibt ihm selbst ĂŒberlassen. Wir stellen in dem Beitrag nur klar, was erlaubt ist und was nicht.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  14. 27
    JoB

    Hallo WISO, soll ich jetzt verstehen das, wenn ich die SteuererklÀrung mit ihrem Programm erstelle, mich nicht dadrauf beziehen kann, das ich sie richtig gemacht habe ???

    • 28
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      Sie sprechen da einen wichtigen Punkt an: Erstellt man seine SteuererklĂ€rung alleine, ist man auch dafĂŒr verantwortlich. Egal ob mit Software oder ohne. Unsere Steuersoftware gibt Ihnen jedoch voll umfĂ€ngliche Hilfe und Tipps zum korrekten Eintrag. Und unsere Steuer- und Softwareexperten arbeiten immer daran, die SteuerklĂ€rung leichter aber auf jeden Fall korrekt machen zu können. Geht man zu einem Angehörigen der steuerberatenden Berufe, steht dieser eben mit seinem Know-How fĂŒr die korrekte SteuererklĂ€rung ein.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  15. 29
    Inge Schneider

    Meine Freundin und ich “teilen” uns das WISO Programm und jeder gibt seine Daten selbst ein. ZĂ€hlt das auch zu den Verboten?

    • 30
      Alexander MĂŒller

      Hallo,
      Danke fĂŒr Ihre Frage. So wie Sie es beschreiben, wĂ€re das ok. Das fĂ€llt dann nicht unter die BeschrĂ€nkungen des Steuerberatungsgesetzes.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander MĂŒller von steuernsparen.de

  16. 31
    Ralf

    Den Grund, warum eine Hilfeleistung verboten ist, auch wenn das so stimmt, halte ich fĂŒr einen Witz. Der eigentliche Grund liegt wohl eher darin, dass die Steuerberater Angst haben nicht genug zu verdienen. Rentner z.B. die auf Grund ihrer Rente keine Steuer zahlen mĂŒssen werden somit gezwungen fĂŒr Ihre SteuererklĂ€rung Geld auszugeben. Das trifft natĂŒrlich auch auf alle zu die sowieso Nachbezahlen mĂŒssen. Davon abgesehen ist die Benutzung fĂŒr Ă€ltere Menschen von Steuer-Software nicht zu bewĂ€ltigen.

  17. 32
    Dietmar Fender

    Die Hilfeleistung in Steuersachen ist nur erlaubt fĂŒr die genannten Personen und enge Verwandte. Das ist richtig. Allerdings ist die Bezeichnung “strafbar” nicht zutreffend. Es handelt sich “lediglich” um eine Ordnungswidrikeit, nicht um eine Straftat! Das Bußgeld ist mit bis zu 5.000 Euro natĂŒrlich trotzdem saftig, aber die Behörden haben im Falle einer Ordnungswidrigkeit eben weniger Ermittlungsbefugnisse als bei einer Straftat. Davon ausgenommen ist natĂŒrlich die Beihilfe zur Steuerhinterziehung, die wiederum eine (Steuer-) Straftat darstellt.

  18. 33
    Jan

    Wie sieht es aus, wenn man lediglich UnterstĂŒtzung bei der Registrierung auf der Webseite „Mein Elster“ und bei der Einspielung der Bescheinigungen behilflich ist und die SteuererklĂ€rung dann vom Steuerpflichtigen selbst erstellt wird?

    • 34
      Carina Hagemann

      Hallo Jan,

      leider darf ich Ihnen hierzu keine Auskunft geben. GrundsÀtzlich gelten die im Beitrag beschriebenen Regelungen.
      In einer Verwaltungsanweisung des Finanzministeriums Hamburg vom 16.02.2009 ( 55 – S 0821 – 001/09) lautet es hierzu unter anderem:
      “Der Begriff der „Hilfeleistung in Steuersachen” wird in § 1 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) definiert. Darunter fĂ€llt jede unterstĂŒtzende TĂ€tigkeit bei der Beratung und Vertretung eines Dritten in dessen steuerlichen Angelegenheiten. Die Hilfeleistung in Steuersachen beginnt, sobald sich ein Dritter mit einer steuerlichen Einzelsache befasst und dazu konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Allgemeine steuerliche Hinweise und AusfĂŒhrungen stellen keine Hilfeleistung i.S. des § 1 StBerG dar.
      Nach dem BFH-Urteil vom 28.7.1981, BStBl 1982 II S. 43, ist der Begriff der Hilfeleistung in Steuersachen nicht eng auszulegen, sondern nach objektiven Kriterien zu bestimmen. Auf den zeitlichen und inhaltlichen Umfang der TĂ€tigkeit kommt es nicht an, so dass auch Beratungen in weniger bedeutsamen Steuerangelegenheiten darunter fallen, z.B. die Hilfeleistung bei der Erstellung von SteuererklĂ€rungen, bei der Regelung von AbgabenrĂŒckstĂ€nden und bei dem Abfassen von AntrĂ€gen oder Schreiben in Steuersachen.
      Es ist nicht erforderlich, dass das Ergebnis der TĂ€tigkeit gegenĂŒber der Finanzbehörde verwandt wird.”

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  19. 35
    Fabian

    Ich muss gerade mal anmerken, dass die Grafik zu den “erlaubten Verwandten” da oben mal ordentlich suboptimal ist…. sie ist heillos schlecht beschriftet und/oder falsch.
    Wenn ich mich als den “Steuerzahler” betrachte, dann fehlen neben mir meine BrĂŒder und Schwestern, sowie deren Kinder (Nichten und Neffen). So angeschrieben sind dann aber von Mutter und Vater ausgehend meine Onkels und Tanten, sowie Cousins und Cousinen, die explizit VERBOTEN sind.
    Auf jeden Fall ist diese Grafik irrefĂŒhrend, im schlimmsten Fall gefĂ€hrlich falsch.

    • 36
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank fĂŒr Ihre Nachricht und den Hinweis auf die Grafik.
      Sie haben recht – sie ist in vielerlei Hinsicht missverstĂ€ndlich und weicht vom Beitragstext ab. Deshalb habe ich die Grafik entfernt.
      Die Steuern-Sparen-Redaktion wird den Beitrag in den nĂ€chsten Wochen nochmals ĂŒberarbeiten und aktualisieren.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  20. 37
    Volker P.

    Meine Eltern (beide ĂŒber 80) hatten bis 2012 eine Nichtveranlagungsbescheinigung und danach einfach vergessen eine ErklĂ€rung abzugeben. Nun wollen sie wieder ErklĂ€rungen abgeben, auch wenn sicher 0€ herauskommt. Muss ich fĂŒr ELSTER ein Zertifikat fĂŒr meinen Vater oder Mutter anfordern, oder kann ich das als naher Angehöriger mit meinem Zertifikat senden? Zumindest „helfen“ darf ich ja in diesem VerwandschaftsverhĂ€ltnis.

    • 38
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank fĂŒr Ihre Frage. GrundsĂ€tzlich ist die DatenĂŒbermittlung durch ein Zertifikat einer anderen Person möglich.
      Das Zertifikat benennt nur, wer die Daten ĂŒbermittelt hat.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  21. 39
    Ula Tuh

    Ist folgendes Gestaltungsmodell denkbar: Ehemann Steuerberater in einer SozietĂ€t; Ehefrau grĂŒndet BuchhaltungsbĂŒro ĂŒber die auch kleinere Jahresabschluss- und EinkommensteuerfĂ€lle abgewickelt werden?

    • 40
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      leider darf ich aus rechtlichen GrĂŒnden steuerlich nicht beratend tĂ€tig werden und Ihnen entsprechend auch auf diese Frage keine Antwort geben. Ich bitte deshalb um Ihr VerstĂ€ndnis.
      In individuellen Gestaltungs- und Rechtsfragen dĂŒrfen Ihnen nur bestimmte Berufsgruppen wie Steuerberater, WirtschaftsprĂŒfer oder RechtsanwĂ€lte Auskunft geben.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  22. 41
    Kiril Penov

    Liebe Nutzer und Leser dieses Forums, ich habe eine frage:
    seit langem habe ich keine SteuererklĂ€rung mehr gemacht, meistens aus zeitlichen GrĂŒnden und “ich mache es am nĂ€chstn Wochenende…”, und dann musste ich einspringen zum Dienst usw… Wie auch immer, neulich habe ich angefangen das WISO-Software fĂŒr meine SteuererklĂ€rung zu benutzen und wurde ich dabei sehr positiv ĂŒberrascht dass das Software SteuererklĂ€rungen fĂŒr Vorjahr zurĂŒck bis 2014 erlaubt!!! Ich dachte es ist max. 4 Jahren in der Vergangenheit?! Kann mir jemand hier bitte weiterhelfen?

    • 42
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Sie haben Recht. Die Festsetzungsfrist fĂŒr die SteuererklĂ€rung betrĂ€gt allgemein 4 Jahre. Damit können im Jahr 2020 SteuererklĂ€rungen fĂŒr die Jahre 2019-2016 abgegeben werden. FĂŒr die Verlustfeststellung sind es allerdings sogar 7 Jahre. D. h. wenn jemand einen Verlust erklĂ€ren möchte, kann er das im Jahr 2020 darĂŒber hinaus auch noch fĂŒr die Jahre 2015-2013 tun. Deswegen bietet WISO Steuer auch diese Jahre noch fĂŒr die ErklĂ€rung an.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  23. 43
    Thorsten M

    Hallo, dĂŒrfte man ohne Stb-Examen ein Buch ĂŒber das Thema EInkommenssteuer bei Studenten schreiben oder fĂ€llt das unter Beratung?

    • 44
      Jochen Breunig

      Guten Tag Herr M,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen GrĂŒnden steuerlich nicht beraten. GrundsĂ€tzlich ist eine geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Hilfeleistung in Steuersachen aber nur mit einer Befugnis erlaubt. Bei speziellen Fragen hierzu empfehlen wir Ihnen das fĂŒr Sie zustĂ€ndige Finanzamt zu kontaktieren.

      Vielen Dank und GrĂŒĂŸe
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  24. 46
    Sarah

    Darf der Steuerberater, der nach § 3 StBerG zur steuerlichen Hilfeleistung uneingeschrÀnkt befugt ist, Freunde unentgeltlich steuerlich beraten?

    • 47
      Alexander MĂŒller

      Hallo Sarah,

      eine interessante Frage. Die Antwort lautet m.E. : Ja, er darf. Der Steuerberater hat die gesetzliche Befugnis nach §3 StBG und in §2 StBG steht zusĂ€tzlich: …”Dies gilt ohne Unterschied fĂŒr hautberufliche, nebenberufliche, entgeltliche oder unentgeltliche TĂ€tigkeit.” Jedoch muss man aufpassen hinsichtlich der Konsequenzen bei den anderen Steuergesetzen, z.B. bei der Umsatzsteuer (Erbringung einer unentgeltlichen sonstigen Leistung fĂŒr Zwecke außerhalb des Unternehmens ist steuerbar und steuerpflichtig, §3 Abs.9a S.1 Nr.2 UStG).

      Leider sind wir aber gesetzlich daran gehindert Ihnen hier weiter Auskunft zu geben, da wir keine Steuerberatung anbieten dĂŒrfen.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander aus der buhl:Redaktion

  25. 48
    Sarah

    Ein sehr interessanter Artikel, welchen Paragrafen liegt diese Aussage zugrunde?:
    “Besteht kein VerwandtschaftsverhĂ€ltnis dĂŒrfen Sie gar nicht helfen. Die SteuererklĂ€rung fĂŒr Freunde zu machen, ist also verboten. Darunter fĂ€llt sogar der feste Partner, solange man nicht verlobt oder verheiratet ist. Dass auch Bekannte darunter fallen, versteht sich von selbst.”

    • 49
      Alexander MĂŒller

      Sehr geehrte Sarah,
      vielen Dank fĂŒr die Frage. Die gesetzliche Grundlage sind die §§5 und 6 des Steuerberatergesetzes: §5 regelt die Verbote und §6 nennt Ausnahmen. So heißt es in §6 StBG: “Das Verbot des §5 gilt nicht fĂŒr … Nr.2 die unentgeltliche Hilfeleistung in Steuersachen fĂŒr Angehörige im Sinnde des §15 der Abgabenordnung. Welche Angehörige das sind, können Sie dem Artikel entnehmen.

      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alexander aus Ihrer buhl:Redaktion

  26. 51
    Anna

    Das Verbot hat in diesem Fall genau denselben Grund warum nicht jeder eine Arztpraxis eröffnen kann, der meint er könne anderen in gesundheitlichen Fragen RatschlĂ€ge geben. Die QualitĂ€t sollte in manchen Bereichen einfach geschĂŒtzt sein, daher strebt die Regierung ja auch wieder die Meisterpflicht an, da es niemandem gefĂ€llt wenn in seinem Leben “rumgepfuscht wird” von Möchtegern-Ärzten, Handwerkern, RechtsanwĂ€lten oder Steuerberatern. Daher sollten die Profis in Ihren jeweiligen Bereichen auch zugelassen werden mĂŒssen um eine hohe QualitĂ€t zu gewĂ€hrleisten. Demzufolge mĂŒssen die “Pfuscher” eben auch bestraft werden, wenn Sie gegen die QualitĂ€tsanforderungen verstoßen.

  27. 52
    Andre

    Warum das Verbot?
    Leider konnte ich keine triftige BegrĂŒndung hierfĂŒr finden. Folgende Fakten habe ich bislang gesammelt:
    – Durch das Verbot entsteht fĂŒr Steuerlaien eine Situation, in welcher er nur verliert. Wenn er die SteuererklĂ€rung selbst macht, entgehen ihm NachlĂ€sse auf Steuern, die ihm gesetzlich ja zustehen. Wenn er die Hilfe beim zugelassenen Steuerberater einkauft, trĂ€gt er die Kosten. Ein Arbeitskollege, der sich gut auskennt, darf ja nicht helfen.
    – Ein ganzer Berufsstand der Steuerberater zĂ€hlt auf dieses Verbot, denn wĂŒrde er wegfallen, so wĂŒrden auch die UmsĂ€tze signifikant einbrechen.
    – Die KomplexitĂ€t des Steuersystems ist dermaßen hoch, dass ein normaler Mensch nicht mit einem vertretbarem Aufwand in Eigenleistung die SteuererklĂ€rung erstellen kann. So dass er auch alle VergĂŒnstigungen, die im zustehen in Anspruch nehmen kann.
    – Die EU-Komission kritisiert dieses Verbot in Deutschland
    – Das Verbot wird aufrecht erhalten, weil durch die “falschen” SteuererklĂ€rungen zu viel Steuern gezahlt werden, die ja in den Staatshaushalt, also unserem gemeinsamen Portemonnaie wandern. Die Hauptproblematik ist dabei aber, dass “zuviel Steuern” solche Menschen zahlen, die keinen Steuerfachmann engagieren, Das sind natĂŒrlich diejenigen, die sich keinen leisten können oder wollen.

  28. 53
    hintzsche

    Ich werde den Leuten weiterhin helfen. Man darf das aber auch nicht verraten das man jemandem geholfen hat. Also man muss die Leute auch aufklÀrten das die Leistungen von mir nicht steuerlich absetzbar sind.

  29. 54
    Steuerzahler

    Aber wie sieht es aus, wenn ich meine Cousine, die eine Steuerberaterin ist meine Steuer (privat und gewerblich) machen lasse und sie dafĂŒr ordnungsgemĂ€ĂŸ bezahle?!

  30. 55
    Ernst Albus

    Nun ja, ich bin Buchhalter und habe alles bis zu Bilanzen schon erstellt, wenn es notwendig war. Habe jetzt erneut Buchhaltungen ĂŒbernommen und bekomme heute einen solchen Brief prompt vom Finanzamt, mit derselbigen VerdachtsĂ€ußerung und Androhung etc. Es ist schon merkwĂŒrdig anzuschauen, wenn unser Staat bestimmte Grauzonen ganz absichtlich zulĂ€sst, um daraus sein eigenen Vorteile zu ziehen oder aber wie hier ganz sicher, die Lobby der Steuerberater und RechtsanwĂ€lte zu schĂŒtzen und deren PfrĂŒnde. Dazu ein absolut lĂ€cherliches Beispiel. Ich dĂŒrfte im Prinzip nach meinem Status keinen LSt-Verein aufmachen oder ĂŒbernehmen, wenn ich aber meine BĂŒrokollegin, die zufĂ€llig bei mir die Buchhaltung machen lĂ€sst und gar keine Ahnung hat, was Buchhaltung angeht und deren Nebengebiete, nun ein solches LSt-BĂŒro aufmachen möchte, dann rennen alle Institutionen bei ihr die TĂŒren ein, damit sie den Fuß da rein bekommen. ein krasseres Beispiel fĂŒr Lobby-Schutz seitens unserer Regierung kann es nun gar nicht geben. Um der Sache die Krone aufzusetzen, könnte sie mich dann als selbstĂ€ndigen oder angestellten Buchhalter beschĂ€ftigen, weil sie ja keine Ahnung hat. Da stellt sich schon die Frage mit welcher Dreistigkeit sich Lobbyisten hier PfrĂŒnde sichern und anderen Leuten Quasi ein Arbeitsverbot durch die HintertĂŒr anonym erteilen dĂŒrfen, was im ĂŒbrigen das Grundgesetz verbietet. Ich glaube, mehr muss man dazu nicht sagen.

  31. 57
    Yvonne Kuefer

    Davon habe ich zuvor tatsĂ€chlich noch nichts gehört! Da bei uns in der Familie sich leider niemand sehr gut mit der SteuererklĂ€rung auskennt, habe ich mich die letzten Jahre lieber an einen Profi gewandt. Trotzdem ist es langsam an der Zeit, dass ich mich selbst damit beschĂ€ftige. Viele GrĂŒĂŸe Yvonne

  32. 58
    Stefanie S.

    In Sachsen wird das nicht so eng gesehen. Da lachen so etwas Richter aus und nehmen die armen “Steuerberater” in Schutz. Da wird eine Schadensersatzklage am AG Plauen schon mal mit 10 Jahre alten Gesetzen (§ 68 StBerG) abgelehnt. In der Berufung am LG Zwickau (6 S 59/14) sieht der Richter auch keine Pflichtwidrigkeit, weil der Steuerberater nie selbst beraten hat, sondern eine Person 70 km entfernt mit der Steuerberatung beauftragte. Diese Person musste Mandanten anwerben, die Mandanten beraten und den Schriftverkehr mit dem FA fĂŒhren. Ist auch keine Pflichtwidrigkeit, wenn das BĂŒro nach § 34 StBerG nicht bei der Kammer registriert ist.
    Die Steuerberaterkammer Sachsen macht auch nichts, weil sich bisher keine anderen Mandanten beschwert haben.
    So wusste der “Schein-Steuerberater” nicht, dass Zugfahrten zur ArbeitsstĂ€tte mit 30 Cent angesetzt werden dĂŒrfen oder Dienstfahrten mit Hin- und RĂŒckfahrt. Aber in Sachsen ist das alles keine Pflichtwidrigkeit, dass FA Plauen unternimmt nichts gegen Schein-Steuerberater und der schein-Steuerberater darf vor Gericht als Steuerberater ausgegeben werden!
    Und, wenn man dann eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreibt, dann wird sogar dafĂŒr noch der Ehe-Partner eine Woche vor Weihnachten mit strafverfolgt!

  33. 59
    Wolfgang Neumann

    Die Lobbyisten gewinnen immer und das nicht nur in Steuersachen. Es ist m.E. schon in gewisser Weise problematisch -obwohl es sehr gute Steuerprogramme (WIESO !!!) fĂŒr den PC gibt, dass eine derartige Rechtsprechung vorhanden ist.

  34. 60
    Jochen Schultz

    Das Finanzamt nimmt bestimmt Milliarden ein, weil die BĂŒrger nicht wissen was ihnen zusteht und die Kosten fĂŒr einen Berater scheuen. Und damit das so bleibt gibt es Gesetze…

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