Eltern im Heim

Eltern im Heim

Können Kinder die Ausgaben absetzen?


Kosten für ein Alters- oder Pflegeheim können ganz schön teuer sein. Oftmals reicht das Einkommen und Vermögen des Ehepartners nicht aus, um diese Kosten zu zahlen. Nicht selten müssen dann die Kinder für den Heimaufenthalt der Eltern aufkommen. Da wäre es doch gut, wenn die Kinder diese Ausgaben von der Steuer absetzen könnten! Doch, geht das überhaupt?

Heimkosten der Eltern als außergewöhnliche Belastung

Grundsätzlich gilt: Zahlungen der Kinder für die Heimunterbringung wegen Pflegebedürftigkeit, Behinderung oder Krankheit sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Positiv: Abziehbar sind nicht nur die Pflegekosten, sondern auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Doch: hier muss jedoch erst eine zumutbare Belastung überschritten werden muss. Erst ab diesem Betrag wirken sich die Kosten auch steuermindernd aus.

So hoch ist Ihre zumutbare Belastung

Die zumutbare Belastung richtet sich nach der Höhe des Einkommens, der Anzahl der Kinder und dem Familienstand. Das ist Ihr Selbstbehalt, den Sie von den Aufwendungen übernehmen müssen, bevor die Allgemeinheit der Steuerzahler Ihnen hilft.

Bei einem Gesamtbetrag der EinkünfteBis 15.340 EuroÜber 15.340 Euro
bis 51.130 Euro
Über 51.130 Euro
bei Steuerpflichtigen ohne Kinder
- nach dem Grundtarif5 %6 %7 %
- nach dem Splitting-Tarif4 %5 %6 %
bei Steuerpflichtigen
- mit 1 oder 2 Kindern2 %3 %4 %
- mit 3 oder mehr Kindern1 %1 %2 %
des Gesamtbetrags der Einkünfte

Ausgaben gelten als Unterhaltsleistungen

Zahlungen der Kinder für die Unterbringung aus Altersgründen in einem Altenheim, Altenwohnheim oder Seniorenwohnstift gelten als typische Unterhaltsleistungen. Daher können maximal bis zum Unterhaltshöchstbetrag von 8.820 Euro (2017) abgesetzt werden.

Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge des Elternteils weniger als 9.444 Euro bzw. 18.888 Euro (2017) beim Elternpaar betragen. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem abzugsfähigen Höchstbetrag von 8.820 Euro und dem Anrechnungsfreibetrag von 624 Euro.

Heimkosten sind in tatsächlicher Höhe absetzbar

Nun hat das Finanzgericht Köln bestätigt, dass Zahlungen an das Sozialamt für die Unterbringung der Mutter in einem Pflegeheim als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind. Die Zahlungen sind in tatsächlicher Höhe abziehbar und nicht aufzuteilen in Kosten der Pflege und in Kosten für Unterkunft und Verpflegung (Aktenzeichen 14 K 2643/16).

Wahlrecht gibt es nicht

Die geleisteten Zahlungen für die Heimunterbringung können nicht teilweise als typische Unterhaltsleistungen umgedeutet und somit – ohne Ansatz einer zumutbaren Belastung – abgezogen werden. Die Richter stellen klar, dass es ein Wahlrecht zwischen dem Abzug als außergewöhnliche Belastungen und dem Abzug als Unterhaltsleistungen nicht gibt.

Grundsätzlich sind die gezahlten Heimkosten um eine so genannte Haushaltsersparnis wegen ersparter Verpflegungs- und Wohnungskosten zu kürzen, falls der Haushalt des Pflegebedürftigen aufgelöst wird.

Neu ist eine erfreuliche Erkenntnis der Richter

Eine Haushaltsersparnis ist nicht anzurechnen, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge der pflegebedürftigen Person, die diese für ihren Unterhalt einsetzt, sowohl über den Regelsätzen für die Grundsicherung nach SGB XII (2017: 409 Euro x 12 = 4.908 Euro) liegen als auch über dem als Haushaltsersparnis anzusetzenden Wert (2017: 8.820 Euro). Hier fehlt es an einer Haushaltsersparnis der unterhaltenen Person und erst recht der zum Unterhalt verpflichteten Person.

Unser Tipp: Beantragen Sie rechtzeitig eine Pflegestufe

Sind die Eltern oder Großeltern im Pflegeheim und sie zahlen einen Teil der Kosten? Unser Tipp: Beantragen Sie rechtzeitig eine Pflegestufe. Denn so zahlt die Versicherung einen Teil der Ausgaben zur Pflege. Und Sie können dann noch leichter Steuern sparen.

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