Pflegekinder

Pflegekinder


Ein Pflege-Pauschbetrag von 924 € kann derjenige geltend machen, der eine dauerhaft hilflose Person unentgeltlich pflegt Eine familienähnliche, auf längere Dauer angelegte Beziehung ist dafür Voraussetzung. Das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den leiblichen Eltern muss erloschen sein.

Eine volljährige, behinderte Person kann nur dann Pflegekind sein, wenn ihr geistiger Zustand dem typischen Entwicklungsstand einer noch minderjährigen Person entspricht, aber trotzdem noch erzieherische Einwirkungsmöglichkeiten bestehen. Ferner muss zu den Pflegeeltern bereits eine längerfristige ideelle Beziehung bestehen und von diesen beabsichtigt sein, diese familiäre Bindung noch für mindestens zwei Jahre aufrechtzuerhalten.

Kommen die leiblichen Eltern den Unterhaltsverpflichtungen weiterhin zu mindestens 75 % nach,
wird das Kind jedoch steuerlich nach wie vor den leiblichen Eltern zugeordnet.

Eine Haushaltsaufnahme liegt nur dann vor, wenn das Kind ständig in der gemeinsamen Familienwohnung des Antragstellers lebt und dort versorgt und betreut wird. Die bloße Anmeldung bei der Meldebehörde genügt also nicht! Eine nur tageweise Betreuung während der Woche oder ein wechselweiser Aufenthalt bei der Pflegeperson und bei den Eltern begründet keine Haushaltsaufnahme. Eine bestehende Haushaltszugehörigkeit wird durch eine zeitweilige auswärtige Unterbringung, z. B. Krankenhausaufenthalt oder wegen Schul- oder Berufsausbildung oder Studium des Kindes, nicht unterbrochen.

Ein behindertes Kind gehört trotz Heimunterbringung weiterhin zum Haushalt der (Pflege-)Eltern, wenn es in einem zeitlich bedeutsamen Umfang im Haushalt weiterhin betreut wird.

Wichtig: Bei nicht zusammenlebenden Eltern geht das Finanzamt davon aus, dass das Kind dort lebt, wo es gemeldet ist. Sie können diese Vermutung widerlegen.

Ist das Kind zu Erwerbszwecken, d.h. als Kostkind, in den Haushalt aufgenommen, wird das Pflegekind steuerlich nicht berücksichtigt. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn den Pflegeeltern ein erheblich über den Pflegesätzen des zuständigen Jugendamts liegendes Pflegegeld gezahlt wird.