Geschenke für Geschäftspartner

Geschenke für Geschäftspartner

Ein Fall fürs Finanzamt


Wein, Pralinen oder doch ein Gutschein? Geschenke machen glücklich. Deshalb bedenken Unternehmen ihre Kunden und Partner gern mit einem Präsent, um so die Geschäftsbeziehungen zu stärken. Häufig lassen sich die Kosten steuerlich geltend machen. Erfahren Sie hier was dabei zu beachten ist.

Geschäftspartner und Kunden beschenken

Geschenke an Geschäftspartner oder Kunden gelten steuerlich als sogenannte unentgeltliche Zuwendungen. Die Kosten dafür können als Betriebsausgaben abgezogen werden, jedoch nur dann, wenn sie betrieblich veranlasst sind und der Wert bzw. die Anschaffungskosten unterhalb der Freigrenze von 35 Euro pro Person und Jahr bleiben.

Die Finanzverwaltung zeigt sich hier kompromisslos: Kostet das Geschenk einen Cent mehr, handelt es sich um eine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe. D.h. Sie können die Ausgaben komplett nicht absetzen – auch nicht den eigentlich zulässigen Betrag von 35 Euro.

Wenn Sie also Ihrem Geschäftspartner eine Flasche Château Cheval Blanc im Wert von 200 Euro für die gute Zusammenarbeit überreichen, gehen Sie bei Ihrer Steuererklärung leer aus. Denn dann handelt es sich um private Ausgaben, die als „Entnahme aus dem Betriebsvermögen“ als Gewinn versteuert werden müssen.

Damit kein Ärger vom Finanzamt droht, müssen Ihre Ausgaben

  • getrennt auf gesonderten Konten verbucht sein
  • aus dem Buchungsbeleg muss der Empfänger ersichtlich

Netto oder Brutto? Maßgeblich ist, ob der Schenkende zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Ist das der Fall, muss der Nettowert des Geschenkes unter der Freigrenze liegen. Kleinunternehmer sollten den Bruttowert des Geschenkes im Auge behalten.

Pauschale Versteuerung – eine Alternative?

Auch der Beschenkte muss aufpassen: Aus Sicht des Fiskus sind Geschenke geldwerte Vorteile und müssen grundsätzlich versteuert werden. Ausnahme hierbei sind kleine Aufmerksamkeiten unter 10 Euro, die weder der Empfänger noch das Unternehmen versteuern muss.

Bevor Sie also als Chef Gefahr laufen, Ihre Partner oder Kunden zu verärgern, weil diese sich mit der Versteuerung des Geschenkes plagen müssen, können Sie die pauschale Versteuerung in Betracht ziehen. Das Präsent kann dann vorab mit 30 Prozent des Kaufpreises pauschal versteuert werden, zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Auch die Pauschalsteuer können Sie als Betriebsausgabe ansetzen, sofern das Geschenk nicht teurer als 35 Euro ist.

Mit der Pauschalsteuer ist nämlich die Steuerpflicht des Beschenkten abgegolten. Jedoch muss der Schenkende dem Beschenkten mitteilen, dass er die Steuer für sein Geschenk übernommen hat.

Haben Sie sich für die pauschale Versteuerung entschieden, müssen Sie dies im gesamten Kalenderjahr ausnahmslos für alle Kunden und Geschenke anwenden.

Geschäftspartner im Ausland

Zuwendungen an Steuerausländer und Privatkunden sind nicht in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen. Wer also im Ausland ansässige Geschäftspartner beschenkt oder sie zu Events einlädt, muss darauf keine Pauschalsteuer zahlen, da diese in Deutschland nicht steuerpflichtig sind (BFH, Az. VI R 57/11).

Geschenke an Mitarbeiter

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter beschenken, können Sie diese Aufwendungen immer als Betriebskosten geltend machen. Der Wert des Geschenkes spielt dabei keine Rolle, allerdings muss es sich um eine Sachleistung handeln.

Anders sieht es für den Mitarbeiter aus, der das Präsent erhält. Für ihn gilt: Das Geschenk ist steuerfrei, sofern der Kaufpreis inkl. Mehrwertsteuer die Grenze von 60 Euro nicht überschreitet. Nimmt der Chef mehr Geld in die Hand, muss der Mitarbeiter das Präsent komplett als Arbeitslohn versteuern.

Wichtig

Geldgeschenke sind unabhängig vom Betrag immer steuerpflichtig.

Auch möglich: Damit Ihr Mitarbeiter sich keinen Kopf um die Versteuerung des Geschenkes machen muss, können Sie als Chef die Steuer pauschal übernehmen.

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