Feier aus zwei Anlässen

Feier aus zwei Anlässen

Kein steuerlicher Abzug


Mit einem größeren oder kleineren Empfang, Umtrunk oder Imbiss werden häufig besondere persönliche Ereignisse gefeiert. Anlässe gibt es viele: Amtseinführung, Dienstjubiläum, Beförderung,Geburtstag, Einstand oder Ausstand.

Grundsätzlich Private Ausgaben

Da in diesen Fällen die Bewirtungskosten der persönlichen Repräsentation dienen, sind sie privat veranlasst und nicht als Werbungskosten absetzbar.

Denn es handelt sich um „Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung mit sich bringt, auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit erfolgen“.

Was aber gilt, wenn gleichzeitig mit einem persönlichen Ereignis ein berufliches Ereignis gefeiert wird? Immerhin hatte der Bundesfinanzhof im Jahre 2009 seine Rechtsprechung geändert und bei gemischt veranlassten Aufwendungen eine Aufteilung zugelassen (Aktenzeichen 1 GrS 1/06).

Kein Abzug möglich

Nun hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden, dass Kosten für eine Feier, die gleichzeitig anlässlich eines runden Geburtstages und des Bestehens eines Berufsexamens ausgerichtet wird, insgesamt nicht als Werbungskosten abziehbar sind.

Hier sei trotz neuer BFH-Rechtsprechung zur Aufteilbarkeit von gemischt veranlassten Ausgaben eine Aufteilung nicht zulässig (Aktenzeichen 1 K 3541/12, Revision VI R 46/14).

Der Fall

Ein Arbeitnehmer ist kurz vor seinem 30. Geburtstag nach bestandener Prüfung zum Steuerberater bestellt worden. Aus Anlass beider Ereignisse hatte er in einer Festhalle eine Feier ausgerichtet, zu der er neben Arbeitskollegen auch Verwandte und Bekannte eingeladen hatte.

Die nach der Personenzahl anteilig auf die Arbeitskollegen entfallenden Kosten der Feier wollte er als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend machen. Dies hat das Finanzgericht abgelehnt, denn die Ausgaben für die Feier seien insgesamt privat veranlasst. Der frische Steuerberater habe innerhalb seines Kollegenkreises eine Auswahl getroffen.

Außerdem hätten an der Feier mehr private Gäste als Arbeitskollegen teilgenommen. Schließlich habe der Steuerberater auch mit seinen Kollegen nicht nur sein Berufsexamen, sondern auch seinen Geburtstag und damit ein privates Ereignis gefeiert. In solchen Fällen sei eine Trennung der Kosten nicht möglich.

Was Sie jetzt tun sollten

Glasklar ist die Entscheidung keineswegs. Und deshalb hat nun der Bundesfinanzhof das letzte Wort (Aktenzeichen: VI R 46/14). Falls Sie betroffen sind, legen Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid ein und beantragen das Ruhenlassen des Verfahrens.

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