Gebühren für Schornsteinfeger

Wieder voll abzugsfähig?


Handwerkerleistungen sind steuerlich begünstigt. Sie werden mit 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen. Dazu gehören auch die Gebühren für den Schornsteinfeger.

Bis 2013: Voll abzugsfähig

Bis 2013 akzeptieren die Finanzämter die komplette Rechnung des Schornsteinfegers.

Darin konnten aufgelistet sein: jährliche Kaminreinigung, Kontrolle der Heizung (Abgasmessung) sowie Abnahme eines Kamins oder Ofens problemlos. Diese Tätigkeiten mussten nicht differenziert werden.

Ausdrücklich steht sogar in einem Erlass des Bundesfinanzministeriums, dass auch Gebühren für die Überprüfung von Anlagen durch den Schornsteinfeger sowie für die Kontrolle von Blitzschutzanlagen begünstigt sind.

Ab 2013: Einschränkungen

Ab 2014 gibts die Steuervergünstigung nur noch für folgende Arbeiten des Schornsteinfegers:

  • Kehrarbeiten
  • Reparaturarbeiten
  • Wartungsarbeiten

Nicht mehr begünstigt sind

  • Mess- und Überprüfungsarbeiten
  • Feuerstättenschau
  • Kontrolle von Blitzschutzanlagen und Aufzügen
  • Legionellenprüfung
  • andere technische Prüfdienste

Die Rechnung des Schornsteinfegers wird also – anders als bisher – nicht mehr als einheitliche Handwerkerleistung beurteilt. Vielmehr müssen die begünstigten Positionen herausgerechnet und darauf dann manuell die Mehrwertsteuer hinzugerechnet werden (Schreiben des BMF, Teilziffer 22).

Kürzung nicht mehr haltbar

Aktuell möchten wir darauf hinweisen, dass die Einschränkung des Fiskus ab 2014 aufgrund eines neuen BFH-Urteils unseres Erachtens nicht mehr haltbar ist: Der BFH hat nämlich entschieden, dass die Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Anlage eine begünstigte Handwerkerleistung darstellt, für die eine Steuerermäßigung zu gewähren ist.

Begünstigt sind sowohl die Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Anlage als auch vorbeugende Maßnahmen zur Schadensabwehr oder gar die Beseitigung eines bereits eingetretenen Schadens. Was im Urteilsfall für die Dichtheitsprüfung der Abwasserleitung galt, muss ebenso für die Überprüfung des Kamins und die Feuerstättenschau gelten (Aktenzeichen VI R 1/13).

Was Sie jetzt tun sollten

Wir empfehlen Ihnen, den Rechnungsbetrag des Schornsteinfegers wieder in voller Höhe geltend zu machen, ohne nach einzelnen Tätigkeiten zu unterscheiden.

Falls das Finanzamt auf einer Aufteilung beharrt, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf das o.g. BFH-Urteil. Zahlen Sie die Rechnung niemals bar, sondern stets im Wege der Überweisung.

Steuerberatung?

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