Pendlerpauschale

Mit jedem Kilometer Steuern sparen


Die Staumeldungen auf dem Weg zur Arbeit können Sie mitsprechen? Oder hat sich der Bahnfahrplan längst in Ihr Gedächtnis gebrannt? Dann zählen Sie sicher zu Deutschlands fast 13 Millionen Berufspendlern: Von Chaos auf den Straßen oder Verzögerungen im Betriebsablauf können Sie nur ein Lied singen. Eine kleine Wiedergutmachung für die Strapazen und Kosten gibt es jedoch: die Pendlerpauschale. Erfahren Sie hier, wie sich jeder Kilometer für Sie bezahlt macht.

Was ist die Pendlerpauschale?

Die sogenannte Pendlerpauschale heißt im Gesetz „Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte“. Sie ist im § 9 des Einkommensteuergesetzes festgehalten. Damit zählen Ihre Fahrten zur Arbeit als Werbungskosten – also als Kosten, die Sie im Zusammenhang mit Ihrer Erwerbstätigkeit haben. Sie vermindern den Betrag, auf den Ihre Steuer berechnet wird.
Aber wie viel kostet Sie ein Kilometer morgens auf dem Weg zur Arbeit tatsächlich? Da dies im Einzelfall nur sehr aufwändig zu ermitteln ist, hat der Gesetzgeber eine Pauschale vorgesehen. Diese Pauschale ersetzt die typischen Kfz-Kosten für die Wege zur Arbeit. Dazu zählen z. B. Benzin, Öl, Parkgebühren und die Kfz-Steuer.

Das Beste daran: Die Pauschale geben Sie auch dann in der Steuererklärung an, wenn Sie andere Verkehrsmittel benutzen oder zu Fuß gehen.

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28 comments

30 Cent pro Kilometer

Pro Entfernungskilometer können Sie 30 Cent ansetzen. Dabei zählt allerdings nur die einfache Entfernung – egal, wie oft Sie die Strecke am Tag tatsächlich fahren. Achtung: Bei den Kilometern wird abgerundet. Liegt Ihr Arbeitgeber also 10,9 Kilometer entfernt, werden nur 10 Kilometer berechnet. Die Pauschale gilt für jeden Arbeitstag, ganz egal ob Sie Voll- oder Teilzeit arbeiten oder noch in der Probezeit sind. Tage, an denen Sie krank waren oder Urlaub hatten, werden von Ihren jährlichen Arbeitstagen abgezogen.

Wer profitiert?

Sie profitieren von der Pauschale, wenn Sie Arbeitnehmer sind. Aber auch Auszubildende, die Ihre Ausbildung im Betrieb absolvieren, machen die Fahrten zum Ausbildungsbetrieb mit der Pauschale geltend. Bei Studenten im Zweitstudium sind die Fahrten zur Universität bzw. Hochschule abziehbare Fahrten. Im Erststudium werden die Fahrtkosten nach dem gleichen Prinzip berechnet. Allerdings sind sie hier nach neuster Rechtsprechung nur als Sonderausgaben abzugsfähig. Mehr dazu in unserem Artikel: Studienkosten absetzen
Als Selbstständiger oder Gewerbetreibender mindert die Pauschale für Sie als Betriebsausgaben die Steuer.

Alle wichtigen Informationen zu Pendlerpauschale erfahren Sie auch in unserem Video:

Erste Tätigkeitsstätte

Die Pauschale deckt die Aufwendungen für die Wege wischen Ihrem Wohnort und Ihrer Arbeitsstätte ab. Dabei zählen aber nur Ihre Wege zur sogenannten „ersten Tätigkeitsstätte“. Diese wird Ihnen in der Regel vom Arbeitgeber mitgeteilt oder ist in Ihrem Arbeitsvertrag festgehalten. Im Zweifelsfall ist damit der Arbeitsort gemeint, an dem Sie hauptsächlich arbeiten. Sind Sie innerhalb eines Dienstverhältnisses an mehr als einem Ort beruflich tätig, ist nur ein Arbeitsplatz Ihre erste Tätigkeitsstätte. Die Fahrten zu Ihrem anderen Einsatzort gelten dann als Dienstreisen.

Beispiel

Sie arbeiten bei einer Versicherung. Morgens fahren Sie zunächst in Ihr Büro. Von dort aus steuern Sie im Laufe des Tages verschiedene Kunden an.
Fahrt zur Arbeit:       Pendlerpauschale
Fahrten zu Kunden: Auswärtstätigkeit / Dienstreise

Mehrere Jobs

Bei einem Jobwechsel berechnen Sie die Pauschalen für jeden Job einzeln und geben diese in der Steuererklärung an. Das gilt auch, wenn Sie jeweils unterschiedliche Verkehrsmittel genutzt haben. Wenn Sie mehrere Jobs haben, z. B. zwei Teilzeit-Jobs, wird für beide Arbeitswege die Pauschale berücksichtigt. Der Verdienst aus einem Mini-Job ist allerdings steuerfrei. Genauer gesagt, zahlt der Arbeitgeber eine pauschale Steuer. Daher muss ein 450€-Job nicht in der Steuerklärung angegeben werden- ebenso auch die Wege zur Arbeit nicht.

Kürzeste Entfernung

Ein paar extra Kilometer fahren, um zusätzlich Geld zu sparen? Hier macht das Finanzamt einen Strich durch die Rechnung: Anerkannt werden nur die Kilometer für die kürzeste Straßenverbindung von Ihrer Wohnung zum Arbeitsplatz. Einen weiteren Weg dürfen Sie nur ansetzen, wenn er z. B. aufgrund der Verkehrslage tatsächlich schneller ist und Sie ihn regelmäßig fahren. Wenn Ihre tatsächlich gefahrene Strecke deutlich von der kürzesten Straßenverbindung abweicht, kann es sein, dass das Finanzamt einen Nachweis von Ihnen fordert.

Zweitwohnung

Haben Sie eine Zweitwohnung? Dann dürfen Sie grundsätzlich nur für den Weg zur nächstgelegenen Wohnung die Pendlerpauschale angeben. Es sei denn, Ihr Lebensmittelpunkt befindet sich an der weiter entfernten Wohnung – dann können Sie die Fahrten von dieser Wohnung aus angeben. Eine besondere Regelung gilt, wenn Sie Kosten der doppelten Haushaltsführung in Ihrer Steuererklärung angeben. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: Doppelte Haushaltsführung

Auto, Bus oder Fahrrad?

Um die Pauschale zu nutzen ist es egal, mit welchem Fahrzeug Sie zur Arbeit fahren. Egal ob Sie mit der Bahn, dem Auto oder einfach zu Fuß zum Arbeitgeber gelangen – die 30 Cent pro Kilometer sind Ihnen sicher. Ebenso wird nicht unterschieden, ob Sie mit dem eigenen PKW oder etwa mit dem Ihres Partners fahren. Mehr sparen können Sie, wenn Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren:  Ihre tatsächlichen Kosten für die Fahrkarten sind höher als die errechnete Pauschale? Dann dürfen Sie statt der Pauschale die Summe der Tickets ansetzen – auch, wenn es mehr als 30 Cent pro Kilometer sind. Hierfür stellen Sie am besten eine Vergleichsrechnung auf. Im folgenden Beispiel sehen Sie, wie eine solche Rechnung aussehen kann. Aber keine Sorge, das geht auch ganz ohne Taschenrechner: steuer:Web übernimmt diese Rechnung für Sie – und setzt automatisch den höheren Wert für Sie an!

Beispiel

Sie fahren an 200 Arbeitstagen im Jahr 50 Kilometer mit dem Zug zur Arbeit. Dafür zahlen Sie insgesamt 2.500 Euro für Fahrkarten.
Kilometerpauschale: 200 Tage x 50 Kilometer x 30 Cent = 3.000 Euro
Fahrkarten: 2.500 Euro
Der Ansatz der Pauschale ist günstiger.

Ausgeschlossen ist die Pendlerpauschale für Flüge. Hier dürfen Sie lediglich die tatsächlichen Kosten für die Flugtickets ansetzen. Für die Wege zum Flughafen und vom Flughafen zum Arbeitgeber, gilt allerdings die Pauschale.

Höchstbetrag

Ist bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln dafür, die Pauschale für die kürzeste Straßenverbindung höher als die Fahrkarten, dürfen Sie die Pauschale ansetzen. Allerdings nur bis zu einem Betrag von 4.500 Euro. Waren stattdessen die tatsächlichen Kosten (Fahrkarten) teurer, dürfen Sie diese auch angeben, wenn sie mehr als 4.500 Euro gekostet haben.
Die Begrenzung der Pauschale auf 4.500 Eurogilt auch für Fahrten mit Mofa, Motorrad, Motoroller und ähnliches. Bei Fahrten mit dem PKW dürfen Sie die Pauschale auch mit einem höheren Wert als 4.500 Euro abziehen.

Park and Ride

Eventuell ist der nächste Bahnhof weiter entfernt und nur mit dem Auto zu erreichen (Park and Ride). Aber wie wird in solchen Fällen die Pendlerpauschale ermittelt? Im besten Fall müssen Sie sich gar nicht mit der Berechnung beschäftigen – denn das übernimmt WISO Steuer für Sie.

Falls Sie es aber genau wissen möchten: Um den höchstmöglichen Betrag anzusetzen, unterteilen Sie Ihren Fahrtweg in zwei Abschnitte. Zuerst finden Sie die kürzeste Straßenverbindung zu Ihrer Arbeit heraus. Für die Entfernung berechnen Sie dann die Pauschale: 30 Cent pro Kilometer. Danach errechnen Sie die Pauschale für die Strecke zwischen Ihrer Wohnung und dem Bahnhof. Jetzt fehlt nur noch die Bahnstrecke: Auch hierfür müssen Sie einmal separat die Kilometerpauschale ausrechnen. Im nächsten Schritt addieren Sie die Pauschalen für den Weg zum Bahnhof und die Bahnstrecke. Die Summe vergleichen Sie anschließend mit der Pauschale für die kürzeste Entfernung zwischen Ihrer Wohnung und der Arbeit.  In der Steuererklärung geben Sie den höheren Wert (BMF v. 31.10.2013) oder die höheren Fahrkarten an. Das folgende Beispiel verdeutlicht das Berechnungsschema:

Beispiel

Sie fahren an 200 Arbeitstagen pro Jahr zunächst 5 km mit dem Auto zum Bahnhof. Von dort aus fahren Sie mit dem Zug zu Ihrem Arbeitsplatz. Der kürzeste Weg von Ihrer Haustüre bis zum Arbeitsort wären 16 km. Für die Jahreskarte der Bahn zahlen Sie 900 Euro.

1) Ermittlung der „normalen“ Pauschale für die kürzeste Entfernung
200 Tage x 16 km x 30 Cent = 960 Euro

2) Ermittlung der Pauschale für die PKW-Strecke zum Bahnhof (kein Höchstbetrag)
200 Tage x 5 km x 30 Cent = 300 Euro

3) Ermittlung der Zug-Strecke
Kürzeste Entfernung (16 km) – PKW-Strecke (5 km) = 11 km

4) Ermittlung der Pauschale für die Zug-Strecke (Höchstbetrag: 4.500 Euro)
200 Tage x 11 km x 30 Cent = 660 Euro

5) Ermittlung der Gesamt-Pauschale
Pauschale PKW: 300 Euro
Pauschale Zug: 660 Euro
= 960 Euro

6) Vergleich mit tatsächlichen Kosten
Fahrkarten: 900 Euro
Pauschalen: 960 Euro

Der höhere Betrag i. H. v. 960 Euro darf angesetzt werden.

Fahrgemeinschaften

Nehmen Sie auf dem Weg zur Arbeit Kollegen mit oder werden Sie selbst abgeholt? Bei Fahrgemeinschaften darf jeder Mitfahrer die Pauschale von 30 Cent pro Kilometer ansetzen. Umwege zur Abholung eines Kollegen werden allerdings nicht mit einbezogen.
Beim Höchstbetrags wird unterschieden: Für Tage, an denen Sie lediglich Mitfahrer sind, müssen Sie den Höchstbetrag von 4.500 Euro beachten. Sind Sie hingegen selbst gefahren, können Sie für diese Tage die Kosten unbegrenzt ansetzen.

Fahrtkostenerstattung

Wenn sich Ihr Arbeitgeber finanziell an Ihren Fahrtkosten beteiligt, müssen Sie diese Erstattung von der Pauschale abziehen.

Besonderheit: Behinderung

Liegt eine Behinderung vor, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Entfernungspauschale für die tatsächlichen Fahrten ansetzen. Das ist in der Regel die doppelte Pauschale, also für Hin- und Rückweg. Die Kilometerpauschale i. H. v. 30 Cent für die tatsächlich gefahrenen Kilometer können Sie ohne weiteren Nachweis angeben. Die erhöhte Pauschale steht Menschen mit einem Grad der Behinderung von

    • mindestens 70 oder
    • mindestens 50 und zusätzlichen Merkzeichen „G“ oder „aG“
      zu.

Mehr als 30 Cent pro Kilometer? Alternativ können Sie eine individuelle Pauschale ansetzen. Das lohnt sich, wenn Sie nachweisen können, dass Ihre tatsächlichen Fahrzeugkosten teurer sind als die Pauschale.
Hierfür müssen Sie allerdings aufzeichnen, wie viel Sie durchschnittlich ein gefahrener Kilometer zur Arbeit kostet. Dabei können alle typischen KFZ-Kosten wie Benzin, Versicherung, KFZ-Steuer sowie ein Teil der Abschreibung für Ihr Fahrzeug berücksichtigt werden. Zuerst ermitteln Sie die Kosten für die gesamten Kilometer, die Sie mit dem Auto zurückgelegt haben. Hieraus ergibt sich die individuelle Kilometerpauschale: Kosten je Kilometer. Diese können Sie dann auf die Fahrten zur Arbeitsstätte anwenden.

So tragen Sie die Kilometerpauschale in WISO Steuer ein

Übrigens: Mit WISO Steuer geben Sie ganz einfach Ihre Fahrten an – die jeweils günstigste Pauschale wird Ihnen automatisch ausgerechnet!

Wählen Sie einfach den Bereich “Arbeitnehmer, Betriebsrentner und Pensionäre” aus. Es öffnen sich weitere Zeilen. Klicken Sie auf “Ausgaben (Werbungskosten)”. Im Fenster sehen Sie die Fahrtkosten direkt in der obersten Zeile. Zur Eingabe öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Sie ganz entspannt alle erforderlichen Eingaben tätigen.

Ihr Vorteil: WISO Steuer rechnet Cent genau aus, wie viel Sie absetzen können. Sie müssen lediglich die Adresse Ihres Arbeitsgebers eingeben. Die Berechnung läuft komplett automatisch.

Pendlerpauschale absetzen steuer:Web Beispiel

erste Tätigkeitsstätte Fahrtkosten absetzen steuer:Web

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.
Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

25 Kommentare

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  1. 1
    Janik

    Hallo,

    vielen Dank für den hilfreichen Text. Meine Frage bezieht sich auf die Fahrtkostenerstattung des Arbeitgebers. Meine Fahrtkostenpauschale beträgt 220 Tage x 127km x 0,3 Cent = 8.382 €, demnach wären 4.500€ absetzbar. Nun ist im Gespräch, dass mir mein Arbeitgeber das Ticket im Wert von 2.880 € bezahlt. Ich muss diese 2.880 € somit (wie in Frage 7 und Antwort 8 beschrieben) von meiner Fahrtkostenpauschale abziehen, ich bin mir nur unsicher von welchem Betrag ich diese 2.880 € abziehen muss. Darf ich nun 4.500€ – 2.880€ = 1,620 € in der Steuererklärung ansetzen oder 8.382 € – 2.880 € = 5.502 €, also weiterhin 4.500 € ?

    Vielen Dank und viele Grüße

    • 2
      Jochen Breunig

      Guten Tag Janik,

      grundsätzlich werden erhaltene Arbeitgebererstattungen von den ansetzbaren Aufwendungen abgezogen. Leider dürfen wir Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich jedoch nicht beraten. Wie sich Fahrtkosten und evtl. Erstattungen bei Ihnen persönlich auswirken, können Sie aber mit WISO Steuer ganz einfach in folgender Eingabemaske berechnen: Arbeitnehmer, Betriebsrentner und Pensionäre > Ausgaben (Werbungskosten) > Wege zur Arbeit (Entfernungspauschale).

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  2. 3
    D. Hofmann

    Der Beitrag hilft leider nur bei der einfachen Pendlerpauschale. Bei besonderen Berufsgruppen, wo die Tätigkeit an der 1. Arbeitsstätte unter 48 Monate beträgt, kann die doppelte (also Hin- und Rückfahrt) abgerechnet werden. Wo kann ich dies in dem Programm WISO Steuer mac2020 geltend machen?

    • 4
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      für Fälle, in denen keine erste Tätigkeitsstätte vorliegt, sind die Fahrtkosten zwischen Wohnung und Einsatzort
      als Auswärtstätigkeit nach den Dienstreisegrundsätzen zu behandeln. Diese können Sie in WISO Steuer im Bereich
      Werbungskosten > Reisekosten entweder einzeln oder zusammengefasst angeben.

      Voraussetzung ist allerdings, dass wirlich keine erste Tätigkeitsstätte vorliegt. Das lässt sich anhand
      bestimmter Kriterien prüfen.
      Schauen Sie hierzu gerne in die Hilfe-Funktion von WISO Steuer.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  3. 5
    Werner

    Liebe Frau Hagemann, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Demnach ist eine BC100 nur gerechtfertigt, wenn sie die Kosten für die Monatskarten unterschreitet. Ich bin allerdings von dem “zweiten Schritt” verwirrt, dass die tatsächlichen Kosten mit denen der Pendlerpauschale verglichen werden. Was passiert denn, wenn die BC100 zwar teurer als die Monatskarten ist, aber günstiger als die berechnete Pendlerpauschale? Ist eine Anschaffung dann dennoch gerechtfertigt? Vielen Dank und viele Grüße!

    • 6
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      bitte beachten Sie, dass ich Ihnen im Einzelfall keine Steuerberatung anbieten darf.
      Grundsätzlich steht dem Ansatz einer BahnCard als tatsächliche Fahrtkostn für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nichts entgegen,
      wenn Sie für die BahnCard insgesamt weniger zahlen als für die Fahrkartenpreise.
      Unabhängig von der Höhe der Kilometerpauschale darf der höhere Wert von Kilometerpauschale (maximal 4.500 Euro) und den tatsächliche Fahrtkosten (Tickets oder Bahncard) angesetzt werden.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  4. 7
    Werner

    Vielen Dank für die Hinweise. Könnten Sie bitte noch erläutern, wann eine BahnCard100 steuerlich abgesetzt werden kann? Muss diese günstiger sein, als die jährlichen Kosten für die Monatskarten der Bahn auf der entsprechenden Strecke? Oder ist hier der Vergleich mit der berechneten Pendlerpauschale (Arbeitstage * 30 Cent * km) anzusetzen?
    Vielen Dank!

    • 8
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      generell darf die BahnCard anstelle von einzelnen Tickets bei der Steuererklärung als tatsächliche Fahrtkosten angegeben werden, wenn
      die BahnCard günstiger ist als der Kauf von “normalen” Fahrkarten (z. B. Wochen-/Monats- oder Jahreskarten) für die Wege zur Ihrer ersten Tätigkeitsstätte.
      Bei Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird dann im zweiten Schritt geprüft, ob die tatsächlichen Kosten (hier BahnCard)
      oder die Kilometerpauschale günstiger ist. Die Kilometerpauschale darf allerdings maximal mit 4.500 Euro / Jahr angegeben werden.

      Ein besonderer Fall liegt allerdings vor, wenn der Arbeitgeber Kosten für die BahnCard oder einzelne Fahrten (teilweise) erstattet.
      In diesem Fall empfehle ich Ihnen allerdings, einen Steuerberater zu konsultieren, da ich Ihnen aus rechtlichen Gründen keine
      weitergehende Steuerberatung anbieten darf.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  5. 9
    Yannick

    Ein guter Beitrag aber
    Ich hab aber doch noch eine Frage undzwar wie sieht es aus wenn man die Monatsfahrkarte vom Zug komplett vom Arbeitgeber bezahlt bekommt? Kann man dann trotzdem den Weg zur Arbeit angeben, oder muss man das in der Erklärung dann auslassen?

    • 10
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Vielen Dank für Ihr Feedback.
      Grundsätzlich gibt es bei Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es zwei Optionen
      a) Ansatz der tatsächlichen Kosten (z.B. Fahrkarten)
      b) Ansatz der Kilometerpauschale (max. 4.500 Euro/Jahr)
      Je nachdem welcher Wert höher ist, darf dieser angesetzt werden.
      Unabhängig davon, welcher Wert der günstigere ist, muss eine Fahrtkostenrestattung (z.B. vom Arbeitgeber)
      von den Fahrtkosten abgezogen werden.
      Bleibt danach ein Restbetrag, z. B. weil die Fahrtkarten oder die KM-Pauschale höher sind als die Erstattung,
      darf dieser dann als Werbungskosten berücksichtigt werden.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  6. 11
    Harald Mertens

    Hallo !

    Ich fahre täglich von Mo. bis Fr. mit der Bahn zur Arbeit. Die einfache Fahrstrecke beträgt 95 km. Für die Bahnfahrten habe ich im Jahr 2019 insgesamt 3.013,80 Euro bezahlt. In der Steuererklärung habe ich angegeben, dass ich mit dem Pkw zur Arbeit fahre. Dies wurde auch über viele Jahre so anerkannt. Früher habe ich die Steuererklärung von einem Steuerberater machen lassen. Der meinte, es ist egal was man angibt. Bei dieser Fahrleistung komme ich ohnehin über den Höchstbetrag.

    Nun schrieb mich heute das Finanzamt bzgl. meiner Steuererklärung für das Jahr 2019 an, die ich im Februar 2020 eingereicht habe.

    “Sie haben in großem Umfang den Abzug von Fahrtkosten als Werbungskosten beantragt. Diese Aufwendungen können künftig nur noch berücksichtigt werden, wenn Sie die jährlich mit Ihrem Kraftfahrzeug gefahrenen Kilometer nachweisen bzw. glaubhaft machen. Der Nachweis bzw. die Glaubhaftmachung der Kilometerleistung kann z. B. durch Inspektions- und Reparaturrechnungen, Kauf- oder Verkaufsverträge oder Hauptuntersuchungsberichte des Kraftfahrzeugs erfolgen, wenn diese den jeweiligen Kilometerstand ausweisen. Ich bitte um Erledigung meines Schreibens innerhalb von 4 Wochen.”

    Meine Fragen wären:
    a) Drohen mir strafrechtliche Konsequenzen, weil ich Pkw statt Bahn angegeben habe?
    b) Wie sollte ich auf das Schreiben reagieren? Meine Monatskarten hinsenden oder das Schreiben ignorieren und auf die Steuererstattung in diesem Jahr verzichten?

    Ich danke Ihnen schon mal für Ihre Hilfe.

    • 12
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      die Angaben in Ihrer Steuererklärung müssen grundsätzlich den wahren Gegebenheiten entsprechen, sofern keine Ausnahme, z. B. durch eine Pauschalierung vorliegt.
      Bei den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist eine Unterscheidung in zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln und PKW wichtig, da die Pendlerpauschale in unterschiedlicher Höhe angesetzt werden kann. So dürfen Sie für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln höchstens 4.500 Euro im Jahr mit der Kilometerpauschale ansetzen. Bei Fahrten mit dem PKW gilt dieser Höchstbetrag nicht.
      Leider darf ich Ihnen zu Ihrer konkreten Fragestellung bezüglich des Schreiben des Finanzamts aus rechtlichen Gründen keine weitere Beratung anbieten.
      Ich empfehle Ihnen daher, sich mit einem Steuerberater in Verbindung zu setzen.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist von steuernsparen

  7. 13
    Helmut Assmayr

    Bei der Versteuerung des Firmenwagens per Fahrtenbuch werden die Fahrten zwischen Wohnung und erster Arbeitsstelle per Entfernungspauschale als Werbunngskosten angesetzt. Im WISO Stersüprachbuch müssen nun die dienstlich veranlassten Kilometer bzw. die privaten Kilometer angegeben werdem: Werden die Rückfahrten von der Arbeit in der Angabe der gesamten gefahrenenen Kilometer nun automatisch als “private Fahrt” angesetzt oder können diese Rückfahrten als “dienstlich veranlasste Fahrten” angesetzt werden?

    • 14
      Carina Hagemann

      Guten Tag Herr Assmayr,

      Bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode müssen Sie alle Fahrten, die Sie mit dem Dienstwagen erledigen, aufzeichnen. Die Fahrten zum Betrieb zählen immer als Privatfahrten, ebenso die Fahrten vom Betrieb nach Hause. Die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder umgekehrt können nicht als dienstlich veranlasste Fahrten berücksichtigt werden. Allerdings dürfen Sie, wie Sie richtigerweise schon anmerken, die Kilometerpauschale für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Werbungskosten abziehen.
      Zum Vergleich die Regelung bei der 1-Prozent-Methode:
      Hier muss für die privaten Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ein Zuschlag versteuert werden. Aber auch hier darf im Gegenzug dafür die Pendlerpauschale als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  8. 15
    Manuela

    Guten Tag, wie sieht es aus bei einer Fernbeziehung wenn ich alle 2 Wochen am Freitag 180 km hin und zurück fahre also direkt von der Arbeit zum Ort der Wochenendbeziehung und am Montag wieder direkt von dort zur Arbeit? Eine Freundin gibt das immer an und bekommt das Geld (0,30 Cent/km) vom Finanzamt erstattet.
    Wie kann ich hier die Fahrtkosten steuerlich geltend machen?
    Vielen Dank

    • 16
      Carina Hagemann

      Hallo Manuela,

      Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich in Ihrem Einzelfall aus rechtlichen Gründen keine Auskunft zu Ihrer Frage geben darf.
      Die allgemeine Regelung hierzu ist: Grundsätzlich darf nur für den Weg zur nächstgelegenen Wohnung die Pendlerpauschale angeben. Ausnahmsweise dürfen auch Fahrten von einer weiter entfernten Wohnung angegeben werden, wenn sich dort der Lebensmittelpunkt des Steuerpflichtigen befindet.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  9. 17
    Masch

    Ich benutze schon sehr lange WISO und bin super zufrieden. Die neuen Einrichtung ” direkt zum Finanzamt” ist richtig gut und klappt toll. So kann ich auch meinen Schwiegereltern und meiner Mutter ( beide Pflegebedürftig) die jährliche Last – Einkommensteuererklärung abnehmen. Als wir geprüft hatten ob sie überhaupt Steuerpflichtig sind, waren sie doch sehr überrascht. Denn auch sie als Rentenempfänger mussten zuerst nachzahlen.
    Danke und macht weiter so.
    Mit freundlichen Grüßen
    B. Masch

  10. 18
    Brigitte Bode

    Hallo, ich bin Rentnerin, 50 % schwerbeschädigt und habe ein amtsärztliches Attest, wonach ich meine Fahr-km zu Ärzten, Therapien usw. absetzen kann. Mein tax-Programm hat eine km-Pauschale von 88 cent errechnet. Kann ich das wirklich so angeben? Habe bisher immer nur die 30 cent zugrunde gelegt.

    • 19
      Carina Hagemann

      Hallo Frau Bode,
      Sie haben recht, auch die Fahrten zu Ärzten & Co können Sie bei Behinderung als Fahrtkosten ansetzen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die bekannte Pendlerpauschale (Werbungskosten). Vielmehr sind die Fahrten als Privatfahrten bei den außergewöhnlichen Belastungen ansetzbar. Mehr dazu können Sie in unserem Artikel “Fahrtkosten bei Behinderung” nachlesen. Sind solche Privatfahrten wie in Ihrem Fall ansetzbar, gilt grundsätzlich auch eine Pauschale von 30 Cent/km. Wenn Sie allerdings höhere Kilometerkosten nachweisen können, können diese auch anerkannt werden. Allerdings muss das Finanzamt beim Ansatz höherer Kosten im Einzelfall entscheiden, ob es diesen Wert akzeptiert oder doch nur 30 Cent pro Kilometer zulässt.
      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  11. 20
    Wilhelm Dr.Wagner

    Hallo, wie gebe ich Fahrten mit dem PKW als freiberuflicher ärztlicher Gutachter zu den Versicherten und zurück ( monatlich ca. 1500 km) beim Finanzamt an?

    • 21
      Carina Hagemann

      Hallo Herr Dr. Wagner,

      vielen Dank für Ihre Frage. Leider darf ich aufgrund von gesetzlichen Vorschriften keine Auskunft zu Ihrer Frage geben. In steuer:Web geben Sie berufliche Fahrten im Rahm der freiberuflichen Tätigkeit ganz einfach im Bereich Selbstständige, Betriebe und Unternehmen an. In der Steuererklärung für Slebstständige folgen Sie den Feldern: “Freiberufliche und Selbstständige Arbeit > Einnahmenüberschussrechnung > Betriebsausgaben > Fahrzeugkosten und andere Fahrtkosten”. Weitere Informationen zur Eingabe und gesetzlichen Regelungen finden Sie in der umfangreichen Steuer- Hilfe.
      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  12. 22
    Wolfgang

    Leider unvollständig dieser Artikel. Immer wieder vermisse ich die Hinweis darauf dass Behindert ab einer MdE von mind. 50 v.H. und Merkzeichen G, sowie Behinerte mit einer MdE von mind. 70 v.H. anstelle der Pauschale auch die tatsächlichen Fahrkosten von der Steuer absetzen können. Voraussetzung ist das man die Höhe der tats. Kilometerkosten für das eigene Auto in einem Jahr berechnet hat. Dazu müssen alle Belege gesammelt werden. Nicht vergessen werden sollte dabei auch die Abschreibung des Autos und die evtl. vorhandenen Zinskosten. Bei mir hat sich ein Wert von 1,05 € pro Kilometer errechnet, dieser wurde auch vom Finanzamt anerkannt. Es macht schon einen Unterschied ob man 1,05 € pro tats. Kilometer oder nur 0,30 € pro tatsächlichem Kilometer enthält. Bei sonst guten Artikeln enttäuscht mich die Unvollständigkeit dieser Artikels sehr!

    • 23
      Carina Hagemann

      Hallo Wolfgang,

      Zu allererst: vielen Dank für Ihre Anmerkung zum Beitrag “Pendlerpauschale”. Es tut mir sehr leid, dass der Artikel für Sie nicht alle wichtigen Fragen beantwortet hat. Sie haben Recht: Das Thema der tatsächlichen Fahrtkosten wurde im Beitrag bisher nicht angesprochen. Da wir stetig daran arbeiten, steuernsparen zu verbessern, freue ich mich sehr über Ihren Hinweis. Ich werde den Artikel schnellstmöglich um die Information zum Ansatz tatsächlicher Fahrtkosten ergänzen.
      Viele Grüße
      Carina Hagemann von steuernsparen

  13. 24
    Joerg

    Dies ist ein sehr schöner und hilfreicher Beitrag.
    Leider geht aus dem Text nicht hervor wie es aussieht, bei leuten welche einen Firmenwagen benutzen.
    Hierzu finde ich im netz unterschiedliche angaben von es kann eine nornmale Pauschale beantragt werden bis hin zu es steht einem keinerlei Pauschale zu.

    • 25
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die gute Frage!

      Auch bei einem Firmenwagen vom Chef steht einem die Pendlerpauschale für die Fahrten Wohnung-Arbeit zu! Viele verwechseln es damit, dass man für den Firmenwagen steuerlich etwas zahlen muss – nämlich wenn man den Wagen auch privat nutzen darf und/oder für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit. Dies ist 1%-Regelung/Fahrtenbuch-Regelung. Und ja, es ist tatsächlich so: Auf der einen Seite Steuern zahlen, auf der anderen Seite Steuern wiederholen durch die Pendlerpauschale. Die Beträge sind nur völlig unterschiedlich.

      Bei Dienstreisen – also wenn man außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte mit einem Firmenwagen für die Arbeit unterwegs ist, erhält man allerdings nix pro Kilometer. Denn diese Fahrten sind beruflich und der Chef bezahlt ja den Wagen.

      Da es bei einem Firmenwagen inzwischen sehr viele verschiedene Abmachungen zwischen Arbeitgeber/Arbeitnehmer gibt, wäre ein eigener Beitrag dazu sicher Interessant. Das nehme ich mal als Anregung mit.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

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