PKW und Investitionsabzugsbetrag

Was Sie vor dem Kauf beachten sollten


Wenn kleine und mittlere Betriebe in den kommenden drei Jahren Investitionen planen, können sie schon heute Steuern sparen: mit der so Investitionsabzugsbetrag.

40 Prozent des Kaufpreises

Das bedeutet: Sie dürfen einen Betrag von 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in der Gewinnermittlung abziehen.

Voraussetzung für den Abzugsbetrages ist unter anderem, dass das Wirtschaftsgut mindestens bis zum Ende des folgenden Jahres, das auf die Investition folgt, ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird. Ist diese Bedingung bei geplanter Anschaffung eines Pkw realistisch?

Geringe private Nutzung

Ein Pkw wird ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt, wenn Sie ihn zu nicht mehr als 10 Prozent privat nutzen. Dabei können Sie die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb der betrieblichen Nutzung zurechnen.

Falls Sie den Privatanteil nach der Ein-Prozent-Methode ermitteln, gehen die Finanzämter grundsätzlich von einem schädlichen Nutzungsumfang von mehr als 10 Prozent aus – und verweigern die Anerkennung eines Investitionsabzugsbetrages (BMF-Schreiben, Teilziffer 40).

Kein Abzugsbetrag bei Ein-Prozent-Methode

Nun hat das Finanzgericht München die Auffassung der Finanzverwaltung bestätigt und entschieden, dass bei Anwendung der Ein-Prozent-Pauschalmethode für ein betriebliches Fahrzeug ein Investitionsabzugsbetrag nicht abgezogen werden darf.

Es widerspreche jeglicher Lebenserfahrung, dass ein im Betrieb eingesetzter Pkw, für den die Ein-Prozent-Regelung in Anspruch genommen wird, ausschließlich oder nahezu ausschließlich betrieblich genutzt wird. Denn die Besteuerung mittels Ein-Prozent-Regelung entspreche einem Privatanteil von 20 bis 25 Prozent. Und dies ist nicht mehr eine fast ausschließlich betriebliche Nutzung (Urteil des FG München, Aktenzeichen 7 K 2748/13).

Was Sie jetzt tun sollten

Die fast ausschließlich betriebliche Nutzung können Sie mittels Fahrtenbuch nachweisen. Sollte das Finanzamt die Anerkennung des Investitionsabzugsbetrages verweigern, versprechen Sie dem Finanzbeamten, den Umfang der betrieblichen Nutzung des neuen Fahrzeugs in den ersten zwei Jahren durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zu dokumentieren.

Berufen können Sie sich dabei auf den Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VIII B 190/09). Auch wenn Sie für das alte Fahrzeug die Ein-Prozent-Pauschalmethode angewendet haben, so können Sie für das neue Fahrzeug gleichwohl die Fahrtenbuchmethode wählen.

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