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Familie & Kinder


Der deutsche Staat unterstützt Familien mit einer Vielzahl von steuerlichen Vergünstigungen. Dazu zählen Kindergeld, diverse Freibeträge und die steuerliche Anerkennung von Ausgaben für den Nachwuchs. Wir haben die wichtigsten Leistungen für Sie zusammengestellt:

Kindergeld

Das Kindergeld steht den Eltern zu. Es wird unabhängig von deren Einkommen gezahlt. Sprich: Egal ob Ein-Euro-Jobber oder Millionär – jeder bekommt den gleichen Betrag ausgezahlt. Grundsätzlich steht die Förderung jeder in Deutschland lebenden Familie mit nicht volljährigen Kindern zu. Doch auch volljährige Kinder werden berücksichtigt – vorausgesetzt sie sind in Ausbildung.

Höhe des Kindergelds

Das Kindergeld beträgt monatlich:

• für das erste und zweite Kind jeweils 192 Euro,
• für das dritte und das vierte Kind jeweils 198 Euro und
• für jedes weitere Kind 221 Euro.

Wer erhält Kindergeld?

Voraussetzung für den Erhalt von Kindergeld ist, dass der Elternteil

in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat und die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen Mitgliedstaates der EU bzw. des EWR oder der Schweiz hat oder als Staatsangehöriger eines Drittstaates (z.B. Türkei) bestimmte Bedingungen des Aufenthaltsrechts erfüllt (nicht nur geduldeter Aufenthalt) oder im Ausland arbeitet und dort weder Kindergeld noch vergleichbare Leistungen bekommen kann oder

• im Ausland wohnt, aber in Deutschland entweder unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist (z.B. als deutscher Diplomat oder Auslandslehrer) bzw. wegen überwiegend deutscher Einkünfte entsprechend behandelt wird oder Kindergeldanspruch aufgrund eines zwischenstaatlichen Abkommens hat oder als Arbeitnehmer in Deutschland eine Beschäftigung ausübt, die der Beitragspflicht der Bundesagentur für Arbeit unterliegt.

Um Kindergeld zu erhalten, muss ein Antrag bei der Familienkasse gestellt werden. Mehr Informationen dazu gibts hier.

Welche Kinder werden berücksichtigt?

Kindergeld wird auf Antrag für ein Kind bezahlt, das

  • in Deutschland seinen Wohnsitz hat oder sich hier gewöhnlich aufhält oder
  • in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat lebt, der dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beigetreten ist (Island, Liechtenstein und Norwegen), oder in der Schweiz lebt oder
  • das das Kind eines in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtigen Diplomaten ist.

Volljährige Kinder werden nur unter bestimmten zusätzlichen Voraussetzungen berücksichtigt, z. B. wenn sie sich in Ausbildung befinden oder arbeitslos sind und bestimmte Altersgrenzen nicht übersteigen.

Wichtig

Studiert Ihr Kind länger als ein Jahr im Ausland außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz (also z.B. in den USA), können Sie nur dann noch Kindergeld erhalten, wenn Ihr Kind wenigstens fünf Monate im Jahr bei Ihnen in Deutschland wohnt.

Wann endet der Anspruch auf Kindergeld?

Der Anspruch auf Kindergeld endet zunächst mit Ablauf des Monats, in dem das Kind das 18. Lebensjahr vollendet. Hat ein Kind seinen 18. Geburtstag am 1. eines Monats, so endet der Anspruch auf Kindergeld bereits mit dem Vormonat.

Ein Anspruch auf Kindergeld besteht grundsätzlich für jeden Monat, in dem wenigstens an einem Tag die Anspruchsvoraussetzungen vorlagen. Er verjährt vier Jahre nach dem Jahr der Entstehung.

Kinderzuschlag zum Kindergeld

Eltern erhalten auf Antrag zusammen mit dem Kindergeld einen Kinderzuschlag bis zu 170 Euro monatlich für ein Kind – längstens für 36 Monate –, wenn:

  • das Kind unverheiratet und unter 25 Jahre alt ist und
  • das Kind in Ihrem Haushalt lebt und
  • Sie für das Kind Kindergeld oder eine das Kindergeld ausschließende Leistung erhalten und
  • Ihr Einkommen mindestens 900 Euro oder bei Alleinerziehenden mindestens 600 Euro beträgt und bestimmte Höchstgrenzen nicht übersteigt.
Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und Kinderzuschläge können nicht gleichzeitig bezogen werden.

Den Antrag auf Kinderzuschlag stellen Sie bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit, in dessen Bezirk Sie wohnen.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Das Kindergeld wird unabhängig vom Einkommen der Eltern ausgezahlt. Eltern haben jedoch einen Rechtsanspruch darauf, dass ihr Einkommen in Höhe des Existenzminimums eines Kindes steuerfrei bleibt. Das Finanzamt prüft daher bei der Steuerveranlagung, ob diese erfüllt ist. Dazu zieht es die Freibeträge für Kinder heran, sofern Anspruch darauf besteht.

Die Freibeträge für Kinder, also den Kinderfreibetrag und den Erziehungsfreibetrag (im Steuersprech: „Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf“), können Sie unter denselben Voraussetzungen wie das Kindergeld erhalten. Es gibt allerdings einen kleinen Unterschied: Während das Kindergeld nur für Kinder mit einem Wohnort im Inland oder in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gezahlt wird, werden die Freibeträge auch für Kinder mit einem ausländischen Wohnsitz in einem Drittstaat gewährt (z.B. Türkei).

Der Fiskus prüft automatisch

Das Finanzamt nimmt im Steuerbescheid automatisch eine Günstigerprüfung zwischen Kindergeld und den Freibeträgen vor. Einen Antrag stellen brauchen Sie somit nicht. Mit Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung vergleicht das Finanzamt somit für jedes Kind, ob der steuerliche Vorteil durch die Freibeträge für Kinder höher ist als das Kindergeld. Meist liegt dies bei Eltern mit  höherem Einkommen vor.

Ist dies der Fall, werden bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens die Kinder- und Erziehungsfreibeträge berücksichtigt. Wegen dieser Günstigerprüfung müssen alle Eltern die Anlage Kind ausfüllen. Wie die Günstigerprüfung bei Ihnen ausgefallen ist? Das Ergebnis lesen Sie in den Erläuterungen am Ende Ihres Steuerbescheides.

Entweder… oder

Haben Sie mehrere Kinder, beginnt die Prüfung mit dem ältesten Kind und kann bei jedem Kind anders ausfallen. Nicht möglich ist es, statt der Einzelprüfungen eine Gesamtprüfung für alle Kinder vorzunehmen, selbst wenn dies wegen der Fünftelregelung unterliegenden Einkünfte der Eltern günstiger wäre.

Kindergeld und Kinderfreibetrag werden immer nur alternativ gewährt. Wird ein Kinderfreibetrag angesetzt, ist daher die tarifliche Einkommensteuer um das Kindergeld zu erhöhen, was einer Rückzahlung des Kindergeldes an den Staat entspricht. Dies kommt aber nur in circa fünf Prozent der Haushalte aller Steuerzahler vor, die ein sehr hohes Einkommen haben.

Bei der Günstigerprüfung zählt der Kindergeldanspruch und nicht das tatsächlich gezahlte Kindergeld. Haben Sie Ihren Anspruch nicht geltend gemacht, wird das Finanzamt trotzdem das Kindergeld mit Ihrer Steuererstattung verrechnen.
Sie sollten daher immer einen Antrag auf Kindergeld stellen, auch wenn Sie wissen, dass die Freibeträge günstiger sind.

Höhe der Freibeträge

Pro Jahr betragen die Freibeträge wie folgt:

KinderfreibetragErziehungsfreibetragSumme Jahresfreibeträge
4.788 Euro (voll)2.640 Euro (voll)7.428 Euro (voll)
2.394 Euro (halb)1.320 Euro (halb)3.714 Euro (halb)

Für im Ausland lebende Kinder kann es allerdings je nach den dortigen Lebenshaltungskosten zu einer Herabsetzung der Freibeträge gemäß der Ländergruppeneinteilung des Bundesfinanzministeriums kommen (siehe BMF-Schreiben).

Grundsätzlich erhält jeder Elternteil den halben Kinderfreibetrag in Höhe von 2.358 Euro und den halben Erziehungsfreibetrag in Höhe von 1.320 Euro.
Den vollen Kinder- und Erziehungsfreibetrag erhalten jedoch

  • Verwitwete ab dem Sterbemonat des anderen Elternteils oder
  • der Steuerpflichtige, wenn der andere Elternteil nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist, oder
  • Steuerpflichtige, wenn der Wohnsitz des anderen Elternteils nicht ermittelt werden kann.

Für die Freibeträge gilt wie für das Kindergeld das Monatsprinzip, d.h., sie werden nur für die Monate zeitanteilig gewährt, in denen die Voraussetzungen mindestens an einem Tag erfüllt waren.

Die Freibeträge können auch auf einen anderen Ehepartner übertragen werden. Was Sie beachten sollten, lesen Sie hier.

Ausbildungsfreibetrag

Wann erhalten Sie den Ausbildungsfreibetrag?

Sie erhalten einen Ausbildungsfreibetrag, wenn

  • Ihr Kind volljährig ist und
  • sich in einer Berufsausbildung oder in einer viermonatigen Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet und
  • auswärts untergebracht ist und
  • Sie Anspruch auf das Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben und
  • Ihnen Ausgaben für das Kind entstanden sind (Nachweis der Höhe ist nicht erforderlich) und
  • ein Antrag auf den Ausbildungsfreibetrag gestellt wurde.

Wann genau sich Ihr Kind in Berufsausbildung befindet, lesen Sie hier.

Höhe des Ausbildungsfreibetrages

Der Ausbildungsfreibetrag beträgt 924 Euro im Jahr. Positiv seit 2012: er wird nun nicht mehr um das eigene Einkommen des Kindes gekürzt. Die Höhe des Freibetrags hat das Bundesverfassungsgericht für verfassungsgemäß erklärt.

Dieser Ausbildungsfreibetrag wird im Rahmen der besonderen außergewöhnlichen Belastungen abgezogen.

Bei nicht unbeschränkt steuerpflichtigen Kindern (Wohnsitz im Ausland) mindern sich die Ausbildungsfreibeträge nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates entsprechend der gleichen Ländergruppeneinteilung des Bundesfinanzministeriums wie bei den Unterstützungsleistungen für Bedürftige im Ausland.

Zusammen veranlagte Elternteile erhalten den Ausbildungsfreibetrag zusammen. Nicht zusammen veranlagte Eltern oder geschiedene Eltern erhalten jeweils die Hälfte des Freibetrages, wenn bei beiden die Abzugsvoraussetzungen erfüllt sind. Sie können jedoch auch eine andere Aufteilung beantragen.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Höhe des Entlastungsbetrages

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beträgt 1.908 Euro jährlich, somit 159 Euro monatlich. Für jeden vollen Monat, in dem die oben aufgeführten Voraussetzungen nicht vorliegen, ermäßigt sich der Entlastungsbetrag von 1.908 Euro um ein Zwölftel.

Diesen erhalten Sie auch bei mehreren Kindern nur einmal. Er wird im Steuerbescheid von der Summe Ihrer Einkünfte abgezogen.

Beispiel 1

Sabine Schneider wohnt mit ihrem studierenden Sohn Paul allein in ihrem Haushalt. Paul hat Ende April 2015 sein Studium abgebrochen. Seine Mutter Sabine erhält vom 01.01.2016 bis zum 31.04.2016 einen Entlastungsbetrag in Höhe von 4 * 109 Euro = 436 Euro. Vom 01.05.2016 an erhält sie für Paul kein Kindergeld und damit auch keinen Entlastungsbetrag mehr.

Durch geschickte Gestaltung können Sie den Entlastungsbetrag bei zwei Kindern verdoppeln.

Beispiel 2

Jana Müller lebt dauernd getrennt von ihrem Ehemann Thomas. Sie hat zwei leibliche minderjährige Kinder, Paula und Barbara. Paula ist bei ihr gemeldet, Barbara bei ihrem Ehemann. Kindergeld für Paula wird ihr ausbezahlt, das Kindergeld für Barbara ihrem Ehemann.

Den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhalten beide: Sowohl Jana Müller als auch der getrennt lebende Ehemann Thomas.

Die Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug des Entlastungsbetrages lesen Sie hier.

Tipp

Als Alleinerziehender Steuern sparen ist ganz einfach. Hier sehen Sie alle Möglichkeiten im Überblick.

Kinderbetreuungskosten

Welche Ausgaben mindern Ihre Steuer?

Zu den absetzbaren Kinderbetreuungskosten gehören alle Ausgaben, die Sie für die Behütung Ihres Kindes zahlen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Betreuung zu Hause oder in einem Kindergarten, einer Kindertagesstätte oder einer ähnlichen Institution stattfindet. Ein Arbeitsverhältnis ist nicht erforderlich; so ist auch der Auslagenersatz, z. B. Fahrtkostenersatz, im Rahmen einer unentgeltlichen Betreuung abzugsfähig.

Keine Kinderbetreuungskosten sind Kosten für die Verpflegung, für sportliche Aktivitäten und Freizeitgestaltungen und für den Nachhilfeunterricht. Anerkannt werden können aber Aufwendungen für anlässlich der Betreuung in Kindertagesstätten spielerisch vermittelte Fremdsprachenkenntnisse (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen III R 29/11).

Ausgaben, die sowohl für die Kinderbetreuung als auch für andere Tätigkeiten gezahlt werden, sind mittels Schätzung aufzuteilen. Dies gilt auch, wenn Kinder gemeinsam betreut werden, die die persönlichen Voraussetzungen erfüllen und nicht erfüllen.

Sie haben ein Au-pair, das auch Ihre Kinder betreut? Dann können Sie 50 Prozent der Gesamtzahlungen als Kinderbetreuungskosten absetzen.

Ausnahme: Elternbeiträge für eine Nachmittagsbetreuung in der Schule, die neben der Kinderbetreuung auch eine Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe oder bestimmte Kurse umfasst, sind exakt aufzuteilen.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, lesen Sie hier.

Höhe der abziehbaren Kosten

Kinderbetreuungskosten werden zu zwei Drittel anerkannt, insgesamt jedoch maximal bis zu 4.000 Euro pro Kind und Jahr.

Auch wenn die Voraussetzungen für den Kostenabzug nicht das ganze Jahr vorgelegen haben (z. B. bei Geburt eines Kindes), ist der Höchstbetrag in voller Höhe anzusetzen. Zu berücksichtigen sind jedoch nur die Kosten, die im Zeitraum angefallen sind, in dem die Voraussetzungen erfüllt sind (taggenaue Aufteilung).

Beispiel

Das Kind eines verheirateten Elternpaares geht von Januar bis Juni 2016 in den Kindergarten. Die Sommermonate Juli bis zu seiner Einschulung Ende September 2016 verbringt es bei seinen Großeltern. Ab der Einschulung geht es nachmittags in den Kinderhort. Den Eltern sind 2016 Kinderbetreuungskosten in Höhe von insgesamt 3.600 Euro entstanden.Davon können sie zwei Drittel, also 2.400 Euro als Sonderausgaben geltend machen.

Bei nicht verheirateten, dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern darf die Kosten grundsätzlich nur derjenige absetzen, der die Kosten tatsächlich bezahlt hat. Haben beide Eltern Kinderbetreuungskosten gezahlt, beträgt der anteilige Höchstbetrag grundsätzlich für jeden Elternteil 2.000 Euro pro Kind und Jahr.

Die Eltern können jedoch einvernehmlich eine andere Aufteilung des Höchstbetrages beantragen. Das nicht abziehbare Drittel der Aufwendungen ist entsprechend dem Anteil an den Gesamtaufwendungen auf die Eltern aufzuteilen.

Die Rechnung und das Konto, von dem gezahlt wird, müssen auf den Namen des Elternteils lauten, der die Kosten geltend machen will. Das Finanzamt erkennt nur unbare Zahlungen an, also Überweisungen.

Grundsätzlich ist bei der Kinderbetreuung durch einen Minijobber die Barzahlung zwar unschädlich. Jedoch versucht der Fiskus in letzter Zeit, den Abzug zu verwehren – und zieht auch gerne mal bis vor Gericht. Daher unser Rat: Bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, bezahlen Sie den Minijobber lieber per Überweisung – so sind Sie auf der sicheren Seite.

Bei Einzel- oder Zusammenveranlagung spielen der Name auf der Rechnung und das Abflusskonto keine Rolle. Bei einer Zusammenveranlagung werden die vom Ehemann und von der Ehefrau getragenen Kosten gemeinsam in einer Summe abgezogen. Bei einer Einzelveranlagung werden sie auf gemeinsamen Antrag jeweils zur Hälfte beim Ehemann wie auch bei der Ehefrau berücksichtigt, wenn nur einer von beiden die Kosten übernommen hat. Haben beide Kosten übernommen, darf jeder seine Kosten zu zwei Dritteln bis zum hälftigen Höchstbetrag von 2.000 Euro absetzen.

Hat bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft nur ein Elternteil den Betreuungsvertrag abgeschlossen und die Kosten gezahlt, kann der andere Elternteil keine Kinderbetreuungskosten absetzen.

Die Kosten müssen durch eine Rechnung und die Zahlung über einen Kontoauszug oder über einen Überweisungsträger nachgewiesen werden -allerdings nur, wenn das Finanzamt dies von Ihnen fordert.

Schulgeld

Schulgeldzahlungen für Ihr Kind können Sie unter den Voraussetzungen abziehen, dass

  • Sie für Ihr Kind Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten und
  • die Schule überwiegend privat finanziert ist und
  • die Schule im Inland, im EU-EWR-Raum liegt oder es sich um eine Deutsche Schule in einem Drittland handelt und
  • die Schule zu einem von dem Kultusministerium des Bundeslandes oder der Kultusministerkonferenz der Länder anerkannten oder einem inländischen Abschluss an einer öffentlichen Schule als gleichwertig anerkannten allgemein- oder berufsbildenden Schul- oder Berufsabschluss führt oder darauf vorbereitet.

Ob eine Schule die Kriterien erfüllt, stellt das zuständige inländische Landesministerium, die Kultusministerkonferenz der Länder oder die zuständige inländische Zeugnisanerkennungsstelle fest. Das Finanzamt ist an die Feststellung gebunden und führt keine eigenen Prüfungen durch.

Gefördert werden beispielsweise
  • staatlich genehmigte oder nach Landesrecht erlaubte allgemeinbildende und berufsbildende Ersatzschulen oder Ergänzungsschulen,
  • Volkshochschulen in Bezug auf Vorbereitungskurse zum Erwerb des Haupt- oder Realschulabschlusses, der Fachhochschulreife oder des Abiturs,
  • private Grundschulen ab Beginn der öffentlich-rechtlichen Schulpflicht.

Nicht begünstigt sind Nachhilfeeinrichtungen, Musikschulen, Sportvereine oder Ferienkurse sowie Hochschulen oder Fachhochschulen. Studiengebühren sind vom Abzug daher ausgeschlossen.

Die Voraussetzungen für den Schulgeldabzug sind von Ihnen nachzuweisen oder glaubhaft zu machen.

Einzelne Bundesländer, z. B. Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen, haben in Erlassen geregelt, dass für bestimmte Schulen kein Nachweis erforderlich ist. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Finanzamt, ob für Ihre Schule besondere Nachweise erforderlich sind.

In welcher Höhe Sie das Schulgeld absetzen können, lesen Sie hier.

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