Sanierungskosten

Sanierungskosten

Wann handelt es sich um außergewöhnliche Belastungen?


Handelt es sich bei Sanierungskosten um außergewöhnliche Belastungen, können sie in der Erklärung steuermindernd angesetzt werden. Die Richter des Bundesfinanzhofs hatten in mehreren Fällen zu klären, wann es sich bei der Sanierung eines selbst genutzten Wohngebäudes um außergewöhnliche Belastungen handelt.

Die drei Fälle

  1. Asbestsanierung des Daches eines Wohnhauses
  2. Sanierung eines mit „Echtem Hausschwamm“ befallenen Gebäudes
  3. Sanierung mit Beseitigung von Holzschutzmitteln und Asbestzement – Die Anforderung an den Nachweis der unbedingten Erforderlichkeit

Im Gesetz ist geregelt, dass außergewöhnliche Aufwendungen steuerlich als solche anzuerkennen sind, wenn größere Aufwendungen zwangsläufig entstehen. Diese Aufwendungen müssen im Vergleich zu der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands außergewöhnlich sein.

Richter einig

In den genannten drei Fällen waren sich die Richter einig, dass Sanierungsmaßnahmen als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden können. Es darf sich bei den Kosten nicht um solche für übliche Instandsetzungs- und Modernisierungskosten handeln. Auch Schadensbeseitigungskosten wegen Baumangel sind keine außergewöhnlichen Kosten.

Weitere Voraussetzungen für die Anerkennung in der Steuererklärung sind, dass

  • beim Kauf des Grundstücks der Grund der Sanierung noch nicht erkennbar war,
  • eigenes Verschulden des Grundstückseigentümers zum Beispiel beim Bau des Hauses nicht vorliegt,
  • keine realisierbaren Ersatzansprüche gegen Dritte gegeben sind.

Gefährdung der Gesundheit und unabwendbare Ereignisse

Werden Gebäude saniert, um eine konkrete Gesundheitsgefährdung abzuwenden, handelt es sich um außergewöhnliche Belastungen, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Die konkrete Gesundheitsgefährdung muss nachweisbar sein. An diesen Nachweis sind hohe Anforderungen gesetellt.

Aufwendungen zur Wiederbeschaffung existenznotwendiger Gegenstände oder zur Beseitigung von Schäden an diesen aus Anlass eines unausweichlichen Ereignisses wie zum Beispiel Brand, Hochwasser, Kriegseinwirkungen oder Vertreibung sind zwangsläufig. Sie sind als außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen.

Urteile des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VI R 21/11, VI 70/10, VI R 47/10

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