Steuererklärung als Student: So gehts

Steuererklärung als Student: So gehts

Was Studenten absetzen können


Auch Studenten können eine Steuererklärung abgeben – und damit ordentlich Steuern sparen. Wir zeigen, was Sie wissen sollten.

Erst- oder Zweitstudium?

Die wichtigste Frage bei der steuerlichen Berücksichtigung: ist das Studium die erste Ausbildung? Oder haben Sie bereits davor studiert oder eine Berufsausbildung abgeschlossen?

Zweitstudium: Unbegrenzter Werbungskostenabzug

Studenten im Zweitstudium, dualem Studium oder Masterstudium sollten ihre Steuersparchance unbedingt nutzen. Bei der jährlichen Steuererklärung können sie alle Ausgaben rund ums Studium als Werbungskosten absetzen.

Das heißt für Sie: Sammeln Sie ab Beginn Ihres Studiums alle angefallenen Studienkosten, Jahr für Jahr, das gesamte Studium lang. Diese tragen Sie dann jährlich in Ihrer Steuererklärung in der Anlage N ein. Damit bauen Sie einen so genannten Verlustvortrag auf. Sobald Sie dann nach dem Studium Ihren Job antreten, zahlt sich das Sammeln aus- und die gesamten Ausgaben mindern Ihre Steuer.

Erststudium: Kosten sind Sonderausgaben

Noch in der Schwebe ist die Rechtlage bei Studenten im Erststudium. Momentan wird der Kostenabzug noch wie folgt gehandhabt: Ist das Studium Ihre erste Ausbildung, so sind die Kosten nur als Sonderausgaben und nicht als Werbungskosten absetzbar. Und das ist ein gewaltiger Nachteil: So können Sie nur noch höchstens 6.000 Euro im Jahr von der Steuer absetzen. Und auch der Vorteil durch den Verlustvortrag entfällt: Sie können Ausgaben nur noch in dem Jahr absetzen, in dem sie auch gezahlt wurden. Mussten Sie in 2016 keine Steuer zahlen, können Sie die Kosten auch nicht mit nach 2017 nehmen. Sie verfallen einfach.

Was Sie jetzt tun sollten

Doch: Es gibt Hoffnung. Die nachteilige Regelung ist momentan Streitpunkt vor dem Bundesverfassungsgericht. Daher sollten auch Studenten in der ersten Ausbildung ihre Steuererklärung beim Finanzamt einreichen – und darin alle Kosten rund ums Studium als Werbungskosten geltend machen.

Das Finanzamt wird dann den Werbungskostenabzug ablehnen und die Ausgaben weiterhin als Sonderausgaben behandeln. Doch gegen den Steuerbescheid sollten Sie Einspruch einlegen und dabei auf die Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht verweisen (Aktenzeichen2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14 und 2 BvL 26/14). Dadurch bleibt der Steuerbescheid solange offen, bis ein endgültiges Urteil gefallen ist. Wann jedoch das Machtwort fällt, ist ungewiss.

Welche Kosten können Sie absetzen?

Semesterbeiträge & Studiengebühren

Zusammen mit Gebühren für Aufnahmetests, Seminare, Prüfungen oder Bibliothek können Sie alle Gebühren rund um das Studium von der Steuer absetzen.

Fahrtkosten und Semesterticket

Pendeln Sie die Strecke zur Uni oder FH mit dem Auto? Dann können Sie sich pro Kilometer der einfachen Strecke 30 Cent anrechnen. Für den Weg mit Motorrad oder sonstigem motorbetriebenem Gefährt gibt’s 20 Cent.

Fahren Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, können Sie den tatsächlich gezahlten Fahrpreis absetzen – egal ob einzelne Fahrkarten oder Semesterticket.

hinweis

Hinweis: Auch Fahrten zu Seminaren, Bibliothek sowie Lerngemeinschaften können Sie absetzen.

Schreibtisch und Regal

Auch Einrichtungskosten mindern Ihre Steuer. So helfen Schreibtisch und Büromöbel wie Regale und Stühle Geld zu sparen. Hier gilt: Möbel unter 410 Euro netto können Sie direkt im Jahr des Kaufes bei der Steuer ansetzen. Höhere Kosten müssen Sie auf mehrere Jahre verteilt absetzen. Hier werden meist 13 Jahre angenommen.

Fachbücher, Kopien und Co

Egal ob Fachzeitschriften, Bücher, Blöcke, Druckerpapier, Kopierkarten, Folien, Stifte, Post-it oder sonstigen Bürokram –  hier lohnt sich so gut wie jeder Kassenzettel.

Tipp

Sammeln Sie unterjährig alle Belege rund ums Studium- und rechnen diese am Ende des Jahres für die Steuer zusammen.

Laptop oder Computer

Nutzen Sie einen Laptop fast ausschließlich für das Studium und nur zu maximal zehn Prozent privat? Dann können Sie die gesamten Kosten absetzen. Ist die private Nutzung höher – beispielsweise 40 Prozent – können Sie dementsprechend nur 60 Prozent des Kaufpreises abziehen. Wichtig: bei einer privaten Nutzung über 50 Prozent gibt das Finanzamt keinen Steuervorteil mehr.

Auch hier gilt wieder die 410 Euro-Grenze : Kostet der Laptop netto unter 410 Euro, können Sie ihn direkt im Jahr des Kaufes absetzen. Teurere Geräte müssen auf die kommenden drei Jahre verteilt werden. Gleiches gilt für Drucker, Monitor, Tastatur und anderes Zubehör.

Studienreisen und Exkursionen

Hier können Sie alle Reisekosten wie für Übernachtung, Eintritte für Ausstellungen usw. aufzählen. Auch für die Dauer der Abwesenheit von Uni und zu Hause gibt’s Geld: die so genannte Verpflegungspauschale. Ab acht Stunden sowie für An- und Abreisetag bekommen Sie 12 Euro, für Tage mit ganztägiger Abwesenheit 24 Euro.

Zweitwohnung

Wohnen Sie unter der Woche am Studienort aber die Wochenenden zu Hause? Dann können Sie Miete und Nebenkosten Ihrer Zweitwohnung als Kosten einer doppelten Haushaltsführung absetzen. Dies gilt jedoch nur, wenn Sie von Dritter Seite – beispielsweise den Eltern- nichts bezahlt bekommen. Auch müssen Sie nachweisen, dass Sie sich im heimischen Haushalt Ihrer Eltern finanziell beteiligen. Wohnen Sie dort noch kostenlos, haben Sie keine Chancen auf den Steuervorteil.

Hinweis

Auch die Fahrtkosten an den Wochenenden können Sie von der Steuer absetzen.

Zinsen fürs Bafög

Viele Studenten müssen einen Bildungskredit aufnehmen, beispielsweise BAföG oder den KfW-Studienkredit. Die Zinsen können Sie absetzen. Das gilt auch, wenn Sie das Darlehen erst nach Ihrem Abschluss zurückzahlen.

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