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Fristen & Termine

Alle Informationen rund um Fristen & Termine für Ihre Steuererklärung


„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ – Schon gar nicht die Steuererklärung. Und doch ertappen wir uns regelmäßig dabei, die gesammelten Belege zwar aus der Ferne – vielleicht ein bisschen schuldbewusst – zu betrachten und uns im nächsten Moment einer erfreulicheren Tätigkeit zu widmen. Dabei gelten für die Abgabe strenge Fristen, deren Nichteinhaltung einiges kosten kann.

Damit es aber erst gar nicht soweit kommt, erklären wir Ihnen hier, welche Fristen Sie sich auf jeden Fall rot im Kalender markieren sollten – und wieso.

Steuererklärung-Frist: Bis wann muss ich abgeben? Infografik

Steuererklärung-Frist: Bis wann muss ich abgeben? Infografik

Welche Fristen gelten für die Einkommensteuererklärung?

Es kommt ganz darauf an…Willkommen im Steuerrecht! Ob und welche Fristen Sie beachten müssen, hängt davon ab, ob Sie zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet sind oder nicht.

Freiwillige Abgabe: Festsetzungsfrist 4 Jahre

Geben Sie Ihre Steuererklärung freiwillig ab, drängt Sie zunächst keine Frist. Allerdings haben Sie auch hier nicht ewig Zeit, sich  zu entscheiden. Die Festsetzungsfrist beträgt nämlich vier Jahre. Das heißt: Sie haben vier Jahre Zeit, eine Steuererklärung für bereits vergangene Jahre abzugeben. Vorausgesetzt, Sie haben für diese Jahre noch keine Steuererklärung eingereicht.

Verlustfeststellung: 7 Jahre

Drei Jahre mehr stehen Ihnen zu, wenn Sie erstmalig einen Verlust für Jahre erklären möchten, in denen Sie bisher keine Steuererklärung abgegeben haben.

Was bedeutet Verlustfeststellung?

Ein Verlust entsteht, wenn Ihre Werbungskosten höher sind als Ihre Einnahmen. Steuerlich haben Sie die Möglichkeit, den Verlust vom Finanzamt feststellen zu lassen. Das heißt: Er wird sozusagen beim Finanzamt gespeichert. Bei der nächsten Steuererklärung, in der Sie keinen Verlust mehr haben, wird der bis dahin festgestellte Verlust von Ihrem Einnahmen abgezogen. Das mindert dann Ihr zu versteuerndes Einkommen und damit Ihre Steuerlast.

Pflichtveranlagung: 31.07.

Lange war der 31. Mai das magische Datum für die Steuererklärung. Die gute Nachricht: Seit ein paar Jahren haben Sie bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit, Ihre Steuererklärung abzugeben. Der Termin muss dann rot in Ihrem Kalender markiert sein, wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind. Das gilt auch dann, wenn Sie eigentlich Ihre Erklärung bisher freiwillig abgegeben haben, aber das Finanzamt Sie nun schriftlich dazu auffordert.

Steuer Abgabe Frist 31.07.

Steuer: Abgabefrist ist der 31.07.

Halten Sie die Frist nicht ein und geben Ihre Steuererklärung nicht bis zum 31. Juli des Folgejahres ab, kann es für Sie teuer werden! Folgende Schritte kann das Finanzamt einleiten:
Verspätungszuschlag
Zwangsgeld
Schätzung
Steuerstrafverfahren

Falls ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung für Sie übernimmt, hat er bis zum letzten Februartag des übernächsten Jahres Zeit für die Erstellung.

SteuerjahrAbgabe bei Pflichtveranlagung bisFreiwillige Abgabe möglich bisFreiwillige Abgabe bei Verlust möglich bis
201631.05.2017 (abgelaufen)31.12.202031.12.2022
201731.05.2018 (abgelaufen)31.12.202131.12.2023
201831.07.2019 (abgelaufen)31.12.202231.12.2024
201931.07.202031.12.202331.12.2025
202031.07.202131.12.202431.12.2027

Fristen & Termine: Alles auf einen Blick

Steuererklärung Frist & Termine Infografik

Steuererklärung: Alle Fristen & Termine auf einen Blick

Wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Sie wissen nun, dass für die freiwillige Abgabe und die Pflichtveranlagung unterschiedliche Fristen gelten. Aber wer ist überhaupt gesetzlich verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben? In folgenden Fällen müssen Sie die Einkommensteuererklärung abgeben:

  • Auf Ihrer Lohnsteuerkarte wurde ein Freibetrag eingetragen (ausgenommen Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbetrag).
  • Sie und Ihr Ehepartner haben die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt.
  • Sie haben als Arbeitnehmer Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld, Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro erhalten.
  • Neben Ihrem Arbeitslohn haben Sie noch weitere Einkünfte, beispielsweise Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte bezogen, die mehr als 410 Euro betragen.
  • Sie haben Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, für die Sie keine Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) zahlen müssen.
  • Sie haben nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn (inkl. Versorgungsbezüge) bekommen.
  • Der Arbeitgeber hat einen sonstigen Bezug von Ihnen ermäßigt besteuert, z. B. Entlassungsentschädigung, Arbeitslohn für mehrere Jahre oder Lohnzahlungen durch Dritte.
  • Sie haben einen Betrieb und erzielen damit einen Gewinn von mehr als 410 Euro. Dabei ist es egal, ob Sie diesen nur nebenbei betreiben.

Die Frist rückt näher – und nun?

Die Zeit rennt und die Abgabefrist rückt immer näher. Aber in so kurzer Zeit noch die Steuererklärung auf die Beine stellen? Was ist zu tun, wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie den Abgabetermin nicht einhalten können?

Fristverlängerung beantragen

Am besten ist: Sie spielen mit offenen Karten und teilen dem Finanzamt mit, dass Sie die Frist nicht einhalten können. Dafür stellen Sie einen formlosen Antrag. Das geht zum Beispiel mit einem Brief oder einem kurzen Anruf beim Finanzamt. Wichtig dabei ist, dass Sie dem Finanzamt auch gute Gründe für den Antrag nennen. Mögliche Gründe sind z. B. fehlende Unterlagen, Krankheit, Auslandsaufenthalt oder ein Sterbefall. Falls Sie die Frist wirklich einfach nur vergessen haben, verzichten Sie aber besser auf die Angabe von Gründen.

Achten Sie darauf, dass Sie „stillschweigende Fristverlängerung“ beantragen. Das bedeutet: Wenn Sie nichts mehr vom Finanzamt hören, gilt die Abgabefrist für Sie als verlängert. Das bedeutet: Ihnen drohen bis zum Ende der verlängerten Frist auch erstmal keine weiteren Konsequenzen.

Eine Fristverlängerung liegt immer im Ermessen des Finanzamts. Sie haben keinen Anspruch darauf, dass Ihr Antrag Erfolg hat. Bedenken Sie jedoch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
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Fristverlängerung auch nachträglich möglich

Auch wenn die Frist schon abgelaufen ist, dürfen Sie nicht die Flinte ins Korn werfen. Auch ein nachträglicher Antrag auf Fristverlängerung ist möglich.

Last-Minute-Tipp

Wenn Sie die Steuererklärung innerhalb kurzer Zeit nach Abgabetermin einreichen können, haben wir einen Last-Minute-Tipp für Sie. Um die Frist zunächst einzuhalten, können Sie eine Steuererklärung mit leeren Anlagen – also unvollständig – abgeben. Die fehlenden Informationen sollten Sie dann aber zeitnah dem Finanzamt nachreichen.

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Frist verpasst – So geht’s weiter

Die Zeit ist mal wieder wie im Flug vergangen – und so ist auch der 31. Juli ins Land gestrichen. Wie geht es weiter, wenn Sie die Abgabefrist versäumt haben? Zunächst erhalten Sie ein Erinnerungsschreiben. Reagieren Sie nicht, kann Sie das teuer zu Stehen kommen.

Die nachfolgend aufgezählten Maßnahmen gelten nur für den Fall, dass Sie tatsächlich zur Abgabe verpflichtet sind oder vom Finanzamt aufgefordert wurden.

Schritt 1: Der Verspätungszuschlag

Für jeden Monat, den Sie die Steuererklärung zu spät abgeben, können seit dem Jahr 2019 pro Monat 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer (abzüglich Vorauszahlungen und Steuerabzugsbeträge) fällig werden. Aber auch bei niedriger Steuerlast kommen Sie nicht ungeschoren davon: mindestens werden bei Festsetzung eines Verspätungszuschlags nämlich 25 Euro pro Monat gefordert. Die zahlen Sie erstmal nicht direkt ans Finanzamt. Die Summe, die sich ergibt, wird zu Ihrer Steuerschuld hinzugerechnet. Im Falle einer Erstattung zieht das Finanzamt den Verspätungszuschlag von der Erstattungssumme ab.

Besonders teuer wird es also, wenn sich aus Ihrer Steuererklärung eine Nachzahlung von mehr als 10.000 Euro ergibt. Dann fällt der Verspätungszuschlag nämlich auf jeden Fall höher aus als 25 Euro im Monat.

Bis zu einem Fristversäumnis von 14 Monaten ab Ablauf des Besteuerungszeitraums liegt der Verspätungszuschlag im Ermessen des Finanzamts. Das bedeutet: Der Finanzbeamte entscheidet, ob er in Ihrem Fall ein Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro verlangt. Verspäten Sie sich mit der Abgabe aber über diesen Zeitraum hinaus, führt kein Weg mehr am Verspätungszuschlag vorbei.

Schritt 2: Zwangsgeld

Wenn Sie die Frist versäumt haben, wird sich das Finanzamt schriftlich bei Ihnen melden. Per Brief werden Sie nochmals dazu aufgefordert, Ihre Steuererklärung einzureichen. Zudem wird Ihnen vermutlich ein Zwangsgeld angedroht werden. Das müssen Sie zunächst nicht zahlen. Allerdings ist in dem Brief eine erneute Frist gesetzt. Sollten Sie diese ignorieren, müssen Sie mit der tatsächlichen Festsetzung des Zwangsgelds rechnen.

Die Höhe des Zwangsgeldes liegt dabei ganz im Ermessen des Finanzamts. Vor allem wird der Sachbearbeiter prüfen, ob Sie in der Vergangenheit Ihrer Abgabepflicht rechtzeitig nachgekommen sind. Bei erstmaligem Versäumnis beläuft sich das Zwangsgeld meist auf einen Betrag zwischen 100 Euro und 500 Euro. Was zunächst entbehrlich klingt, kann schnell noch teurer werden: Maximal darf das Finanzamt nämlich 25.000 Euro an Zwangsgeld verlangen.

Jetzt wird es doppelt teuer. Denn neben dem Zwangsgeld wird Ihnen weiterhin pro Monat der Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro berechnet.

Schritt 3: Schätzung

Wen auch das Zwangsgeld kalt lässt, dem droht die Schätzung. Denn: Auch wenn Sie Ihre Steuererklärung nicht einreichen, möchte das Finanzamt an sein Geld kommen. Also wird Ihre Besteuerungsgrundlage im nächsten Schritt geschätzt. Dabei kann das Finanzamt allerdings nicht seiner Kreativität freien Lauf lassen. Vielmehr muss es anhand von Erfahrungs- und Vergleichswerten (z. B. Vorjahreswerte) realitätsnah schätzen.

Für die geschätzten Werte geht Ihnen wie gewohnt ein Steuerbescheid zu. Gegen diesen Schätzungsbescheid können Sie sich innerhalb der Einspruchsfrist wehren. Versäumen Sie diese Frist, wird der geschätzte Bescheid bestandskräftig.

Schätzung ersetzt keine Steuererklärung
Schätzung gut, alles gut? So einfach ist das nicht. Auch, wenn Sie einen Schätzungsbescheid erhalten haben, stehen Sie immer noch in der Pflicht, Ihre Steuererklärung abzugeben. Im schlimmsten Fall liegt nämlich eine Steuerhinterziehung vor. Und zwar dann, wenn die Schätzung des Finanzamts für Sie günstiger ist, als die Abgabe der Erklärung.

Schritt 4: Steuerstrafverfahren

Sie geben Ihre Steuererklärung weiterhin nicht ab? Dann lassen Sie die Finanzbehörde pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis. Wenn Sie dadurch zudem weniger Steuern zahlen als Sie eigentlich müssen oder nicht gerechtfertigte Vorteile erlangen, müssen Sie mit einem Steuerstrafverfahren rechnen. Denn: Sie erfüllen damit die Voraussetzungen für eine fahrlässige Steuerverkürzung oder vorsätzliche Steuerhinterziehung.
Auch während eines laufenden Steuerstrafverfahrens müssen Sie weiterhin Ihre bisher nicht abgegebene Steuererklärung einreichen.

Mit dem Bescheid kommt die Einspruchsfrist

Sie haben Ihre Steuererklärung abgegeben und rechnen mit einer saftigen Erstattung. Endlich liegt er im Briefkasten: Der Steuerbescheid. Beim Blick auf die Erstattungssumme wird Ihnen aber etwas mulmig. Denn die schöne Erstattung, die Sie erwartet haben, hat sich in Luft aufgelöst. Dabei sind Sie sich sicher, alles richtig gemacht zu haben? Jetzt gilt es, schnell zu handeln. Denn die nächste Frist läuft bereits: die Einspruchsfrist.

Grundsätzlich: Ein Monat

Nach Bekanntgabe des Bescheids haben Sie einen Monat Zeit, Einspruch gegen den Steuerbescheid einzulegen. Damit verhindern Sie, dass dieser Bestandskräftig wird. Die Frist beginnt drei Tage nach Bescheid-Datum zu laufen. Ist der dritte Tag ein Samstag, Sonntag oder Feiertag, beginnt die Frist erst mit dem nächsten Werktag.

Das gleiche gilt für den Ablauf der Frist: Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt sich das Fristende auf den nächsten Werktag.

Wiedereinsetzung in den vorigen Stand

Ein Monat ist schnell vorbei. Haben Sie die Einspruchsfrist ohne Verschulden verpasst, können Sie die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. Das bedeutet, dass die Einspruchsfrist erneut beginnt. Allerdings müssen wirklich schwerwiegende Gründe für das Versäumnis der Frist vorliegen.

Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist z. B. dann möglich, wenn Sie aufgrund einer plötzlichen Krankheit mit Krankenhausaufenthalt die Frist nicht einhalten konnten. Darüber hinaus muss das Ereignis unvorhersehbar eingetreten sein, sodass es Ihnen nicht möglich gewesen sein kann, rechtzeitig jemanden zu bestimmen, sich um Ihre Post zu kümmern. Das gleiche gilt, wenn Sie über die Frist hinweg in Urlaub waren. Allerdings sollten Sie bei einem mehr als sechswöchigen Urlaub jemanden beauftragen, in Ihre Post zu schauen. In diesem Fall ist Ihr eigenes Verschulden nämlich nicht mehr ausgeschlossen.

Auch, wenn die Rechtsbehelfsbelehrung auf Ihrem Steuerbescheid unvollständig, falsch oder unklar ist, kann das ein Grund für die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sein.

Für den Antrag der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gilt eine entsprechende Frist. Sobald das Hindernis, aufgrund dessen Sie die Einspruchsfrist nicht halten konnten, weggefallen ist, müssen Sie handeln. Denn Sie haben jetzt nur noch einen Monat Zeit, die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu beantragen. Letztendlich muss jedoch die Finanzbehörde entscheiden, ob sie Ihrem Antrag zustimmt, oder nicht.

Fristen nie wieder verpassen?

Das geht mit unserem Steuerkalender! Schauen Sie gleich nach, welche steuerlichen Fristen für dieses Jahr anstehen. Damit sind Erinnerungen vom Finanzamtzur Abgabe der Steuererklärung bald Geschichte!

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