Teures Pflaster

Teures Pflaster

3.387,89 Euro Zweitwohnungsteuer zulässig


Baden-Baden hat eine hohe Anziehungskraft auf Millionäre. Das will auch die Stadtverwaltung nutzen und erhebt nun gesalzene Steuern auf Zweitwohnungen.

Teure Zweitwohnung

In mehr als 400 deutschen Städten und Gemeinden wird mittlerweile Zweitwohnungsteuer fällig. Die Höhe der Abgabe legen die Gemeinden hierbei selbst fest. Wer pflichtgemäß seinen Zweitwohnsitz dem Einwohnermeldeamt mitteilt, muss nicht allzu lange warten, bis ein Steuerbescheid im Briefkasten liegt.

Hierbei ist es ganz egal, ob der Nebenwohnsitz eine Pendlerwohnung, Ferienhaus oder Studentenbude ist. Auch ob die Wohnung gemietet oder gekauft ist spielt keine Rolle. Sobald jemand vierzehn Tage im Jahr die Möglichkeit hat, die Wohnung selbst zu bewohnen, wird besteuert.

Hohe Steuern zur Abschreckung

In Baden-Baden soll die Zweitwohnungsteuer anscheinend, neben einer rentablen Einnahmequelle der Stadt, noch eine weitere Aufgabe haben: Der Abschreckung dienen. Diese Erfahrung machte eine Frau aus Moskau: Nachdem Sie sich ein zusätzliches Domizil in Baden-Baden mit stattlichen 146 Quadratmetern zugelegt hatte, landete prompt der Bescheid des Finanzamt bei ihr. Erschreckende Nachricht: 3.387,90 Euro sollte die Dame an Zweitwohnungsteuer zahlen – für ein Jahr. Die Höhe der Steuer orientierte sich hierbei an der jährlichen ortsüblichen Kaltmiete des Objekts. In diesem Fall sage und schreibe 35 Prozent.

Überhöhte Steuer zulässig

Die Frau klagte gegen die Festsetzung der stattlichen Abgabe, jedoch erfolglos. Laut Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (Aktenzeichen 2 S 2116/12) sei die Höhe der Steuer nicht zu beanstanden. Die Stadt Baden-Württemberg begründete weiter: Durch die hohe Besteuerung sollen Zweitwohnungen eingedämmt werden, um das Wohnungsangebot für Einheimische zu erhöhen.

Einnahmen der Stadt gesichert

Umgehen kann man die Zweitwohnungsteuer ganz einfach, in dem man seinen Hauptwohnsitz ummeldet. Aber auch hier hat die Gemeinde einen finanziellen Vorteil: Der Finanzausgleich der Bundesländer an die Städte ist abhängig von der Einwohnerzahl: Je mehr Einwohner, desto mehr Geld erhält die Stadt oder Gemeinde. So oder so: Die Gemeinden, die Zweitsteuer erheben, profitieren in jedem Fall.

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