Totalschaden

Totalschaden

Auf dem Weg zur Arbeit


Hoffentlich war es nur ein Blechschaden! Ärgerlich und teuer ist ein Unfall in jedem Fall. Ereignet sich dieser auf einer Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, können die Reparaturkosten steuerlich geltend gemacht werden. Zusätzlich zur Entfernungspauschale. Aber was kann man absetzen, wenn das Auto nicht mehr repariert wird?

Der Fall

Ein Arbeitnehmer erlitt einen Unfall auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Sein siebeneinhalb Jahre altes Auto hätte für 10.000 DM repariert werden können. Der Kläger verzichtete auf die Reparatur  und verkaufte seinen Pkw für 3.500 DM. Vor dem Unfall hatte der Wagen einen Zeitwert von 11.500 DM.

Die Differenz zwischen Verkaufserlös und Zeitwert setzte der Kläger in seiner Steuererklärung als Werbungskosten an. Das waren 8.000 DM Werbungskosten. Der Bearbeiter im Finanzamt erkannte diese Kosten nicht an und die Richter am Bundesfinanzhof gaben ihm Recht.

Begründung

Die Werbungskosten, die steuerlich angesetzt werden können, richten sich nicht nach der Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert vor und nach dem Unfall.

Die Höhe der Werbungskosten errechnet sich aus dem Wert des Fahrzeugs nach dem Unfall (Verkaufserlös) und dem fiktiven Buchwert des Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Unfalls. Diese Berechnung ergibt sich aus den steuerlichen Vorschriften der Abschreibung.

Absetzung für Abnutzung (AfA)

Wird ein Wirtschaftsgut angeschafft und für mehr als ein Jahr zur Einkunftserzielung genutzt, dann sind die Anschaffungskosten dieses Wirtschaftsguts grundsätzlich nicht voll im Jahr der Anschaffung anzusetzen, sondern auf die voraussichtliche Nutzungsdauer zu verteilen. Jedes Jahr ist nur ein Teil der Anschaffungskosten als Ausgaben anzusetzen. Die voraussichtliche Nutzungsdauer für einen neuen Pkw beträgt sechs Jahre. Nach sechs Jahren sind die Anschaffungskosten für einen neuwertigen PKW abgeschrieben und der Buchwert dieses PKWs beträgt 0,00 Euro.

Auch der fiktive Buchwert des Fahrzeugs im vorliegenden Fall lag nach siebeneinhalb Jahren bei 0,00 Euro. Der Kläger hätte nur Werbungskosten ansetzen können, wenn der fiktive Buchwert zum Zeitpunkt des Unfalls höher gewesen wäre als der Verkaufserlös nach dem Unfall.

Änderung der Rechtsprechung

Durch diese Rechtsprechung ist die alte Rechtsprechung der Richter des Bundesfinanzhofs aus den Jahren 1979 bis 1982 überholt. Damals konnte die Differenz zwischen Wert vor und nach dem Unfall als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VIII R 33/09

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