Wann sind Hilfsmittel abzugsfähig?

Wann sind Hilfsmittel abzugsfähig?

Das sollten Sie beachten


Aufwendungen für medizinische Hilfsmittel, die von der Krankenversicherung nicht bezahlt werden, können steuerlich als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sein. Doch hier unterscheidet der Fiskus zwischen Hilfsmitteln im engeren Sinne und Hilfsmitteln im weiteren Sinne.

Bei Hilfsmittel im engeren Sinne sind die Kosten immer absetzbar. Hilfsmittel im weiteren Sinne können nur anerkannt werden, wenn die medizinischen Notwendigkeit nachgewiesen wird.

Welche Art Hilfsmittel liegt vor?

Hilfsmittel im weiteren Sinne sind Gegenstände, die nicht nur von Kranken oder Behinderten, sondern häufig auch von gesunden Menschen aus Gründen der Gesundheitsvorsorge und zur Steigerung des Lebenskomforts genutzt werden, so beispielsweise ein Spezialbett mit motorgetriebener Oberkörperaufrichtung, ein Bett mit verstellbarem Lattenrost und Spezialmatratze oder ein wirbelsäulengerechtes Bett.

Alltägliche Gebrauchsgegenstände nicht absetzbar

Nun hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden, dass ein Doppelbett mit einseitig motorisch verstellbarem Einlegerahmen zu den medizinischen Hilfsmitteln im weiteren Sinne zu rechnen ist und deshalb die Anschaffungskosten nicht als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sind. Bei medizinischen Hilfsmitteln, die als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen sind, müsse die medizinische Notwendigkeit durch ein Attest des Amtsarztes oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes nachgewiesen werden. Dieses Attest müsse vor der Anschaffung des Hilfsmittels ausgestellt sein (Urteil des Finanzgerichtes Baden-Württemberg, Aktenzeichen 2 K 1962/12).

Der Fall

Nach einem schweren Skiunfall war ein Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt erforderlich. Zur alsbaldigen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit hielt der behandelnde Arzt ein häusliches medizinisches Krankenbett für erforderlich. Der Patient erwarb also ein Doppelbett, Rotbuche massiv, einseitig mit einem Motoreinlegerahmen zur Verstellbarkeit des Oberkörperteils, des Ober- und Unterschenkelteils sowie des Nackenteils zum Preis von 6.313 Euro. Das Finanzamt und das Finanzgericht beurteilten das Bett als medizinisches Hilfsmittel im weiteren Sinne. Da kein amtsärztliches Attest vorgelegt wurde, konnten die Anschaffungskosten steuerlich nicht berücksichtigt werden.

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